Club of Budapest

#1 von Albero ( gelöscht ) , 04.07.2016 21:21

Club of Budapest
Ein New-Age-Krake zwischen Schein und Nichtsein


Es ist doch immer wieder erstaunlich, mit welchen merkwürdigen Vorstellungen manche Leute glauben, die Welt verbessern zu können. In Anlehnung an den renommierten Club of Rome gründete der ungarische Pianist und Pseudowissenschaftler Ervin László im Jahr 1993 den Club of Budapest. Um die Wichtigkeit des Clubs zu unterstreichen ernannte man eine ganze Reihe mehr oder weniger prominente Ehrenmitglieder. Die Seriosität dieser PR-Methode ist zumindest zweifelhaft.

Einen kritischen Überblick über die Aktivitäten des Clubs vermittelt das Psiram-Wiki. Darin werden auch einschlägige Verbindungen in die Esoterik-Szene aufgezeigt, wie z.B. zum Lucis Trust. In der Selbstbeschreibung seines Buches „Die Unteilbarkeit der Erde“ gibt Stephan Mögle-Stadel an, in den 90er Jahren Mitglied des Club of Budapest (er bezeichnet ihn falsch als Tochterorganisation des Club of Rome) gewesen zu sein.

2004 wurde die Kritik gegenüber dem Club of Budapest durch einen Artikel im Spiegel öffentlich. Verflechtungen wurden aufgedeckt, fauler Zauber, den viele nicht für möglich gehalten hätten. Sah das alles doch äußerlich so positiv aus. In der Folge trat Generalsekretär Peter Spiegel von seinem Posten zurück und aus dem Club aus. Ebenso löste sich das damals vom Club protegierte KDUN aus dessen Schirmherrschaft. Von der einstigen Kooperation mit dem Club ist heute bei der Global Marshall Plan Initiative nichts mehr zu finden. Auch der im Psiram-Wiki genannte Johannes Heimrath, 2010 bis 2013 Generalsekretär, ist nicht mehr im Namen des Clubs tätig.

Aktuell unterhält der Club of Budapest in Deutschland keine Repräsentanz. In wie weit noch vereinsrechtliche Fragmente existieren ist nicht bekannt. International sieht es mit dem Club nicht besser aus, auch wenn auf dessen Homepage bunte Fähnchen zu sehen sind. Mehr Schein als sein. Die Tentakel des Kraken sterben langsam ab. Und was die Phantasien von Ervin László betrifft: Das ist größtenteils esoterischer Humbug, banaler Psycho-Firlefanz. Mit so etwas lässt sich Wissenschaft nicht verbiegen.
https://www.youtube.com/watch?v=mMwuax4EhyI

Ab damit in die Tonne.

Albero
zuletzt bearbeitet 13.12.2018 02:08 | Top

RE: Blaue Tonne

#2 von Renate Beck ( gelöscht ) , 07.07.2016 13:13

Der alte Mann aus Budapest hat sich eine Parallelwelt zurechtgelegt in der er auch selbst zu leben scheint. Was da als anderer Bewusstseinszustand ausgegeben wird findet nur im Kopf statt und ist nichts weiter als Dösen. Das machen die alten Leute mit denen ich tagtäglich zu tun habe andauernd. Anders wäre ihr Zustand nicht erträglich.
Der Zappelfillip mit seinem Mystca TV hat ja lauter solche mysteriösen Gesprächspartner.
Ein ernst zu nehmender Wissenschaftler würde sich doch niemals in solch einen Dunstkreis begeben.
LG Renate

Renate Beck
zuletzt bearbeitet 13.12.2018 00:40 | Top

RE: Blaue Tonne

#3 von Mondialist , 07.07.2016 14:41

Hallo Renate,

bei Mystica TV („Wissen und Inspration > sic < für ein bewusstes Leben“, puuuuust) sind etliche knallharte Scharlatane, ja richtig üble Geldmacher zu sehen. Google nur mal die Namen zusammen mit „psiram“! Da hast du das ganze Elend.

Gruß
Richard


 
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zuletzt bearbeitet 10.07.2016 | Top

Club of Budapest in Deutschland

#4 von Albero ( gelöscht ) , 12.12.2018 23:55

Ein Veranstaltungstermin auf der Seite des WeQ-Institutes hat mich dazu veranlasst, die Beiträge zum „Club of Budapest“ aus der „Blauen Tonne für allerlei Unsinn“ abzutrennen und einen neuen Thread zu eröffnen. Am 3. Dezember sollte im Allianz-Forum Professor Ervin László die dritte „Pariser-Platz-Rede“ halten.
https://weq.institute/termine/

„DIE INTELLIGENZ DES KOSMOS – Wie schaffen wir eine sinnstiftende Zukunft?”

