Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#1 von Albero , 27.07.2017 19:25

Die Friedensbewegung, bzw. das was heute als Friedensbewegung benannt wird, aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, führt selbstverständlich zu unterschiedlichen Einschätzungen. Zudem ist sie alles andere als einheitlich. Beschränkt sie sich auf reine Protestaktionen, erweist sie sich meistens als zahnlos. Erst konstruktive Friedensarbeit macht sie zu einem gewichtigen Gegenpol gegen Unfrieden und Rüstungswahnsinn. Zukunftsorientiert sehe ich sie als Teil der Weltbürger-Bewegung, dem größtenteils noch die Perspektive einer sicheren und dauerhaften Weltfriedensordnung fehlt. Man schwelgt oft in unrealistischen Utopien und lässt die realisierbaren außer Acht. Ich sehe deshalb hier unsere Aufgabe als politisch orientierte Weltbürger, diesen Zustand zu verbessern.

Wenn mal wieder versucht wird, die Friedensbewegung für andere Zwecke zu vereinnahmen, ist das kein Novum. Heute heißt das Schreckgespenst „Neue Querfront“. Das verliert allerdings schnell seinen Schrecken, wenn man sich genau anschaut, wer das ist und was sie machen. Dann stellt man nämlich fest, dass die wichtigsten Protogonisten dieser Querfront eigentlich ziemlich lächerliche Stepptänzer sind und das Fußvolk sich größtenteils aus naiven, desorientierten Mitläufern rekrutiert. Wer sich eine Portion dieser Erkenntnis zu Gemüte führen möchte, dem sei der Thread zum Pax Terra Musica Festival empfohlen. Das ist Pseudo-Friedensbewegung, und deshalb schreibe ich diese Zeilen auch gleich auf unseren Schrottplatz.

Die Querfront verkündet bereits ihren nächsten Coup, „... die größte Protestaktion vor der Bundestagswahl“ massiv auf allen Kanälen, die dafür zur Verfügung stehen. Was von dieser Kampagne Stopp Air Base Ramstein zu halten ist, kann man detailliert HIER nachlesen. Wer da mitmacht, obwohl die Kritikpunkte doch hinreichend und frühzeitig bekannt wurden und nachgeprüft werden können, macht sich selbst unglaubwürdig. Nach der Aktion wird man wissen, wer da alles dabei war und wie sie sich zu rechtfertigen versuchen, wenn sie sich mal wieder von den Medien verunglimpft und diffamiert fühlen.

Bleibt zu hoffen, dass Stopp Ramstein keinen allzu großen Schatten auf die wirkliche Friedensbewegung wirft, denn es geht auch um deren Glaubwürdigkeit. Klare öffentliche Stellungnahmen gegen diese Querfront, bereits im Vorfeld, wären deshalb zu begrüßen.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#2 von Albero , 01.08.2017 17:06

Die zentrale Persönlichkeit in diesem Theater ist der Journalist Reiner Braun, ein altvorderer, multiorganisierter Kampagnenfunktionär, der schon damals beim „Krefelder Appell“ dabei war. Wegen seiner unkritischen Beziehungen zu irrationalen Gruppierungen in der so genannten „Neuen Friedensbewegung“ steht er heute in der Kritik. Sein Umgang mit dieser Kritik lässte einen gewissen Grad an Realitätverlust vermuten. Ich habe einige Beträge über ihn aus dem Netz gesammelt.

Aachener Friedensmagazin aixpaix.de vom 05.02.2016
„Bautzener Friedenspreis“ – Die braunen Freunde des Reiner Braun

rbb 24 vom 13.04.2017
„Mindestens AfD-verdächtig“ – Wie die Neu-Rechte die Friedensbewegung unterwandert

10.05.2017 Pressekonferenz Stopp Air Base Ramstein
Videoaufzeichnung von Weltnetz TV
Weltnetz TV, ein typisches Querfront-Medium, war auch beim Pax Terra Musica Festival dabei.

Die von Herrn Braun bei der Presskonferenz geäußerte Beteuerung, braune Töne seien nicht willkommen, erscheint in dem Kontext als nicht glaubhaft. Vielleicht beginnt für Reiner Braun Rechtsextremismus erst dann, wenn Nazilieder gesungen und Hakenkreuzfahnen geschwenkt werden. Den getarnten, im Schafspelz daher schleichende brauen Ungeist scheint er nicht zu bemerken bzw. nicht wahrhaben zu wollen. Und das muss man leider auch vielen Aktivisten vorwerfen, welche an diesen Veranstaltungen – trotz besseren Wissens – teilnehmen wollen und sich von der Querfront vereinnahmen lassen. Da stimmt irgendwas nicht in den Köpfen.

