Blaue Tonne für allerlei Unsinn

#1 von Albero , 30.05.2016 18:03

Befasst man sich im Internet mit Zukunftsfragen, dann muss man leider schnell feststellen, dass es auf dem Gebiet von Wirrköpfen nur so wimmelt. Das Spektrum reicht von Pseudowissenschaftlern, die oft bei Unbedarften Zuspruch finden, bis hin zu totalen Irrläufern, wo selbst der Dümmste merken müsste, dass da was nicht stimmen kann. Das war schon immer so, nur mussten diese Leute früher viel Zeit und Geld aufwenden, um ihre Weisheiten in die Welt zu bringen. Heute kann jeder Möchtegern über Youtube sein eigenes Fernsehen produzieren und Volksreden halten.

Deshalb muss man gerade als Weltbürger vorsichtig sein und stets genau hinschauen, was wer einem da weiß machen möchte. Besonders wenn der Begriff „Wahrheit“ auftaucht, ist Skepsis geboten. Für solche Fälle habe ich diesen Thread eröffnet. Man kann sich diesbezüglich aber nicht um alles kümmern, es wäre einfach zu viel. Ich empfehle in solchen Fällen das Spezialwiki Psiram zu bemühen. Wenn allerdings das Thema „Weltbürger“, auch was damit unmittelbar zusammen hängt, betroffen ist und auf solche Weise diskreditiert wird, dann kommt das hier in die Blaue Tonne. Damit da keine Missverständnisse entstehen. Und ich habe auch schon was.


Freie Danziger „Weltbürger“ aus dem Schweizer Rheintal

Es kam eine Anmeldung fürs Forum. Wunderbar, endlich meldete sich mal jemand an, mit einer Mailadresse mit „frieden“ und „worldcitizenship“. Da wollte ich vor der Freischaltung doch lieber nachschauen, was für ein „ship“ das sein soll. Und so kam ich auf das hier:


Aus den Ausführungen auf dieser Website war schnell zu erkennen, dass sich da jemand sein eigenes Recht zusammen gezimmert hat. Eine weitere, sehr aufwändig gestaltete Website aus der Ecke bringt das ganze Ausmaß dieses Unsinns zu Tage. Es existiert sogar eine Regierungserklärung. Und über die gelangen wir dann zum Spiritus Rector, der dahinter steckt:

Beowulf von Prince

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Auf solche „Weltbürger“ können wir hier gut und gerne verzichten.


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RE: Blaue Tonne

#2 von Richard Maxheim , 30.05.2016 22:38

Politischen Wirrköpfe sind tatsächlich ein Problem in der Weltbürger-Bewegung, nicht erst seit gestern. Sie schaden dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit enorm. Aber hier handelt es sich ja noch nicht einmal ansatzweise um Weltbürger. Die Leute missbrauchen das einfach für ihre fraglichen Zwecke. Was könnte man dagegen unternehmen?

Wenn man „Beowulf von Prince“ googled kommt einiges zum Vorschein. Das haltlose Geschwurbel in dem Interview bei Bewusst TV ist ja eigentlich völlig belanglos. Die Verbindungen dagegen sind aufschlussreich. Daraus kann man sehen, in welch einer Szene die „Danziger“ verstrickt sind. Dieser Jo Conrad lässt mit seinem Kasperl-Fernsehen wirklich keine schräge Sache aus. Haarsträubend sein Engagement beim „Fürstentum Germania“. Wenn man das gelesen hat, muss man erst einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle nehmen.

Aus dem Psiram-Artikel geht auch hervor, dass dort welche den World-Passport für sich entdeckt haben. Da besteht ja sowieso schon eine merkwürdige Nachfrage nach wertlosen Fantasie-Ausweisen. Sicherlich lässt sich damit gut Geld machen. Psiram schreibt:

Zitat
Eine von einem Jessie Marsson-Dumanch im Internet gezeigte Ausweis-Fotokopie ist wertlos, da es sich um einen der sogenannten blauen Pässe handelt, die als Fantasiepass von der US-amerikanischen Firma WSA (World Service Authority) an Weltbürger verkauft wird und nicht als legitimes Ausweisdokument betrachtet werden kann. Diese Spaßpässe werden für 120 Euro auch über oder zusammen mit Marsson vom Verein live Net Concept 2010 e.V. von Uwe Behnken als Passagentur verkauft. Der Verein warnt auf der dazugehörigen Webseite allerdings selbst vor dem Gebrauch dieser Pässe, da diese "noch nicht gelten" würden, sich aber hervorragend zur spielerischen Legitimation in allen Bereichen eignen würden.


