Weltbürgersprache Esperanto

#1 von Richard Maxheim , 26.05.2016 12:52

Eine gemeinsame Sprache ist nicht immer ein Garant für friedliches Zusammenleben. Das zeigen die alltäglichen Streitereien unter den Menschen, bis hin in die Familien. Bei den Völkern ist das nicht anders: Siehe die deutschen Kriege vor der Reichsgründung, den amerikanischen Bürgerkrieg oder die Tragödie Jugoslawiens, von den unzähligen blutigen Revolutionen ganz zu schweigen. Aber gegenseitiges Verständnis zum Erreichen friedlicher Vereinbarungen, zur Etablierung eines gemeinsamen Rechts, zum geschäftsmäßigen Miteinander und zur Partnerschaft geht nur über ein Sprache. Da ist es von Vorteil, wenn man sich versteht.

Fragt man nach einer dafür geeigneten Weltsprache, dann hat für die heutige Zeit Englisch ganz klar das Rennen gemacht. Das liegt aber nicht daran, weil Englisch so schön ist und man es leicht erlernen kann, sondern in der Kolonialgeschichte des britischen Empires. Sie sorgte für die weltweite Verbreitung von Englisch. Darauf folgte dann die Weltmacht USA mit ihrer expansiven Wirtschaftskraft und militärischen Dominanz. Gegenwärtig sorgt die technische Entwicklung für die Fortsetzung, dass Englisch die Weltverkehrssprache bleibt. Daran könnten weder Spanier, Franzosen, Russen noch Chinesen noch etwas drehen.

Nur gibt es dafür keine Garantie für die Zukunft. Als Weltverkehrssprache wäre nämlich eine Plansprache wesentlich vorteilhafter und sie wäre frei von historischen Belastungen. Aller bisherigen Bemühungen, der Welt eine solche anzudienen, waren bisher ohne Erfolg. Es fehlt eben allgemein die dafür erforderliche Weitsicht, sonst wäre unsere Welt ja schon eine ganz andere, eine bessere. Wie sieht es aber aus bei den Menschen, die in ihren Zukunftsperspektiven unserer Zeit weit voraus sind?

Ja, ich meine damit die Weltbürger, insbesondere die mit weltpolitischem Bewusstsein. Welche Sprache wäre als Weltbügersprache besser geeignet als Esperanto? Die Menschen, welche Esperanto gelernt haben, sind faktisch Weltbürger, sonst hätten sie das nicht gemacht. Sie besitzen den Willen zur Einheit der Menschheit in der Vielfalt. Esperanto ist nicht nur einfacher und schneller zu erlernen wie jede andere Sprache auf der Welt, sondern auch ein Werkzeuge dafür, dass in einer globalisierten Welt die Kultursprachen der Völker nicht überlagert werden und aussterben.

Richard


 
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RE: Weltbürgersprache Esperanto

#2 von Albero , 26.05.2016 13:32

Esperanto hört sich gut an. Man kann es sprechen, ohne sich die Zunge dabei zu brechen.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: Weltbürgersprache Esperanto

#3 von Richard Maxheim , 26.05.2016 20:42

Ja, flüssig gesprochen hört das sich wirklich gut an. Singen kann man es auch: Esperanto-Musik. Es wäre sicherlich interessant und bestimmt eine tolle Werbung, wenn so etwas mal bei einem ESC eine Chance bekäme.

Das Weltbürgerregister in Paris veröffentlicht seine Informationen u.a. auch in Esperanto:
http://www.recim.org/cdm/enten-eo.htm

Auf der Seite der Weltbürger Weser-Ems gibt es ein Interview dazu:
https://wioglobal.wordpress.com/e-projek...anto-interview/

Diese Kleinpartei hat auch Esperanto im Programm:
http://www.eineweltpartei.de/esperanto.html

Das ist natürlich alles noch sehr dünn, was die Beteiligung der Weltbürger-Bewegung angeht.

Richard


 
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RE: Weltbürgersprache Esperanto

#4 von Albero , 29.05.2016 18:19

Nun habe ich mich etwas näher mit Esperanto befasst. Das ist ja nicht nur eine Sprache, sondern ein richtige Bewegung, die so eine Art Menschheitsenthusiasmus verbreitet. Das kann man gut aus der Esperanto-Hymne heraus hören.



Nicht übel, aber ich brauche keine positive Weltanschauung – die habe ich selber – sondern eine praktische Weltbürgersprache. Ein Nachteil von Esperanto: Es ist Raum fordernd. Man kennt das von anderen Sprachen. Der Engländer hat längst alles gesagt und der Franzose ist immer noch am schwätzen. Das ist nicht gerade rationell.

Aber das stört mich persönlich weniger, da ich eine Weltbürgersprache mehr zur schriftlichen Information und Kommunikation verwenden würde. Da finde ich die Sonderzeichen hinderlich. Dabei gibt es schon lange ein diesbezüglich verbessertes Esperanto = Ido. Die Esperanto-Bewegung scheint in der Beziehung wenig beweglich zu sein, sonst hätte sie schon längst Ido verinnerlicht.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: Weltbürgersprache Esperanto

#5 von Richard Maxheim , 31.05.2016 13:03

Ja, diese Sonderzeichen bei Esperanto stören mich auch. Ido ist da sicherlich rationeller, auch bei den Vokabeln. Aber wenn Ido-Anhänger eine internationale Konferenz veranstalten, reicht meistens ein Tisch in einer Gaststättenecke. Wenn wir eine Weltbürgersprache suchen, kommen wir an Esperanto nicht vorbei. Die Sprache wird sich zwangsläufig weiter entwickelt, auch wenn es da noch Gralshüter gibt, die das nicht wollen. Es spricht zwar viel für die Stabilität der Esperanto-Regeln, um die Exaktheit zu bewahren. Jedoch muss eine gewisse Flexibilität möglich sein, sonst erstarrt die Sache und sie hat keinen Fortschritt. Die Realität wird es richten.

Richard


 
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RE: Weltbürgersprache Esperanto

#6 von Richard Maxheim , 16.12.2016 00:54

Neue Buch über Esperanto erschienen:

Esther Schor – Bridge of Words – Esperanto and the dream of a universal language

Das Buch in englischer Sprache kam im Oktober dieses Jahres heraus. Die Autorin ist Professorin an der Universität von Princeton. Da hat eine Englischlehrerin in den USA die Vorteile von Esperanto erkannt.


 
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