Weltbürgertage

#1 von Richard Maxheim , 14.01.2018 22:37

Am 30. des Monats soll in Paris eine Ratsversammlung der Citoyens du Monde stattfinden. Auf der Tagesordnung steht u.a. der Weltbürgertag. Favorisiert wird bereits der 20. März, da die Zeit um die Frühjahrs-Tag-und-Nacht-Gleiche in vielen Kulturen gefeiert wird und zu diesem Termin schon entsprechende Veranstaltungen von Weltbürgern stattfanden. Als Feiertag der Einheit der Menschheit in der Vielfalt würde ich den 20. März befürworten. Das wäre dann aber eine Sache mit stark kulturellem Charakter, „Weltgeselliges“ sozusagen.

Geht es jedoch um den politischen Aspekt des Weltbürgertums, dann wäre ein anderer Termin besser. Wir hatten ja das Thema bereits HIER. Nun habe ich noch einen anderen Vorschlag gemacht, der den organisierten Weltbürgern – insbesondere denen in Frankreich – eigentlich am nächsten liegen müsste:

19. November

Am 19. 11. 1948 meldeten sie die Weltbürger erstmals bei der UNO, unmittelbar in einer Generalversammlung, zu Wort.


Ich finde, wir sollten den 19. November zum internationalen Weltbürgertag ausrufen.
Er soll ein lebendiger Gedenktag werden, an dem wir jedes Jahr als Weltbürger, offiziell und öffentlich in den Medien, unsere Stimme vor den Vereinten Nationen erheben und unsere weltpolitischen Forderungen zum Ausdruck bringen. Natürlich nicht so dramatisch wie damals in Paris. Welcher Tag würde symbolisch dafür besser passen?

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RE: Weltbürgertag

#2 von Albero , 15.01.2018 13:48

Der 20./21. März ist für Weltgeselliges ganz gut. Da findet ja schon so vieles statt. Warum soll man da nicht multikulturell zusammen kommen und die Einheit der Menschheit in der Vielfalt feiern. Das kann auch religiös werden, z.B. Neujahrsfest der Baha'i, oder esoterisch. Auf der verlinkten Seite der bereits stattgefundenen Weltbürger-Veranstaltungen schwurbelt Rene Wadlow seine theosophischen Vorstellungen darüber. Zu dem Termin ist Irrationales nicht auszuschließen. Und die Kurden saufen bei ihrem New-Roz-Fest ganz schön einen.
Bleibt die Frage nach dem politischen Weltbürgertag. Wir hatten uns ja schon auf den Tag der Vereinten Nationen verständigt. Aber der 19. November würde passen. Nur können wir den nicht „ausrufen“. Das müsste dann schon von Paris aus geschehen. Wieso sind die Citoyens du Monde selber noch nicht auf die Idee gekommen?

Das fragt sich Albero


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RE: Weltbürgertag

#3 von Markus Rabanus , 15.01.2018 17:43

ich hatte sowat mal vor inzw. fast zwei Jahrzehnten als www.OneWorldDay.com auf den Neujahrestach jewünscht.
Mag gar nicht hinschauen ;-)
Aber am Neujahrstag ist ein Großteil der Menschheit einfach zu abgeschlafft von Silvester, um Großes zu denken, während andere Leut' vermutlich kurzfristigere Sorgen plagen.

Nach allem halte ich den 24.10. für unseren besten Weltbürgertag, denn uns geht es ja nicht um bloß friedliches Miteinander, sondern um die organisatorische Frage.

Das wiederum muss ja ganz und gar nicht bedeuten, dass wir uns zu anderen Anlässen enthalten. LG


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RE: Weltbürgertag

#4 von Renate Beck , 16.01.2018 06:11

Der 19.11. würde natürlich gut passen. Kommt drauf an wie man die Aktion heute sieht.
Mich würde interessieren wie das damals abgelaufen war. In dem Film sieht das nach Handgemenge aus. Das war ja auch nicht spontan sondern wurde bestimmt geplant.
Was wurde denn von der UNO genau gefordert? Gibt es dazu seriöse Quellen?
LG Renate

 
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RE: Weltbürgertag

#5 von Richard Maxheim , 16.01.2018 13:22

Es existieren über die damaligen Ereignisse eine ganze Reihe von Schilderungen, die aber wohl alle mehr oder weniger voneinander abgeschrieben wurden. In dem Artikel „Albert Camus und Garry Davis“ in der Zeitschrift „Weltgewissen“ Nr. 28 ab Seite 28 (PDF) findet sich eine davon. Da hat sich auch die Mär eingeschlichen, Garry Davis sei aus deutscher Gefangenschaft geflohen. Der Autor beruft sich auch auf eine Seite von Mögle-Stadel, der seinen Text wiederum von Garry Davis übersetzt hatte. Ob diese Informationslinie als verlässlich angesehen werden kann, mag bezweifelt werden.