Bei Word Service Authority handelt es sich um die Organisation des 2013 verstorbenen „Weltbürger Nr. 1“ Garry Davis. Es wäre mal zu recherchieren, wie die WSA mit diesen Leuten ins Geschäft gekommen ist.

Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#3 von Albero , 01.06.2016 00:05

Die Weltbürgerorganisation des Stephan Mögle-Stadel

Wegen der dubiosen Geschichte mit dem World Passport bin ich auf eine Homepage gelangt, die in mir sogleich Zweifel an deren Seriosität erweckte. Ein Kandidat für die Blaue Tonne. Auffallend eifrig wird dort ein Stephan Mögle-Stadel in den Mittelpunkt gestellt bzw. macht das selbst. Das fängt schon mit dem Header der Startseite an, wo sein Gesicht zwischen Fotos bekannten Persönlichkeiten eingereiht ist:
http://www.weltdemokratie.de/

Ansonsten bieten der Webauftritt ein nicht besonders professionell gestaltetes Sammelsurium alter und etwas jüngerer Aktivitäten, größtenteils als Selbstdarstellung von Mögle-Stadel. Man findet da auch eine Seite zum World Passport:
http://www.weltdemokratie.de/033d3a9c470...rgerpaesse.html

Mögle-Stadel hat natürlich einen mit „h.c.“ und darf damit angeblich ins UNO-Gebäude. Ein Foto soll das belegen. Die Dame vom Sicherheitsdienst war offensichtlich belustigt und hat ihn garantiert nicht ohne seinen Hausausweis passieren lassen. Das sind die kleinen PR-Tricks. Genau so, wie man Julian Assange einen solchen Spielpass ausstellen, zuschicken und dann ohne zu lügen behaupten kann: Er hat einen. Aber wie kommt ein Normalsterblicher zu solch einem Ding?

Da ist zu lesen, dass die deutschsprachige Weltbürgerpassagentur „vakant“ ist und die kommissarische Betreuung (was immer das auch sein mag) einem Harald Aschenmayer obliegt. Aber wie erreicht man diesen Betreuungskommissar? Und wer war davor Inhaber der Agentur? Dazu habe ich diese versteckte Seite gefunden:
http://www.weltdemokratie.de/printable/0...rgerpaesse.html

Es stimmt also, was bei Psiram geschrieben steht. Aber das ist nun vorbei, denn dieses live Net Concept 2010 besteht nicht mehr und jener Uwe Behnken nennt sich jetzt Uwe H. Lausen. „Da wir in einer Demokratie leben, wo das Recht der freien Meinungsfreiheit gilt, sind wir für die Veröffentlichung unserer freien Meinung nicht haftbar!“ Piep-piep.

Wieso haben Mögle-Stadel und seine Mitstreiter nicht gemerkt, mit was für einer Szene sie sich da einlassen? Man kann das doch alles ganz leicht im Internet finden. Oder sind die etwa selber so drauf? Die Tatsache, dass Mögle-Stadel beim Alpenparlament aufgetreten ist, überzeugt mich nicht gerade vom Gegenteil.
"Enthüllungsjournalist", piep-piep.
https://www.youtube.com/watch?v=RO_T2uFwl0g

Es kommt noch toller. Hier haben wir das Pressebüro dieses Herrn. Aus seiner Bildungslegende geht hervor, dass er auch die bedenkliche Psycho-Quacksalberei von Bert Hellinger gelernt hat. Und was er wohl noch alles vor hat? Dass Mögle-Stadel inzwischen auch als Waldorf-Pädagoge fungiert, passt dann ganz gut dazu.

