Blaue Tonne für allerlei Unsinn

#1 von Albero , 30.05.2016 18:03

Befasst man sich im Internet mit Zukunftsfragen, dann muss man leider schnell feststellen, dass es auf dem Gebiet von Wirrköpfen nur so wimmelt. Das Spektrum reicht von Pseudowissenschaftlern, die oft bei Unbedarften Zuspruch finden, bis hin zu totalen Irrläufern, wo selbst der Dümmste merken müsste, dass da was nicht stimmen kann. Das war schon immer so, nur mussten diese Leute früher viel Zeit und Geld aufwenden, um ihre Weisheiten in die Welt zu bringen. Heute kann jeder Möchtegern über Youtube sein eigenes Fernsehen produzieren und Volksreden halten.

Deshalb muss man gerade als Weltbürger vorsichtig sein und stets genau hinschauen, was wer einem da weiß machen möchte. Besonders wenn der Begriff „Wahrheit“ auftaucht, ist Skepsis geboten. Für solche Fälle habe ich diesen Thread eröffnet. Man kann sich diesbezüglich aber nicht um alles kümmern, es wäre einfach zu viel. Ich empfehle in solchen Fällen das Spezialwiki Psiram zu bemühen. Wenn allerdings das Thema „Weltbürger“, auch was damit unmittelbar zusammen hängt, betroffen ist und auf solche Weise diskreditiert wird, dann kommt das hier in die Blaue Tonne. Damit da keine Missverständnisse entstehen. Und ich habe auch schon was.


Freie Danziger „Weltbürger“ aus dem Schweizer Rheintal

Es kam eine Anmeldung fürs Forum. Wunderbar, endlich meldete sich mal jemand an, mit einer Mailadresse mit „frieden“ und „worldcitizenship“. Da wollte ich vor der Freischaltung doch lieber nachschauen, was für ein „ship“ das sein soll. Und so kam ich auf das hier:


Aus den Ausführungen auf dieser Website war schnell zu erkennen, dass sich da jemand sein eigenes Recht zusammen gezimmert hat. Eine weitere, sehr aufwändig gestaltete Website aus der Ecke bringt das ganze Ausmaß dieses Unsinns zu Tage. Es existiert sogar eine Regierungserklärung. Und über die gelangen wir dann zum Spiritus Rector, der dahinter steckt:

Beowulf von Prince

Da wird ja der Hund in der Pfanne verrückt. Auf solche „Weltbürger“ können wir hier gut und gerne verzichten.


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RE: Blaue Tonne

#2 von Richard Maxheim , 30.05.2016 22:38

Politischen Wirrköpfe sind tatsächlich ein Problem in der Weltbürger-Bewegung, nicht erst seit gestern. Sie schaden dem Ansehen und der Glaubwürdigkeit enorm. Aber hier handelt es sich ja noch nicht einmal ansatzweise um Weltbürger. Die Leute missbrauchen das einfach für ihre fraglichen Zwecke. Was könnte man dagegen unternehmen?

Wenn man „Beowulf von Prince“ googled kommt einiges zum Vorschein. Das haltlose Geschwurbel in dem Interview bei Bewusst TV ist ja eigentlich völlig belanglos. Die Verbindungen dagegen sind aufschlussreich. Daraus kann man sehen, in welch einer Szene die „Danziger“ verstrickt sind. Dieser Jo Conrad lässt mit seinem Kasperl-Fernsehen wirklich keine schräge Sache aus. Haarsträubend sein Engagement beim „Fürstentum Germania“. Wenn man das gelesen hat, muss man erst einmal einen kräftigen Schluck aus der Pulle nehmen.