Außer dieser Ankündigung und dem Satz „Info & Anmeldung in der nächsten Woche“ ist von der Veranstaltung – 10 Tage nach dem Termin – weiter nichts zu lesen. Volles WeQ. Aber der Veranstalter ist ja nicht alleine das WeQ-Institute, sondern die „Pariser Platz Gemeinschaft der Anrainer“. Hier sind die Informationen zwar etwas ausführlicher, es ist – 10 Tage nach dem Termin – aber immer noch kein Bericht oder Video über die Rede in Sicht.

Interessant bei dieser Ankündigung ist nur der Hinweis: „Am Pariser Platz 6 wird im Kontext der 3. Pariser Platz Rede die deutsche Depandance des Club of Budapest eröffnet.“ Also will sich der Club wieder in Deutschland etablieren, 14 Jahre nach den damaligen Wirrungen. Da wird vermutlich Peter Spiegel wieder ein tolles zusätzliches Amt verliehen, denn er war ja schon einmal Generalsekretär. Aber bis jetzt sieht es so aus, als sei da nichts geschehen, womit die Wirrungen bereits ihre Fortsetzung finden.

Albero

RE: Club of Budapest in Deutschland

#5 von Mondialist , 13.12.2018 08:00

Deine Vermutung war richtig: Peter Spiegel ist jetzt „International Ambassador for Economic Affairs“. Er selbst scheint davon so begeistert zu sein, dass ihm bei seiner Rede stellenweise fast die Worte fehlten. Die ganze Show gibt es jetzt bei „Leben mit der Energiewende“ (1 Stunde 20 Minuten):


Der Vortrag von Herrn Lazslo ist nichts weiter als pseudowissenschaftlich kaschierte Esoterik; ein Gemenge von Gemeinplätzen, Schöngeisterei, Hoffnung auf Schmetterlingseffekte und New Age Fantasy. So etwas führt zu keiner sinnstiftende Zukunft, sondern stiftet eher Verwirrung.
Und Frau Lorenz sollte sich, anstatt vom Frieden zu träumen, besser dafür einsetzen, dass sich ihr Arbeitgeber, die Allianz, aus dem internationalen Waffengeschäft zurückzieht.

Richard


 
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RE: Club of Budapest in Deutschland

#6 von Albero ( gelöscht ) , 13.12.2018 14:56

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Seltsam, dass die Veranstalter nicht selber den Vortrag veröffentlicht haben. Ich finde bei ihnen auch nirgends ein Link zu diesem ebenso seltsamen YouTube-Kanal. Aber beim Pariser Platz braucht man sich wirklich über nichts mehr zu wundern. Es gab ja eine Pressemitteilung (PDF) zur Veranstaltungsankündigung. Ich habe im Netz keinen Presseartikel darüber gefunden. Überhaupt ist es nicht so einfach über den „Club of Budapest zu“ recherchieren. Man muss sich erste einmal durch das Nachtleben der ungarischen Hauptstadt googlen. Wir sollten die Anrainergemeinschaft über unsere Kritik zu der 3. Pariser Platz Rede in Kenntnis setzen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Sache dem einen oder anderen Anrainer peinlich ist und dass sie in Zukunft diesbezüglich etwas besser aufpassen werden.

Albero

RE: Club of Budapest in Deutschland

#7 von Mondialist , 14.12.2018 12:26

Das Video mit dem Vortrag von Ervin Laszlo ist jetzt auf der Website der Anrainergemeinschaft eingebunden. Der YouTube-Kanal hängt wohl mit den Aktivitäten von Franz Alt zusammen. Das Video wurde vorgestern Abend bei dem „TV“ als Livestream uraufgeführt. Das wurde auch auf dessen Facebook-Seite so angekündigt. Es waren 5 Zuschauer angezeigt, kurzzeitig auch mal 8. Tolle Einschaltquote. Vielleicht können Numerologen etwas damit anfangen.

Da das Video jetzt offizielle bei den Anrainer steht, können die ja auch selbst nachschauen, ob ihnen die Sache behagt. Die Gemeinschaft der Anrainer des Pariser Platzes besteht immerhin aus mehr als 20 Mitgliedern, welche Leute bezahlen, die für PR und Imagepflege zuständig sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die alle dermaßen zugebremst sind, dass ihnen dieses Theater nicht spanisch vorkommt. Lassen wir den intellektuellen Selbstheilungskräften ihren Lauf.