Dazu vielleicht noch dieses Interview.


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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#3 von Richard Maxheim , 01.08.2017 22:03

Da muss man abwarten, wer da letztendlich in Erscheinung tritt und welche Gruppierungen mitmachen.
Daniele Ganser beim Kongress und Dieter Hallervorden beim Festival bürgen schon mal für Qualität.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#4 von Albero , 02.08.2017 13:12

Mit den Gruppierungen ist das so eine Sache. Stopp Ramstein ist ja ein Personenbündnis. Wenn es heißt, Stopp Ramstein sei ein breites Bündnis, dann beruht das darauf, dass Einzelpersonen aus vielen unterschiedlichen Organisation mitmachen. Reiner Braun bringt ja selbst schon dazu eine stolze Mitgift – den ganzen Berliner Klüngel – mit ein. Man verweist auf die sonstigen Mitgliedschaften und Herkünfte der Teilnehmer, die allerdings in den meisten Fällen dafür kein Mandat ihrer Organisationen besitzen. Das ist irreführend.

Nehmen wir als Beispiel den Mike Nagler bei der Pressekonferenz. Braun stellt ihn vor: „Koordinierungskreis von Attac“ (wird auch so im Video eingeblendet). Das klingt so, als sei Attac involviert, was nicht sein kann, denn Stopp Ramstein ist ja ein Personenbündnis. Uneingeweihte Medienvertreter verstehen das vielleicht falsch. Mike Nagler – hier wehrt er sich auf seiner Hompage gegen „Diffamierungen“, also Kritik an seiner Querfront-Affinität – gehört tatsächlich zum Attac-Koordninierungskreis, fehlte allerdings bei den letzten vier KoKreis-Sitzungen unentschuldigt. Im Protokoll der Sitzung vom 10. Mai 2017 (am selben Tag wie die Pressekonferenz) steht unter TOP 7:

Zitat
3. - 10. 09. Aktionswoche „Stopp Air Base Ramstein“
Es ist Konsens, dass Attac nicht in Bündnissen mitarbeitet, die nach rechts offen sind. Keine Zusammenarbeit mit Verschwörungstheoretikern und Esoterikern. Daraus folgt auch: Kein Attac-Stand beim Festival „Pax Terra Musica“.


Attac Cottbus war trotzdem auf der Ausstellerliste von PTM verzeichnet. Es ist deshalb im Moment unklar, wie sich Attac tatsächlich zu Stopp Ramstein verhalten wird. Über Mike Nagler gibt es noch einen Bericht aus Leipzig vom letzten Jahr.


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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#5 von Renate Beck , 04.08.2017 06:56

Die Pressekonferenz ist klassisch. Weit weg von Ramstein in Berlin. Wo nur die Szenenmedien teilnehmen und keiner unangenehme Fragen stellt.
Dann das einseitige Dreschen auf die Drohnen. Dabei sind das doch nur unbemannte Kampfflugzeuge. Ich bin auch dagegen. Aber was ist daran so verwerflich die eigenen Piloten zu schonen? Bombardierungen aus der Luft kosten fast immer zivile Opfer. Da sind die Russen mit ihren bemannten Flugzeugen in Syrien voll dabei. Denen ist auch wurscht wer da unten verreckt. Das muss alles aufhören. Man darf aber nicht mit zweierlei Maß messen.
Es wird so getan als würden die Amis ihre ferngesteuerten Mordmaschinen nur losschicken um Unbeteilige umzubringen.
Das ist reiner Antiamerikanismus. Total unglaubwürdige Putin-Propaganda.
LG Renate

 
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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#6 von Richard Maxheim , 12.08.2017 17:58

Die Ramstein Air Base, an der sich die Querfrontler aus ideologischem Kalkül festgesaugt haben, ist keine Besonderheit. Eine Relaisstation für den „Drohnenkrieg“ kann auch auf jedem anderen US-Stützpunkt eingerichtet werden. Was die technische Entwicklung ferngesteuerter Kampfroboter angeht, ist das nur der Anfang. Das Problem besteht erst in zweiter Linie aus dem Kriegsgerät. In erster Linie ist es die Institution des Krieges, als Fortsetzung schlechter Politik mit unmenschlichen Mitteln, die solche Waffen braucht. Diese muss abgeschafft werden. Dafür haben wir hier längerfristige Perspektiven, über die Tagespolitik hinaus.