Aus dem Psiram-Artikel geht auch hervor, dass dort welche den World-Passport für sich entdeckt haben. Da besteht ja sowieso schon eine merkwürdige Nachfrage nach wertlosen Fantasie-Ausweisen. Sicherlich lässt sich damit gut Geld machen. Psiram schreibt:

Zitat
Eine von einem Jessie Marsson-Dumanch im Internet gezeigte Ausweis-Fotokopie ist wertlos, da es sich um einen der sogenannten blauen Pässe handelt, die als Fantasiepass von der US-amerikanischen Firma WSA (World Service Authority) an Weltbürger verkauft wird und nicht als legitimes Ausweisdokument betrachtet werden kann. Diese Spaßpässe werden für 120 Euro auch über oder zusammen mit Marsson vom Verein live Net Concept 2010 e.V. von Uwe Behnken als Passagentur verkauft. Der Verein warnt auf der dazugehörigen Webseite allerdings selbst vor dem Gebrauch dieser Pässe, da diese "noch nicht gelten" würden, sich aber hervorragend zur spielerischen Legitimation in allen Bereichen eignen würden.


Bei Word Service Authority handelt es sich um die Organisation des 2013 verstorbenen „Weltbürger Nr. 1“ Garry Davis. Es wäre mal zu recherchieren, wie die WSA mit diesen Leuten ins Geschäft gekommen ist.

Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#3 von Albero , 01.06.2016 00:05

Die Weltbürgerorganisation des Stephan Mögle-Stadel

Wegen der dubiosen Geschichte mit dem World Passport bin ich auf eine Homepage gelangt, die in mir sogleich Zweifel an deren Seriosität erweckte. Ein Kandidat für die Blaue Tonne. Auffallend eifrig wird dort ein Stephan Mögle-Stadel in den Mittelpunkt gestellt bzw. macht das selbst. Das fängt schon mit dem Header der Startseite an, wo sein Gesicht zwischen Fotos bekannten Persönlichkeiten eingereiht ist:
http://www.weltdemokratie.de/

Ansonsten bieten der Webauftritt ein nicht besonders professionell gestaltetes Sammelsurium alter und etwas jüngerer Aktivitäten, größtenteils als Selbstdarstellung von Mögle-Stadel. Man findet da auch eine Seite zum World Passport:
http://www.weltdemokratie.de/033d3a9c470...rgerpaesse.html

Mögle-Stadel hat natürlich einen mit „h.c.“ und darf damit angeblich ins UNO-Gebäude. Ein Foto soll das belegen. Die Dame vom Sicherheitsdienst war offensichtlich belustigt und hat ihn garantiert nicht ohne seinen Hausausweis passieren lassen. Das sind die kleinen PR-Tricks. Genau so, wie man Julian Assange einen solchen Spielpass ausstellen, zuschicken und dann ohne zu lügen behaupten kann: Er hat einen. Aber wie kommt ein Normalsterblicher zu solch einem Ding?

Da ist zu lesen, dass die deutschsprachige Weltbürgerpassagentur „vakant“ ist und die kommissarische Betreuung (was immer das auch sein mag) einem Harald Aschenmayer obliegt. Aber wie erreicht man diesen Betreuungskommissar? Und wer war davor Inhaber der Agentur? Dazu habe ich diese versteckte Seite gefunden:
http://www.weltdemokratie.de/printable/0...rgerpaesse.html

Es stimmt also, was bei Psiram geschrieben steht. Aber das ist nun vorbei, denn dieses live Net Concept 2010 besteht nicht mehr und jener Uwe Behnken nennt sich jetzt Uwe H. Lausen. „Da wir in einer Demokratie leben, wo das Recht der freien Meinungsfreiheit gilt, sind wir für die Veröffentlichung unserer freien Meinung nicht haftbar!“ Piep-piep.

Wieso haben Mögle-Stadel und seine Mitstreiter nicht gemerkt, mit was für einer Szene sie sich da einlassen? Man kann das doch alles ganz leicht im Internet finden. Oder sind die etwa selber so drauf? Die Tatsache, dass Mögle-Stadel beim Alpenparlament aufgetreten ist, überzeugt mich nicht gerade vom Gegenteil.
"Enthüllungsjournalist", piep-piep.
https://www.youtube.com/watch?v=RO_T2uFwl0g

Es kommt noch toller. Hier haben wir das Pressebüro dieses Herrn. Aus seiner Bildungslegende geht hervor, dass er auch die bedenkliche Psycho-Quacksalberei von Bert Hellinger gelernt hat. Und was er wohl noch alles vor hat? Dass Mögle-Stadel inzwischen auch als Waldorf-Pädagoge fungiert, passt dann ganz gut dazu.