Sogar Wikipedia kennt ihn bereits. Da steht: „Sein erstes Buch, den Roman 'Die Schwarze Sonne von Tashi Lhunpo', veröffentlichte er 1991 unter dem Pseudonym Russell McCloud.“ Hier eine Rezension dieses Machwerks.

Das reicht. Ab damit in die Blaue Tonne.


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RE: Blaue Tonne

#4 von Richard Maxheim , 01.06.2016 17:01

Ich kenne den Mann. In den Neunzigern trat er auf wie Hansdampf in allen Gassen. Er schaffte in kurzer Zeit, es sich mit fast allen damals aktiven Weltbürgern zu verderben. Eigentlich schade. Da wurde viel erzählt. Von diesem seltsamen Schwarze-Sonne-Buch (der Verlag steht für passende Qualität) und dem Schotten-Pseudonym wusste niemand was. Hier ist noch eine Internet-Seite von ihm:
http://www.welt-buerger.org/
Die meisten, die er da vereinnahmt hat, können sich heute leider nicht mehr wehren. Es ist nicht zu fassen.

Rein damit und Klappe zu!



Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#5 von Renate Beck , 02.06.2016 15:25

Ist ja interessant, was man hier alles erfährt. Ich kann mich an den Herrn Mögle-Stadl gut erinnern. Ist schon ewig her. Als ich zu Besuch bei Verwandten in Hamburg war bin ich mal zu einer Veranstaltung von einem Verein namens Weltspirale gegangen. Dachte das wäre ein Vortrag über Yoga. Dort referierte aber dieser forsch auftretender junger Mann über seinen Zivildienst als Kriegsdienstverweigerer bei der UNO in New York, so als wäre das eine Heldentat gewesen. Ich hätte ihn gerne gefragt, ober er da auch alte und kranke Menschen gepflegt hatte, habe mich aber nicht so recht getraut. Überhaupt hatte ich den Eindruck in eine Sekte geraten zu sein, die sich einbildet morgen die Weltherrschaft übernehmen zu können. Ich bin dann frühzeitig gegangen und haben die Werbezettel des Vereins demonstrativ auf den Infotisch zurückgelegt.

LG Renate

 
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RE: Blaue Tonne

#6 von Albero , 02.06.2016 18:32

Nur der Vollständigkeit halber hier noch ein Link zu einem längeren Beitrag in einem kritischen Blog zur Waldorf-Pädagogik. Mögle-Stadels Erstlingswerk wird im Abschnitt „Die Schwarze Sonne von Tashi Lunpo“ besprochen.
https://waldorfblog.wordpress.com/2012/04/09/nazi-ufos/

Du bringst mich vom Hölzchen aufs Stöckchen, liebe Renate.
Danke für den Hinweis auf die Welt-Spirale. Sie tangiert die Weltbürger-Idee nicht unerheblich.

Ethischer Fortschritt und Welterneuerung durch die Welt-Spirale

http://www.welt-spirale.com/


Schon die Startseite offenbart ein heilloses Gemenge von Esoterik und Verschwörungsfantasien. Der Einfluss russischer Internet-Propaganda ist unverkennbar.
Die Welt-Spirale ist eine Variante der Theosopie und geht auf den österreichischen Okkultisten Leopold Brandstätter, genannt Leobrand, zurück. Der hatte in seinen Schriften eine alles umfassende Weltlehre entwickelt. Da ich sie für einen einzigen Schmarren halte, will ich sie hier nicht näher beleuchten.

Für uns Weltbürger ist die Seite „Weltpolitische Evolution“ von Belang. Hier wird ein „Universales Weltreich“ propagiert, eingebettet in die „ethische“ Weltlehre Leobrands. Natürlich sind viele Forderungen hier richtig oder nicht ganz falsch. Aber die wird man nie verwirklichen können, wenn man sie in einem irrationalen Überzeugungssystem mit purem Unsinn vermischt. Von daher kann man diese „Pannationale Weltunion“ getrost vergessen.