Attac hat sich mit den Jahren zu einem multinationalen Meinungs- und Protestkonzern entwickelt und ist durch Themenerweiterungen unübersichtlich geworden. Das macht eine so große Organisation anfällig für externe, nicht selten irrationale Einflüsse, durch die es zu internen Konflikten, Unterwanderungen und Abspaltungen kommen kann. Siehe dazu bei Wikipedia insbesondere die >>> Kritik. Der deutsche Zweig hat diesbezüglich ein aktuelles Problem mit seiner „AG Globalisierung und Krieg“. Da baggert bereits die Querfront und bringt sogleich den Zensurvorwurf ins Spiel, wenn sie auf Widerstand stößt.

Durch die o.a. Pressekonferenz entsteht tatsächlich der Eindruck, als sei Attac an der Stopp Ramstein Kampagne offiziell beteiligt. Für einen Artikel für die „Lügenpresse“ möchte ich genau wissen, ob das so ist oder nicht und wie Attac zu Stopp Ramstein steht. Die Lügenpresseleser wollen schließlich exakt belogen werden.
Ich habe deshalb mit der Pressestelle von Attac Kontakt aufgenommen und nachgefragt. Eine Antwort steht noch aus.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#7 von Albero , 13.08.2017 23:56

Am Samstag hatte die Berliner Stopp-Ramstein-Gruppe ein so genannte Flashmob veranstaltet. Da haben sich ca. 10 Akteure mit roter Farbe auf den Boden gemobt. Hier die Bilder. Natürlich bleiben dann ein paar Dutzend Passanten stehen und fragen sich, was das soll. Groß beeindrucken kann solch ein Spiel die Berliner wohl kaum. Sie hatten die Realität beim vergangenen Weihnachtsmarkt erfahren. Die Firma Ingo Hoffmann (siehe Transporter) scheint der Beschallungsservice der Szene zu sein. Der war auch schon bei der letzten Friedensfahrt nach Moskau und beim Pax Terra Musica Festival dabei. Ingo Hoffmann bietet auch „Bioenergetische Meditation“ an. Das passt ins Bild.

Für heute Abend hatte Reiner Braun zur eine Informationsveranstaltung zum Querfront-Klüngel in der Marienstraße eingeladen. Neben Lucas Wirl von NatWiss sollte auch der umstrittene „Friedensaktivist und Blogger“ Pedram Shahyar mit von der Partie sein. Die Show wird sicherlich bald von irgendeinem Kasperl TV bei YouTube zu sehen sein.


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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#8 von Richard Maxheim , 16.08.2017 01:23

Freundliche und Antwort mit ausführlicher Stellungnahme vom Attac-Pressebüro:

Zitat
Attac Deutschland beteiligt sich nicht an der Aktion Stopp Air Base
Ramstein und unterstützt sie auch nicht. Mike Nagler gehört dem Bündnis
als Einzelperson an und nicht als Vertreter von Attac Deutschland. Da
unter dem Aufruf nur Einzelpersonen als Unterstützer genannt werden, ist
Attac als Organisation auch nicht angefragt worden.

In seiner Sitzung im November 2016 hatte der bundesweite Attac-Rat
lediglich das verstärkte Engagement der Attac-Arbeitsgruppe
"Globalisierung und Krieg" in der Friedensbewegung und den Beratungen
u.a. für die Ostermärsche und die Ramstein-Proteste begrüßt. Das war
audrücklich nicht verbunden mit einer pauschalen Unterstützung des
Ramstein-Aufrufes.