Ja, die Aktion wurde damals sicherlich konspirativ geplant. Es dürften nur wenige eingeweiht gewesen sein, sonst wäre die Sache vorher aufgeflogen und man hätte von den Verdächtigen niemanden auf die Zuschauertribüne gelassen. Planer und Regisseur der „Operation Oran“ war Robert Soulage genannt Sarrazac und Garry Davis als Hauptdarsteller vorgesehen, der allerdings sehr schnell ergriffen und rausgeschmissen wurde. Die Aktion soll eine halbe Stunde gedauert haben, in der verschiedene Leute nacheinander Texte verlasen, bevor sie ebenfalls den Saal verlassen mussten. In dem Film sieht man Robert Soulage beim Vortrag. Laut einem deutschen Manuskript aus dem Jahr 1949 hatte er folgendes verkündet:

Zitat
Im Namen der Völker, die hier nicht vertreten sind, unterbreche ich sie. Meine Worte werden für sie zweifellos ohne Bedeutung sein. Und doch kann unser gemeinschaftliches Bedürfnis nach einer Weltordnung nicht länger vernachlässigt werden. Wir, die Völker, wir wollen den Frieden, den allein eine Weltregierung zu geben vermag. Die souveränen Staaten, die sie hier vertreten, entzweien uns, die Völker dieser Welt, und führen uns in den Abgrund des Krieges. Ich appelliere an sie, damit aufzuhören, uns weiter in der Illusion ihrer politischen Autorität zu halten. Ich appelliere an sie, unverzüglich eine verfassungsgebende Weltversammlung einzuberufen, die eine Standarte aufrichten soll, unter der sich alle Menschen vereinigen können, die Standarte der Souveränität einer einzigen Regierung für diese eine Welt. Wenn sie dieser Aufgabe nicht gewachsen sind, treten sie ab! Die Versammlung der Völker der Welt wird sich dann erheben, um diese Regierung zu errichten. Denn nichts weniger als das kann uns helfen.


Dieser Aufruf soll von Albert Camus aufgesetzt worden sein. Nachdem das alles vorbei war, konnten die Delegierten weiter über ihre souveränen, nationalen Interessen debattieren. Zeitgleich fand aber in einem nahen Café ein Pressekonferenz statt, in der Journalisten über die Aktion aufgeklärt wurden. Das Medienecho war beachtlich und führte für kurze Zeit zum bekannten Weltbürger-Strohfeuer mit zigtausenden begeisterten Anhängern. Auf jeden Fall war das eine gelungen PR-Aktion. Ob der obige Aufruf heute zünden würde, ist wohl eher fraglich. Man könnte aus dem damaligen Ereignis trotzdem eine interessante Weltbürger-Tradition gestalten:

An jedem 19. November bekommen die Vereinten Nationen die Leviten gelesen und konkrete Forderungen aufgetischt.

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RE: Weltbürgertag

#6 von Albero , 18.01.2018 13:17

Wenn man eine Linie hinein bekäme, könnte ich mich mit dem Weltbürgertag am 19. November anfreunden. So würden die Aktionen in einem mondialistischen Herbst aussehen:

1. Oktober – zum Tag der deutschen Einheit, Bestandsaufnahme und Wertung der deutschen Außenpolitik aus weltbürgerlicher Sicht.
24. Oktober – zum Tag der Vereinten Nationen, Wertung und Würdigung der Ergebnisse, Benennung der Defizite, der letzten UN-Generalversammlung vom September.
19. November – zum Tag der Weltbürger, konkrete weltbürgerliche Forderungen an die UNO und auch andere Adressaten, wie z.B. die EU oder die eigene Regierung.
10. Dezember – zum Tag der Menschenrechte, Bekräftigung der Forderungen aus menschenrechtlicher Perspektive unter Verwertung der Reaktionen.
24. Dezember – dann kommt das Christkind.