Sogar Wikipedia kennt ihn bereits. Da steht: „Sein erstes Buch, den Roman 'Die Schwarze Sonne von Tashi Lhunpo', veröffentlichte er 1991 unter dem Pseudonym Russell McCloud.“ Hier eine Rezension dieses Machwerks.

Das reicht. Ab damit in die Blaue Tonne.


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RE: Blaue Tonne

#4 von Richard Maxheim , 01.06.2016 17:01

Ich kenne den Mann. In den Neunzigern trat er auf wie Hansdampf in allen Gassen. Er schaffte in kurzer Zeit, es sich mit fast allen damals aktiven Weltbürgern zu verderben. Eigentlich schade. Da wurde viel erzählt. Von diesem seltsamen Schwarze-Sonne-Buch (der Verlag steht für passende Qualität) und dem Schotten-Pseudonym wusste niemand was. Hier ist noch eine Internet-Seite von ihm:
http://www.welt-buerger.org/
Die meisten, die er da vereinnahmt hat, können sich heute leider nicht mehr wehren. Es ist nicht zu fassen.

Rein damit und Klappe zu!



Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#5 von Renate Beck , 02.06.2016 15:25

Ist ja interessant, was man hier alles erfährt. Ich kann mich an den Herrn Mögle-Stadl gut erinnern. Ist schon ewig her. Als ich zu Besuch bei Verwandten in Hamburg war bin ich mal zu einer Veranstaltung von einem Verein namens Weltspirale gegangen. Dachte das wäre ein Vortrag über Yoga. Dort referierte aber dieser forsch auftretender junger Mann über seinen Zivildienst als Kriegsdienstverweigerer bei der UNO in New York, so als wäre das eine Heldentat gewesen. Ich hätte ihn gerne gefragt, ober er da auch alte und kranke Menschen gepflegt hatte, habe mich aber nicht so recht getraut. Überhaupt hatte ich den Eindruck in eine Sekte geraten zu sein, die sich einbildet morgen die Weltherrschaft übernehmen zu können. Ich bin dann frühzeitig gegangen und haben die Werbezettel des Vereins demonstrativ auf den Infotisch zurückgelegt.

LG Renate

 
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RE: Blaue Tonne

#6 von Albero , 02.06.2016 18:32

Nur der Vollständigkeit halber hier noch ein Link zu einem längeren Beitrag in einem kritischen Blog zur Waldorf-Pädagogik. Mögle-Stadels Erstlingswerk wird im Abschnitt „Die Schwarze Sonne von Tashi Lunpo“ besprochen.
https://waldorfblog.wordpress.com/2012/04/09/nazi-ufos/

Du bringst mich vom Hölzchen aufs Stöckchen, liebe Renate.
Danke für den Hinweis auf die Welt-Spirale. Sie tangiert die Weltbürger-Idee nicht unerheblich.

Ethischer Fortschritt und Welterneuerung durch die Welt-Spirale

http://www.welt-spirale.com/


Schon die Startseite offenbart ein heilloses Gemenge von Esoterik und Verschwörungsfantasien. Der Einfluss russischer Internet-Propaganda ist unverkennbar.
Die Welt-Spirale ist eine Variante der Theosopie und geht auf den österreichischen Okkultisten Leopold Brandstätter, genannt Leobrand, zurück. Der hatte in seinen Schriften eine alles umfassende Weltlehre entwickelt. Da ich sie für einen einzigen Schmarren halte, will ich sie hier nicht näher beleuchten.

Für uns Weltbürger ist die Seite „Weltpolitische Evolution“ von Belang. Hier wird ein „Universales Weltreich“ propagiert, eingebettet in die „ethische“ Weltlehre Leobrands. Natürlich sind viele Forderungen hier richtig oder nicht ganz falsch. Aber die wird man nie verwirklichen können, wenn man sie in einem irrationalen Überzeugungssystem mit purem Unsinn vermischt. Von daher kann man diese „Pannationale Weltunion“ getrost vergessen.