Der Koordinierungskreis von Attac Deutschland entschied sich am 10. Mai
2017 zudem explizit gegen einen Attac-Stand bei dem Festival "Pax Terra
Musica". Zur Begründung heißt es im Sitzungsprotokoll:

10. 09. Aktionswoche „Stopp Air Base Ramstein“
Es ist Konsens, dass Attac nicht in Bündnissen mitarbeitet, die
nach rechts offen sind. Keine Zusammenarbeit mit Verschwörungstheoretikern
und Esoterikern. Daraus folgt auch: Kein Attac-Stand beim Festival „Pax Terra Musica“.
www.attac.de/fileadmin/user_upload/Gremi...oll_05_2017.pdf

Die Regionalgruppen von Attac sind autonom, ebenso die thematisch
arbeitenden bundesweiten Arbeitsgruppen von Attac. Die Entscheidung von
Attac Cottbus, mit einem Stand bei dem Festival vertreten zu sein, liegt
allein bei der Regionalgruppe. Attac Deutschland sieht diese Beteiligung
kritisch.

Attac versteht sich als Teil der Friedensbewegung und engagiert sich
u.a. gegen die völkerrechtswidrigen Drohneneinsätze der US-Regierung von
der Ramstein Air Base und dem US-Afrika-Kommando in Stuttgart aus:
http://www.attac.de/neuigkeiten/detailan...6d4eeaa8296de0b

Zugleich hat sich Attac im Zuge der so genannten Montagsmahnwachen
wiederholt kritisch zu rechten bzw. nach rechts offenen Strömungen in
der Friedensbewegung geäußert - u.a. hier:
www.attac.de/neuigkeiten/detailansicht/n...2777c5fb0572477
www.attac.de/neuigkeiten/detailansicht/n...c47d55e53e0eb8b


Damit dürfte die Angelegenheit geklärt sein.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#9 von Albero , 16.08.2017 13:45

Alles klar, klar wie Erbsensuppe.

Die beiden am Schluss verlinkten Statements sind sehr gut. Aber was nutzt das, wenn einzelne AGs und Ortsgruppen autonom sind und sich über einen, in ausgeklügelter demokratischer Prozedur beschlossenen Konsens hinwegsetzen dürfen. Sie können ganz einfach machen was sie wollen und den Namen Attac für ihre separaten Interessen benutzen. Dann helfen auch keine intelligenten Stellungnahmen. Da ist der Wurm drin.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#10 von Richard Maxheim , 16.08.2017 16:55

Ja, das muss man leider so sagen.


 
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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#11 von Albero , 17.08.2017 00:49

Dann habe ich mir die Liste des Stopp-Ramstein-Koordinationskreises etwas näher angeschaut. Die 24 Mitglieder sind auf ganz Deutschland verteilt und gehören verschieden Initiativen und Organisationen an, so wie Mike Nagler aus Leipzig zu Attac. Die meisten, einschließlich dem Sprecher Reiner Braun 6 an der Zahl, stammen aus Berlin. Pascal Luig dürfte der organisatorische Adlatus von Braun sein. Man kann ihn in verschieden Videos bei Youtube in Aktion sehen. Es ist offensichtlich, dass die Kampagne vom IPB-IALANA-INES-NatWiss-Konsortium zentral aus Berlin dirigiert wird. Nur drei der Protagonisten sind aus der betroffenen Region, zwei aus Kaiserslautern und Roland Vogt aus Bad Dürkheim. Dieser dürfte von allen Beteiligten der bekannteste sein. Ein alter Hase aus der Friedensbewegung, der eigentlich wissen müsste, wie bei der Querfront der Hase läuft. Vermutlich war er immer schon etwas unvorsichtig. 1982 glaubten namhafte Grüne mit dem libyschen „Revolutionsführer“ Gaddafi reden zu können und folgten seiner Einladung. Vielleicht hat der angebliche Dritte Weg seines Grünen Buches sie dazu verleitet. Roland Vogt war mit dabei.


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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#12 von Richard Maxheim , 17.08.2017 19:49

Ja, diese Reise nach Tripolis war – gelinde gesagt – politisch unklug. Sie hatte zu erheblichen Irritationen geführt. Ich bin damals bei den Grünen ausgetreten. Aber das ist Schnee von vorgestern. Roland Vogt hatte mit den Jahren vorbildliche Arbeit bei der Konversion militärischer Anlagen geleistet und hat von daher einen guten Ruf zu verlieren. Ich bin auch erstaunt, dass er sich jetzt von der Querfront vereinnahmen lässt. Deshalb habe ich ihm heute geschrieben und ihm angeraten, diesen Kreis zu verlassen.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#13 von Albero , 18.08.2017 15:40

Interessantes Interview beim inzwischen einschlägig bekannten Querfrontsender KenFM:
https://kenfm.de/der-rote-tisch-pascal-luig/

Da befragt Pedram Shahyar aus Berlin, selbst Mitglied des Koordinationskreises von Stopp Ramstein, den braun'schen Adlatus Pascal Luig aus Berlin, so als käme er selbst von einem anderen Stern. Sie siezen sich sogar. Das perfekte Schmierentheater, oder fast perfekt, denn darauf könne nur Leute hereinfallen, denen die Szene unbekannt ist. Aber so sind sie, die alternativen Medien, auf welche die Querfront ihre Propaganda stützt. Für unbedarfte Mitläufer geht das völlig in Ordnung.

