Zum Brexit und Separatismus

#1 von Markus Rabanus , 20.09.2017 14:26

@Politiker! Lernt daraus, denn es war falsch,

dass der Beitritt zur EU so einfach gemacht wurde, dass minimale Mehrheit genügte,
wie es folglich auch falsch ist, dass man sich aus der EU mit minimalen Mehrheiten verabschieden kann.

Eine politische und wirtschaftliche Union ist keine "Ehe" - und selbst bei einer Ehe kann man sich nicht so einfach "davonstehlen", sondern hat sich einem Gericht zu stellen, das über die Rechtsfolgen entscheidet.

Desgleichen hat für Separatismus zu gelten: Wer sich abspalten will, müsste die Zustimmung der übrigen Nation benötigen.

Entsprechend hätte die EU auf den katalanischen Separatismus zu reagieren, also "No", falls sich die Katalanen Hoffnung auf EU-Mitgliedschaft machen, es sei denn, dass Spanien einwilligt.

Entsprechend selbstverständlich auch, was die schottischen Separatisten anbelangt.
Schottland muss draußen bleiben, wenn Großbritannien nicht drin bleibt.

Die EU ist angetreten, um Europa zu vereinen - und nicht dazu, die Staaten zu zersplittern oder Zersplitterung zu belohnen.

Wenn Pragmatismus Prinzipienlosigkeit sein dürfte, dann ist Pragmatismus korrupt und darf nicht unsere Art Pragmatismus sein.


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Selbstbestimmungsrecht auf Irrwegen

#2 von Markus Rabanus , 23.10.2017 12:45

Wie der UNO-Pazifismus auf Distanz und Konfrontation mit der Heiligen Kuh "Selbstverteidigungsrecht" geht, so ähnlich schwierig ist es mit der Heiligen Kuh "Selbstbestimmungsrecht",
denn mit Selbstbestimmungsparolen werden Solidargemeinschaften regionalistisch, provinzialistisch aufgelöst und hordistisch gegeneinander aufgebracht.

Da hinreichend in den Nachrichten, kann die Aufzählung der Konfliktregionen erspart werden. Es ist jedenfalls ein globales Problem, dass sich das "Selbstbestimmungsrecht der Nationen" zu wenig subsidiär verstanden wird.

Es fehlt an klarer Formel, wonach sich die "Selbstbestimmung" im Politischen in "Mitbestimmung" zu realisieren hat und nicht in der Auflösung von Solidargemeinschaften.

Die Friedensforschung hat sich dem Problem zu stellen, dass in vieler Geschichte ausgerechnet der Krieg bzw. der äußere Feind zum Zusammenhalt der Bedrohten führte und deren Unterschiede nicht zu Gegensätzen pervertieren ließ.

Fehlt der äußere Feind, treten nachrangige Interessenwidersprüche in Vordergrund und werden zur regionalen Friedensgefährdung.

Nun werden wir deshalb keinen äußeren Feind fordern, aber müssen dafür sorgen, dass die Vernunft der Solidarität ohne äußere Bedrohung auskommt und die Entsolidarisierung als Friedensgefährdung erkennt.


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RE: Selbstbestimmungsrecht auf Irrwegen

#3 von Richard Maxheim , 23.10.2017 15:55

Der "äußere Feind" ist ein interessanter Aspekt. Irgend jemand aus der Friedensforschung bezeichnete das mal als ET-Effekt. Also, wenn plötzlich Außerirdische ankommen würden und uns alle machen wollten, wären sehr schnell Amis wie Russen, Chinesen wie Katalanen ein Kopp und ein Arsch. Geschehen in vielen Hollywood-Filmen, wie z.B. Independent Day. Ähnlich bei Filmen über drohende Asteroideneinschläge. Die Amerikaner sind dabei natürlich immer die führenden Helden.

Die grünen Monster sind Fantasy, aber Asteroideneinschläge wären real. Sie werden komischerweise immer noch als „äußerst unwahrscheinlich“ angesehen. Wenn es allerdings eines Tag heißt: „Am 12. Februar 2021 ist der Weltuntergang“, dann geht es aber rund. Und es gibt ja schon mehr als genug ET's auf der Skala unserer menschheitsbedrohenden Weltprobleme, das müsste doch langsam allen klar werden. Von daher sind wir als Mondialisten schon auf dem richtigen Weg.

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Offener Brief an Separatismus-Prof. Schönberger

#4 von Markus Rabanus , 31.10.2017 15:53

Bezug ist die pro-sepataratistische Petition des Herrn Schönberger, die inzwischen mehr als 40.000 Unterstützer hat.

Veröffentlicht bis kurz vor Mitternacht nur hier, um etwaigem Korrekturbedarf zu genügen.
Anschließend veröffentliche ich es auf den passenden IniDia-Blogs, wo es dann einige Hundert lesen werden.

Und auch wenn das an Öffentlichkeit nicht genügen kann, erübrigt es immerhin nicht die Mühen der systematischen "Selbstfindung" ;-), wie mit separatistischen Tendenzen umzugehen ist.

Also hier zum "Offener-Brief.de" vorab:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Axel Schönberger,

der erste Satz Ihres Petitionstextes lautet: "Katalonien ist die größte europäische Nation ohne eigenen Staat."