Und das kleine Häuflein Welt-Spiralisten scheint auch nicht auf der Höhe der Logik zu weilen. Wie anders ist es möglich, dass in der Bannersammlung der Seite „Empfohlene Links“ sowohl Greenpeace wie auch die BüSo, eine vehemente Verfechterin der Kernenergie, zu finden sind. Und dann die Seite „Empfehlungen“, die ist der Hammer:
Strophantin
Impfgegner
MMS
Was soll man von Leuten halten, die so etwas auf ihrer Internetseite empfehlen?

Da gibt es nur eins.



(Ich erlaube mir dieses schöne Bildchen künftig zu nutzen.)


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RE: Blaue Tonne

#7 von Richard Maxheim , 03.06.2016 01:17

Mir wurde auch damals von so einer Veranstaltung in Hamburg berichtet. Das muss Mitte der Neunziger gewesen sein. Veranstalter war aber nicht diese Welt-Spirale, sondern eine andere. Ein bisschen Hintergrund:

Die von Leobrand gegründete Welt-Spirale hatte ihren Sitz in Linz an der Donau. Hat sie heute auch noch. Das ist die obige. Wobei man sagen muss, dass die damals noch keinen solchen Verschwörungs- und Quacksalberschrott auf Lager hatten. Das Internet stand in den Kinderschuhen. Das war alles ganz normaler Theosophen-Humbug mit Leobrands Zutaten, gedruckt in vielen dünnen Heftchen und einer Quartals-Zeitschrift. Bei der Linzer Adresse gibt es heute außerdem eine Organisation, die sich „Frieden durch Kultur“ nennt. Das sind die selben Leute. Hier furzt der Russische Bär gewaltig. Kann man auch gleich in die Blaue Tonne schmeißen.

Als Leobrand gestorben war, kam es zu Nachfolgestreitigkeiten. Ein Gerhard Havel behauptete, Leobrand hätte ihm die Führung der Welt-Spirale auf dem Sterbebett übertragen. Damit war die Witwe nicht einverstanden. Also machte Havel zusammen mit einer Hand voll Getreuer seinen eigenen Club auf und gründete die „Welt-Spirale – Ethische Gesellschaft für geistige Erneuerung und Zukunftsplanung e.V.“ mit Sitz in Aschau im Chiemgau. Der Verein ist heute noch unter der Nr. VR 6419 in München eingetragen, dürfte aber nach dem Tod von Havel (93) in 2013 ausgestorben sein. Im Netz ist nichts weiter darüber zu finden.

In der Geschichte stieß Havel Ende der Sechziger auf den Verein Weltföderalisten e.V., der seit 1959 bestand und von Oscar Jedzini, einem pensionierten Direktor der Frankfurter Niederlassung der Chace Manhatten Bank, geleitet wurde. Hier sah Havel eine Chance Leobrands „Pannationale Weltunion“ einzubringen und wurde Generalsekretär, obwohl es dort sonst keine Sekretäre gab. Da die Weltföderalisten nicht so recht mitzogen, jedoch schwach besetzt waren, kaperte Havel den Verein kurzer Hand mit seinen Getreuen und stieg bei der nächsten Generalversammlung ins Präsidentenamt auf. In der Folge gab es Austritte und der Verein ging ganz in der Havel'schen Welt-Spirale auf. Er ist auch schon seit geraumer Zeit erloschen.

Dies zur historischen Erhellung.

Richard


 
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RE: Blaue Tonne

#8 von Renate Beck , 03.06.2016 15:05

Genau, ich kann mich gut an den Namen des Versammlungsleiters erinnern, weil ich an der Havel geboren wurde. Ich höre heute noch, wie er mit erhebender Stimme den Redner ankündigte: „Hier kommt der zukünftige Generalsekretär der Vereinten Nationen.“

LG Renate

 
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RE: Blaue Tonne

#9 von Albero , 03.06.2016 17:21

Da kann man mal sehen, wie so ein junger Mann mit einem etwas ausgeprägten Geltungsbedürfnis (wer hat das in dem Alter nicht, mehr oder weniger) durch solch dumme Sprüche hoch gepuscht wird. Der musste doch gleich 10 cm größer geworden sein.