Ich würde den Weltbürgertag dann „Tag der Weltbürger“ nennen, denn es heißt ja auch nicht deutscher Einheitstag oder UNO-Tag. Und proklamieren braucht man ihn auch nicht. Es genügt ihn einfach zu machen. Wir nehmen den 19. November – natürlich mit historischem Bezug – als Tag der Weltbürger und lassen uns nicht davon irritieren, dass das gleichzeitig der Welt-Toiletten-Tag ist. Aber warten wir mal ab, was die Citoyen du Monde dazu meinen.


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RE: Weltbürgertag

#7 von Renate Beck , 21.01.2018 07:27

Dann sind die Forenthemen komplett im Terminplan:
Es gibt nur eine Erde am "Tag der Erde" 22. April.
Es gibt nur eine Menschheit am "Tag der Menschheit" 20. März.
Es gibt nur eine Gerechtigkeit am "Tag der Menschenrechte" 10. Dezember.
Es gibt nur einen Frieden am "Int. Tag des Friedens" 21. September.
Es gibt eine Hoffnung am "Tag der Vereinten Nationen" 24. Oktober.
Es gibt eine Ziel am "Tag der Weltbürger" 19. November.
Es gibt nicht nur Wassermänner am "Tag der Nixe" 21. Januar.
LG Renate

 
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RE: Weltbürgertag

#8 von Albero , 21.01.2018 13:31

Da haben wir aber das Jahr über genug zu tun.


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RE: Weltbürgertag

#9 von Richard Maxheim , 22.01.2018 22:29

Für den "Tag der Menschheit" hätte ich auch schon etwas:
Acht Milliarden Schritte - auf dem Weg zur Einheit der Menschheit

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RE: Weltbürgertag

#10 von Albero , 03.02.2018 19:50

Nicht zu vergessen: Europartag
Wobei des zwei davon gibt, am 5. und am 9. Mai. Vielleicht sollte man sich auf den 7. Mai einigen. Vom Ursprung her erscheint mir der 5. Mai einleuchtender. Allerdings weiß heute kaum jemand etwas mit dem Europarat anzufangen. Die EU hat es aber auch nicht geschafft, den 9. Mai offiziell zu deklarieren.


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RE: Weltbürgertag

#11 von Richard Maxheim , 03.02.2018 22:43

Ein Europatag wäre auch noch ganz gut. Da muss man mal ergründen, welcher der beiden Tage von den Pro-Europa-Organisationen bevorzugt wird. Klare Sache: Die europäische Einigung als Vorbild für die Welt. Das ist zwar im Moment ein wenig mau, aber ein besseres haben wir leider nicht.

Da wäre dann noch der Tag der Dreizehn am 3. März. Der Aufruf der 13 Weltbürger von Weltruf vom 3. März 1966 ist eine wesentliche Grundlage für die Arbeit des Weltbürger-Registers.
http://www.web-hostel.de/userdaten/00002...fruf_der_13.pdf

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Europatag und Tag der 13 Weltbürger

#12 von Richard Maxheim , 26.02.2018 14:29

Der 9. Mai ist offiziell als Europatag der EU deklariert. „Initiiert wurde der Feiertag 1985 beim Mailänder Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs. Dabei wurde auf Anregung des Adonnino-Ausschusses beschlossen, diesen Tag zur Erinnerung an das damalige Ereignis europaweit feierlich zu begehen.“
Quelle: http://www.kleiner-kalender.de/event/eur...r-eu/0290c.html
Den könnten wir nehmen.

Zum „Tag der 13 Weltbürger“ (3. März) habe ich heute eine Pressemitteilung bei openPR veröffentlicht. Rechtzeitig genug, damit Medien das aktuell nutzen können.
https://www.openpr.de/news/994135/3-Maer...Weltbuerger.htm

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RE: Weltbürgertag

#13 von Markus Rabanus , 26.02.2018 15:55

Übernommen ins Weltbürger-Facebook - ist meines Erachtens datumstechnisch dicht genug dran


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RE: Weltbürgertag

#14 von Albero , 05.03.2018 14:24

Was war denn da los? Gab es zum Tag der 13 irgendwo eine Veröffentlichung?


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RE: Weltbürgertag

#15 von Richard Maxheim , 11.03.2018 19:52

Mir ist keine Veröffentlichung bekannt. Solche extremen Ausschläge in der Statistik sind meistens Webcrawler, die das Netz nach Stoff für Suchmaschinen durchwühlen.

Über die Weltbürgertage habe ich eine Seite beim WCPA-Infodienst (siehe Navigation) begonnen. Falls es dazu noch Ideen gibt, kann ich sie berücksichtigen. Änderungen sind da jeder Zeit möglich.

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