Richard


 
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RE: Club of Budapest in Deutschland

#8 von Albero ( gelöscht ) , 17.12.2018 10:46

Es ist ja gut, dass diese „Pariser Platz Rede“ nur geringe Resonanz findet. Was der „Professor“ fabuliert, ist natürlich Humbug und hat mit Wissenschaft so gut wie nichts zu tun. Aber das irrationale Weltbild Lászlós ist ja schon lange bekannt. Von daher ist es bemerkenswert, dass es überhaupt zu dieser Veranstaltung kam. Hat denn niemand von der Anrainern dagegen Einspruch erhoben? Mir scheint es mit dem Intellekt da nicht allzu weit her zu sein.
Was Peter Spiegel betrifft, dürften doch die Geschichte „Future for All“ sowie die Aktion mit dem globalen Mindeslohn uns gelehrt haben, seinen Aktivitäten grundsätzlich mit Skepsis zu begegnen. Dass er jetzt noch als internationaler Wirtschaftsbotschafter des Club of Budapest auftritt, mag für ihn eine Bereicherung seiner schillernden Vita bedeuten, sollte für uns aber ein deutliches Warnsignal sein.
Das schlägt dann zwangsläufig auf den Verein „Democacy Without Borders“ durch. Wir sollten nämlich die Augen nicht davor verschließen, dass DWB unter der Adresse Berliner Platz 6 läuft, also bei der WeQ-Foundation angesiedelt ist, dass WeQ als offizieller Sponsor von DWB aufgeführt wird und Peter Spiegel im Impressum als alleinvertretungsberechtigtes Vorstandsmitglied neben Andreas Bummel genannt wird. Deshalb ist hier eine bedenkliche Einflussnahme nicht auszuschließen. Ich würde sogar sagen: sie liegt auf der Hand.

Dann noch zum Club of Budapest: Es gibt bei Psiram bereits Artikel über Ervin László und den von ihm gegründeten Club of Budapest. Leider befindet sich der Artikel über den Club nicht mehr auf dem neuesten Stand, was seine Vertretung in Deutschland betrifft.

Zitat
Der CoB unterstützte ferner die Initiative "Komitee für eine demokratische UNO" (jetzt "Democracy Without Borders"/Admin). Diese hat die Schirmherrschaft des CoB im April 2005 wegen "gravierender CoB-interner Entwicklungen", die das "besondere Vertrauensverhältnis" beschädigt hätten, gekündigt.


Das Vertrauensverhältnis scheint nun wieder hergestellt zu sein. Sonst würde Peter Spiegel wohl kaum erneut die „deutsche Depandance“ übernehmen.
Ein Augenmerk noch auf die Organisation des CoB: Unmittelbar hinter dem Präsidenten folgt als „Science Director“ Dr. Maria Sagi, welche auch als Generalsekretärin fungieren soll. Sehr aufschlussreich die Info bei geomantie.net:

Zitat
Dr. hab. Psych. Maria Sagi lebt in Budapest. Seit 1983 ganzheitliche medizinische Praxis; seit 10 Jahren Neue Homöopathie in Praxis und Lehre. Mitabeiterin der Ungarischen Akademie der Wissenschaften, Institut für Kulturforschung. Wichtige Erkenntnisse sammelte sie in intensiver Heilungsarbeit zusammen mit Erich Körbler, mit dem sie an der Entwicklung der Neuen Homöopathie arbeitete, und ihrem Bruder Istvan Sagi.


Was bedeutet die Neue Homöopathie nach Erich Körbler?
Da geht’s krass in die Gummizelle.

Albero
zuletzt bearbeitet 20.12.2018 12:55 | Top

RE: Club of Budapest in Deutschland

#9 von Renate Beck ( gelöscht ) , 23.12.2018 12:53

Wieder nur Schaumschlägerei. Über Peter Spiegel braucht man kein Wort mehr zu verlieren. Ich glaube nicht dass er viel für den Club of Budapest reißen wird oder erheblichen Einfluss auf Demokratie ohne Grenzen hat. Da läuft alles ordentlich. Immer aktuelle Infos. Man sieht an der Website dass das jemand macht auf den man sich verlassen kann. Natürlich wäre es besser wenn da eine andere Adresse stünde. Vielleicht sollt jemand Andreas Bummel das mal sagen.
LG Renate

Renate Beck

RE: Club of Budapest in Deutschland

#10 von Mondialist , 04.02.2019 13:00

Andreas Bummel weiß von der hiesigen Kritik.

Auf der offiziellen Website des Club of Budapest habe ich nichts über die Veranstaltung in Berlin gefunden. Es existiert eine Facebook-Seite, auf der eine Vielzahl von Bildern aus Berlin veröffentlicht sind. Da hat jemand den gesamten Speicher seiner Kamera ausgekippt. Das kitschige Titelbild der Seite symbolisiert ungewollt den Eindruck, als sei das Budapest dieses Clubs bereits weit außerhalb der irdischen Realität. Ansonsten dient die Seite hauptsächlich der Beweihräucherung von Ervin Laszlo. Man beachte auch den Shop mit der Reklame für diese irrsinnige „Neuen Homöopathie“.



https://www.facebook.com/clubbudapestinternational/

Ich konnte mir nicht verkneifen, eine entsprechende Bemerkung auf die Seite zu posten. Dass ein vertretungsberechtigtes Vorstandmitglied von Democracy without Borders den Laszlo-Club offiziell in Deutschland vertritt, finde ich belastend. Bei aller sonstigen positiven Einschätzung von DwB, kann das leider nicht ohne Konsequenzen bleiben.

Richard


 
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zuletzt bearbeitet 04.02.2019 | Top

   

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