Frage an Sie: Wer wäre Ihnen die zweitgrößte, drittgrößte, siebtgrößte "Nation ohne eigenen Staat"?
In Betracht von rund 6.500 Muttersprachen hätten wir auf unserem Globus eine Menge neuer Grenzen zu ziehen, wenn ein monokultur-völkisches Staatsverständnis richtig wäre.

Ihr zweiter Satz: "Die Katalanen blicken stolz auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück."

Tun das "die Katalanen"? Es gibt auch andere. Und vermutlich möchte kaum jemand in die Zeiten der Erbfolgekriege zurück, die nun für die Abspaltung herhalten.

Brächte es bspw. die Lausitz voran, wenn die Sorben einen eigenen Nationalstaat errichten? Auch die Sorben "blicken stolz auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück". Das sorbische Herrschaftsgebiet reichte mitunter von der Ostsee bis ans Mittelmeer, war um ein Vielfaches größer als es den Katalonen je vergönnt, aber nicht zuletzt wegen innersorbischer Rivalitäten kam man über gelegentlich erfolgreiche Raubzüge ins Thüringsche nicht hinaus, verpasste organisatorisch, was dann die anderen "Nationen" Europas ganz, ganz stolz jahrhundertelang mit Kriegen an Grenzen zogen oder verschoben.

Ihr dritter Satz: "Ihre großartige Literatur und Kultur ist wesentlicher Teil Europas."

Großartige Literatur ist selten an bloß eine Sprache gekettet und war in allen mir bekannten Fällen eher Argument gegen nationalistische Kleinkariertheit.

Desweiteren behaupten Sie: "Das Recht auf freie, friedliche und demokratische Selbstbestimmung einer Nation steht über den rechtlichen Schranken eines Staates, ..."

Für jede Gruppe von Menschen kann sich politisch nicht grundsätzlich anderes bewähren als es sich für jeden einzelnen Menschen bewährt: So verwirklicht sich auch Ihr Menschenrecht auf freie, friedliche und demokratische Selbstbestimmung in politischen Belangen als Mitbestimmungsrecht und steht nicht "über den rechtlichen Schranken des Staates" bzw. nicht über der gemeinsamen Rechtsordnung.
Nur wenn eine Rechtsordnung die Selbstbestimmung in Ausübung der Mitbestimmung verwehrt oder gegenüber anderen Rechtsordnungsmitgliedern benachteiligt, wäre sie verkehrt und müsste überwunden werden.

Für den Moment wäre es hilfreich, wenn Sie sich von Kollegen der Staatsrechtslehre und Politologie über die Termini "Selbstbestimmung" und "Demokratie" informieren lassen, wenngleich auch Ihnen als Sprachwissenschaftler bewusst sein sollte, dass Sprache zuförderst der Verständigung dient und weniger dem Barrierenbau.

Sie behaupten in Bezug auf die Katalanen: "... (spanische) Staat, der Millionen von Menschen, die sich in und von ihm als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse behandelt fühlen, seine Rechtsordnung aufzwingen will."

Welche politischen oder meinethalben auch kulturellen Rechte der gewöhnliche Madrider dem gewöhnlichen Barceloner voraus haben könnte.

Inzwischen erfreut sich Ihre Petition zwar massenhafter Unterstützung, aber wahre Größe erfreut sich großen Zuspruchs nur dann, wenn für die richtige Sache.

Die völkische Zerfledderung unseres Kontinents fördert weder die Freiheit, den Frieden noch die Selbstbestimmung und wäre der Welt wieder einamal schlechtes Vorbild.
Vielmehr kommt es darauf an, den vielen gemeinsamen Anforderungen gemeinschaftlichere Ordnung zu schaffen und menschenrechtlich statt völkisch Fortschritt zu machen,

Seien Sie so nett und überschlafen diese Kritik. Man lernt nie aus. Und man ziehe auch Schlüsse daraus. Es wäre folglich richtig, wenn Sie Ihre Petition gut begründet widerrufen.

Mit weltbürgerlicheren Grüßen,
Markus Sebastian Rabanus / Berlin, 31.10.2017


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RE: Offener Brief an Separatismus-Prof. Schönberger

#5 von Albero , 31.10.2017 17:44

Exzellen!

Oben hast du "Katalonen" geschrieben. Wenn du das auf deiner Seite hast, könnte es Richard bei der Petiton als Neuigkeit verlinken.


Glaubt ihr etwa alles, was n i c h t in den Zeitungen steht?

 
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RE: Offener Brief an Separatismus-Prof. Schönberger

#6 von Markus Rabanus , 31.10.2017 21:15

Okay, "Katalonen" klingt echt zu krass nach "Klingonen" ;-)

Zwei, drei andere Glättungen vorgenommen und veröffentlicht, z.B. in den Blogs www.Offener-Brief.de und www.Internetjournal.de , aber auch auf unserem Server http://inidia.de/katalanischer_separatismus.htm

LG


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RE: Offener Brief an Separatismus-Prof. Schönberger

#7 von Richard Maxheim , 31.10.2017 22:36

Jawoll, das sitzt. Hier als erste Neuigkeit bei unserer Petition:

Volksgruppen aller Länder, entzweit euch!?

Richard


 
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