Und das kleine Häuflein Welt-Spiralisten scheint auch nicht auf der Höhe der Logik zu weilen. Wie anders ist es möglich, dass in der Bannersammlung der Seite „Empfohlene Links“ sowohl Greenpeace wie auch die BüSo, eine vehemente Verfechterin der Kernenergie, zu finden sind. Und dann die Seite „Empfehlungen“, die ist der Hammer:
Strophantin
Impfgegner
MMS
Was soll man von Leuten halten, die so etwas auf ihrer Internetseite empfehlen?

Da gibt es nur eins.



(Ich erlaube mir dieses schöne Bildchen künftig zu nutzen.)


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RE: Blaue Tonne

#7 von Richard Maxheim , 03.06.2016 01:17

Mir wurde auch damals von so einer Veranstaltung in Hamburg berichtet. Das muss Mitte der Neunziger gewesen sein. Veranstalter war aber nicht diese Welt-Spirale, sondern eine andere. Ein bisschen Hintergrund:

Die von Leobrand gegründete Welt-Spirale hatte ihren Sitz in Linz an der Donau. Hat sie heute auch noch. Das ist die obige. Wobei man sagen muss, dass die damals noch keinen solchen Verschwörungs- und Quacksalberschrott auf Lager hatten. Das Internet stand in den Kinderschuhen. Das war alles ganz normaler Theosophen-Humbug mit Leobrands Zutaten, gedruckt in vielen dünnen Heftchen und einer Quartals-Zeitschrift. Bei der Linzer Adresse gibt es heute außerdem eine Organisation, die sich „Frieden durch Kultur“ nennt. Das sind die selben Leute. Hier furzt der Russische Bär gewaltig. Kann man auch gleich in die Blaue Tonne schmeißen.

Als Leobrand gestorben war, kam es zu Nachfolgestreitigkeiten. Ein Gerhard Havel behauptete, Leobrand hätte ihm die Führung der Welt-Spirale auf dem Sterbebett übertragen. Damit war die Witwe nicht einverstanden. Also machte Havel zusammen mit einer Hand voll Getreuer seinen eigenen Club auf und gründete die „Welt-Spirale – Ethische Gesellschaft für geistige Erneuerung und Zukunftsplanung e.V.“ mit Sitz in Aschau im Chiemgau. Der Verein ist heute noch unter der Nr. VR 6419 in München eingetragen, dürfte aber nach dem Tod von Havel (93) in 2013 ausgestorben sein. Im Netz ist nichts weiter darüber zu finden.

In der Geschichte stieß Havel Ende der Sechziger auf den Verein Weltföderalisten e.V., der seit 1959 bestand und von Oscar Jedzini, einem pensionierten Direktor der Frankfurter Niederlassung der Chace Manhatten Bank, geleitet wurde. Hier sah Havel eine Chance Leobrands „Pannationale Weltunion“ einzubringen und wurde Generalsekretär. Da die Weltföderalisten nicht so recht mitzogen, jedoch schwach besetzt waren, kaperte Havel den Verein kurzer Hand mit seinen Getreuen und stieg bei der nächsten Generalversammlung ins Präsidentenamt auf. In der Folge gab es Austritte und der Verein ging ganz in der Havel'schen Welt-Spirale auf. Er ist auch schon seit geraumer Zeit erloschen.

Dies zur historischen Erhellung.

Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#8 von Renate Beck , 03.06.2016 15:05

Genau, ich kann mich gut an den Namen des Versammlungsleiters erinnern, weil ich an der Havel geboren wurde. Ich höre heute noch, wie er mit erhebender Stimme den Redner ankündigte: „Hier kommt der zukünftige Generalsekretär der Vereinten Nationen.“

LG Renate

 
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RE: Blaue Tonne

#9 von Albero , 03.06.2016 17:21

Da kann man mal sehen, wie so ein junger Mann mit einem etwas ausgeprägten Geltungsbedürfnis (wer hat das in dem Alter nicht, mehr oder weniger) durch solch dumme Sprüche hoch gepuscht wird. Der musste doch gleich 10 cm größer geworden sein.

Dieser Mögle-Stadel verfolgt mich. Hier habe ich noch eine ältere Sache im Psiram-Forum gefunden:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=2670.0

Ein klarer Beweis dafür, dass die Kooperation Behnken – Mögle-Stadel ganz bewusst vonstatten ging. Nun stolpere ich auch noch über eine so genannten Weltbürger-Stiftung. Aber das muss ich mir erst mal alles in Ruhe zu Gemüte führen.