Natürlich ist vieles, was in dem Interview als Dialog inszeniert wurde, nicht von der Hand zu weisen. Das Einmischen von Fakten und ihre Umdeutung ist eine gängige Methode der Manipulation. Das praktizieren selbstverständlich nicht nur die Querfrontler. Man muss genau hinhören, um die Klöpse zu erkennen. Hier ein Beispiel aus diesem Interview:
Ab Minute 12:30 wird der von Ramstein aus kommandierte Raketenabwehrschirm angesprochen. Luig unterstellt den USA von Anfang an eine Erstschlagsabsicht, bei der die Raketenabwehr als Schutz vor einem russischen Gegenschlag herhalten muss. Deshalb soll sich Russland ja auch vor diesem Schirm so sehr fürchten. Die Amis sind die Bösen. Hier haben wir ein deutliches Indiz dafür, wie sehr die Kampagne Stopp Ramstein von der russischen Propaganda beeinflusst wird. Es geht in Wirklichkeit nicht darum, für Abrüstung und Frieden zu demonstrieren, sondern Anti-NATO-Stimmung in der Bevölkerung zu schüren. Zum Schluss des Interviews beschwört Luig dafür den „Druck von der Straße“.

Wer wirklich gegen den Rüstungswahnsinn und für den Weltfrieden demonstrieren möchte, sollte sich diese >>> Kritik der Friedensbewegung zu Gemüte führen und sich nicht von diesem durchsichtigen Stopp-Ramstein-Zirkus einspannen lassen.

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RE: Die Pseudo-Friedensbewegung der Querfront

#14 von Richard Maxheim , 20.08.2017 01:51

Damit kein falscher Eindruck entsteht, muss ich hier auch mal deutlich darauf hinweisen, dass unsere Kritik an der Querfront ganz und gar nicht heißen soll, wir seien nicht gegen Rüstung und Krieg, hätten dazu vielleicht eine neutrale Ansicht oder wären sogar damit einverstanden, was die USA weltweit unternehmen. Ich denke diesbezüglich für alle derzeitigen Teilnehmer dieses Forums sprechen zu können: Krieg ist die Fortsetzung von schlechter Politik mit unmenschlichen Mitteln und muss deshalb abgeschafft werden. Das geht aber nur, wenn die Politik besser wird und eine Weltordnung entwickelt, die kriegerische Auseinandersetzungen weitestgehend unmöglich macht.

Proteste gegen schlechte Politik sind deshalb notwendig, Demonstrationen gegen den Rüstungswahnsinn legitim. Nur bekommt man damit alleine so etwas wie diesen Militär-Moloch Ramstein niemals weg. Es müssten dafür günstigere weltpolitische Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dazu gehört mehr als lediglich Empörung. Deshalb ist der Protest nur gegen eine Seite des Problems nicht geeignet, ja sogar schädlich und spielt dem Gegenpart in diesem Machtpoker in die Hände. Die Stopp-Ramstein-Kampagne ist einseitig und deshalb unglaubwürdig. Würden die Protagonisten dieser Pseudo-Friedensbewegung größeren Zulauf bekommen und die Oberhand gewinnen, wäre das eine üble Entwicklung für jede seriöse, politische Friedensarbeit in Deutschland.

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Auslandsstützpunkte und Völkerrecht

#15 von Markus Rabanus , 21.08.2017 12:30

Ich nahm eine Ramstein-Debatte zum Anlass für grundsätzlichere Ausführungen, um eben auch Nationalisten und Putin-Sputniks mal ein bisschen zu erläutern, dass es mit Feindbildern weniger getan ist als mit allgemeinverbindlichen Vorstellungen und Regelungen zum Frieden.

>> http://inidia.de/auslandsstuetzpunkte.htm


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