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Missbrauch der UNO durch Esoteriker und Scharlatane

#10 von Albero , 03.06.2016 20:20

Dass die UNO von ihren Mitgliedsstaaten regelmäßig für ihre nationalen Interessen missbraucht wird, ist nichts Außergewöhnliches. Das liegt am System und seiner mangelhaften demokratischen Ausrichtung. Weltbürger und redliche Kräfte innerhalb der UNO arbeiten daran, das zu ändern. Darum soll es aber in diesem Thread nicht gehen. Ich will hier vielmehr den Missbrauch bei den NGO, welche dort akkreditiert sind, aufzeigen. Das kann durch die NGO selbst geschehen, was hin und wieder vorkommt, oder durch Interessengruppen, die sich bei ihnen eingeschlichen haben. So etwas schadet dem Ansehen der Weltorganisation und behindert deren positive Entwicklung.

Demnächst mehr.


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RE: Missbrauch der UNO

#11 von Albero , 04.06.2016 17:49

Bruno Gröning Kult bei der WPPS

In der für ihre besondere Qualität bekannten Zeitschrift „Raum & Zeit“ war im Jahr 2013 von der Verleihung eines „Peace Pole Award“ an den „Bruno Gröning Freundeskreis“ die Kunde. Als Quelle wurde u.a. die Website der „World Peace Prayer Society“ angeben. Dort wird auch zu einem Film bei Youtube verlinkt, in dem die herzzerreißende Verleihungszeremonie zu sehen ist. Man beachte, die Vertreterin der WPPS begrüßte die Anwesenden wörtlich: „Wilcome to the United Nations“, so als sei sie eine Repräsentantin der UNO.


Die AGPF stellt in ihren Informationen über den Bruno-Gröning-Kult die Sache richtig:
http://www.agpf.de/Groening.htm#UNO

Hier haben wir ein Beispiel, wie sich eine NGO, die lediglich als Beobachter bei den Vereinten Nationen eingeschrieben ist, so darstellt als gehöre sie zur UNO selbst. Es ist auch bedenklich, wenn eine Repräsentantin solch einer NGO einen unseriösen und gefährlichen Scharlatan-Kult lobenswert findet. Das wirft ein fahles Licht auf die „World Peace Prayer Society“ insgesamt, zumal diese bis heute immer noch die Information auf ihrer Website verbreitet und damit Werbung für den „Bruno Gröning Freundeskreis“ betreibt.

In solche Fällen haben zwielichtige Organisationen jeglicher Art ein leichtes Spiel, den Namen der UNO für ihre Propagandazwecke zu missbrauchen, der unbedarften Öffentlichkeit eine besondere Wichtigkeit vorzutäuschen und die tatsächlichen Hintergründe zu verschleiern.

Diese „UNO-Sprecherin“ von der WPPS, Deborah Moldow heißt sie, scheint am East River so eine Art spirituelles Mädchen für alles zu sein. Im UNO-Hauptquartier kennt sie bestimmt jeder. Klar, dass sie sich entsprechend fühlt. Auf ihrer Homepage kann man sehen, was für eine tolle Frau sie ist und was sie alles macht.
http://www.revdeborah.com/

Aber wie das bei solchen Menschen leider allzu oft der Fall ist: sie sind nicht von dieser Welt. Wie anders kann man sich erklären, dass sie sich von Scharlatanen benutzen lassen. Es war ja nicht nur der Bruno-Gröning-Verein. Dem Wunderblicker Braco hat sie ebenfalls so ein Holz verabreicht.
http://www.braco.me/de/media/articles/detail/49/

Und diese Evolutionary Leaders scheinen ja überhaupt nicht eingebildet zu sein. Mit von der Partie: Gregg Braden und Bruce Lipton, beide fest etabliert im Esorik- und Psychomarkt. Da klingelt die Kasse.

Das kann dem Ansehen der WPPS unmöglich zuträglich sein. Oder ist das denen egal?


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RE: Missbrauch der UNO

#12 von Richard Maxheim , 05.06.2016 00:55

Auwatsch, da hast du aber ein Fass angestochen. Was denkst du wie viele NGOs sich nur deshalb beim UN-Pressebüro oder beim Wirtschaft- und Sozialrat registrieren ließen, damit sie damit Eindruck schinden können. We are the very Wichtigen. Wir sind von den Vereinten Nationen anerkannt und haben in New York UN-Plaza 777 ein Office u.s.w.u.s.f. Das mit WPPS finde ich sehr schade. Obwohl ich kein Religiöser bin, fand ich die Aktionen mit den Friedenspfahl als symbolische und öffentlich sichtbare Friedenskundgebung interessant. Wenn sich die WPPS aber dermaßen moralisch demontiert, ist sie dafür nicht mehr geeignet. Vielleicht sollte man runde Pfähle aufstellen, unabhängig von irgend einer Society. Da gehen auch mehr Sprachen drauf.

Ich wünsche einen schönen Sonntag
Richard


 
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RE: Missbrauch der UNO

#13 von Albero , 05.06.2016 18:30

Beim ECOSOC sind eine Menge NGO akkreditiert, die einen gute Job machen. Nehmen wir z.B. die World Federalist Movement. Warum sollen sie das nicht auf ihre Fahne schreiben dürfen? Wenn sie dabei ein bisschen angeben, sei es ihnen gegönnt. Klappern gehört zum Handwerk.

Unter Missbrauch der UNO meine ich hier die Gruppierungen, die hauptsächlich Humbug in die Welt setzen und sonst nichts wesentliches leisten, aber dafür eine um so größere Klappe haben. Man muss sie mal – selbstverständlich begründet – beim Namen nennen, damit da weiterhin keine Unklarheiten bestehen bleiben.


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RE: Missbrauch der UNO

#14 von Albero , 06.06.2016 15:42

Hier habe ich noch was zur WPPS.

In einer Pressemitteilung von 2012 berichtete die Stadt Hofheim/Taunus von der Aufstellung eines Friedenspfahls. Gleich am Anfang falsche Informationen: Die World Peace Prayer Society ist kein in Deutschland eingetragener Verein und auch keine Nichtregierungsorganisation der UNO. Aber dafür kann die WPPS nicht unbedingt etwas. Ich gehe auch davon aus, dass die Stadt den Text von jenem Roland Häke vorgesetzt bekam, der mit seinen Grenzenlos-Messen regelmäßig etwas Geld in den Stadtsäckel spült. Eine plumpe PR-Aktion mit durchsichtigem Friedensgesäusel.

Das Beispiel zeigt, wie sehr sich diese Friedenspfähle für fragwürdige Aktionen eignen, wenn die WPPS ihre Verantwortung schleifen lässt. Es wurde deshalb auch beim Europabüro der WPPS nachgefragt, wie man dort dazu steht, wenn von Seiten ihrer Organisation übelste Scharlatane geehrt werden. Die Antwort kam prompt und wie erwartet. Die Leiterin des Europabüros fühlt sich nur für Europa zuständig. Sie will dazu nicht Stellung nehmen. Und von Frau Moldow, die ebenfalls den Link zu der hiesigen Kritik geschickt bekam, wie erwartet dumpfes Friedensgeschwurbel (sinngemäße Übersetzung): „Unsere ganze Arbeit ist für eine Welt des Friedens und der Harmonie. Diejenigen, die gegenüber unseren Anstrengungen kritisch sind, werden sicher ihre berechtigte Meinungen auszudrücken. Wir hoffen, dass sie in ihren Herzen die guten Absichten hinter unseren Anstrengungen sehen.“

Gut gemeint, ist eben nicht automatisch gut gemacht. Unter diesem Umständen kann die WPPS leider nicht weiter als seriöse Friedensorganisation angesehen werden.


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RE: Missbrauch der UNO

#15 von Renate Beck , 06.06.2016 20:06

Ich habe mir den Film über die Preisverleihung erst heute angeschaut.
Diese schleimige Scheinheiligkeit. Das ist ja widerlich.

LG Renate

 
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