Dieser Mögle-Stadel verfolgt mich. Hier habe ich noch eine ältere Sache im Psiram-Forum gefunden:
https://forum.psiram.com/index.php?topic=2670.0

Ein klarer Beweis dafür, dass die Kooperation Behnken – Mögle-Stadel ganz bewusst vonstatten ging. Nun stolpere ich auch noch über eine so genannten Weltbürger-Stiftung. Aber das muss ich mir erst mal alles in Ruhe zu Gemüte führen.


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RE: Blaue Tonne

#10 von Richard Maxheim , 08.06.2016 15:24

Noch zu dem Pressebüro Globe von Herrn Mögle-Stadel.

Der Internet-Auftritt wirkt nicht gerade professionell und die angebotenen Dienstleistungen sind diffus und strahlen kaum Kompetenz aus. Es fehlt das gesetzlich vorgeschriebene Impressum mit den gewerbe- und steuerrechtlichen Angaben. Die ganze Schose scheint auch ziemlich veraltet zu sein. Als „permanenter Mitarbeiter“ wird Lennart Grumer angegeben, ein ehemaliger Waldorfschüler, der als „Journalist“ auch für die einschlägige Zeitschrift „ZeitGeist“ schreibt, die man am besten unter der Kategorie „Stusspresse“ einordnen könnte.

Das globige Pressebüro hat auch einen Kanal bei Youtube, wo seit Anfang des Jahres Videos mit Herrn Mögle-Stadel hochgeladen wurden. Alles olle Karmellen. U.a. kann man ihn auch bei Uwe Behnken sehen. Da will wohl jemand unbedingt Medienmogul werden.

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RE: Blaue Tonne

#11 von Albero , 08.06.2016 22:22

Die Weltbürgerstiftung – eine Fata Morgana?

Inzwischen kann ich mich nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass das ganze System Mögle-Stadel ein einziges Potemkinsches Dorf ist, mit bröckelnden Fassaden. So wie beim Pressebüro Globe u.s.w. hatte ganz offensichtlich auch bei der Website der World Citizen Foundation WCF jener Dilettantismus Pate gestanden. Die Seiten bieten größtenteils nichts weiter als Bla-bla, Gemeinplätze und Absichtserklärungen.

Wo es ein bisschen konkret wird, z.B. bei der School of Democracy brechen die Aktivitäten Ende 2010 ab. Das wäre natürlich kein Beweis dafür, dass da nichts mehr laufen würde, aber auch die Website dieser Schule weist keine neueren Aktivitäten auf. Es würde mich mal interessieren, wie viele Spenden und Fördermittel da verplempert wurden. Nicht besser sieht es aus beim Schulprojekt Weltbürgerkunde. Viel heiße Luft und Schnee von vorgestern.

Und dann diese Seite: Der famose Weltbürger Stephan Mögle-Stadel mit dem Dalei Lama, der unerschöpflichen Quelle von Kalendersprüchen. Man mag ihn vielleicht als Weltbürger ansehen, aber er ist auch als Oberhaupt des tibetischen Buddhismus führender Vertreter einer feudalen und theokratischen Gesellschaftsordnung. Peter Ustinov war ein netter Weltbürger und als Präsident der Weltföderlisten engagiert. Die Welt kennt ihn eher als Komiker. Und der „Weltbürger Nr. 1“ Garry Davis (Vorname auf der Seite falsch geschrieben); „... dass für ihn kein einzelner Staat und keine Regierung zuständig seien, wurden als Exzentrizitäten eines spleenigen Amerikaners, nicht als Visionen des Propheten eines neuen Zeitalters angesehen.“ (Peter Coulmas, Weltbürger – Geschichte einer Menschheitssehnsucht, Seite 340).

Die WCF ist seit 1998 als private Stiftung im US-Bundesstaat Vermont registriert. Ihr Hauptquartier befindet sich in einer Besenkammer in New York. Die Liste der aufgezählten Persönlichkeiten und Verantwortlichkeiten sollte man nicht so ernst nehmen, denn die ist höchstwahrscheinlich auch nicht mehr aktuell. Was völlig fehlt, aber für eine ordentliche Stiftung selbstverständlich sein sollte: Jährliche Rechenschaftsberichte, oder wenigsten Tätigkeitsberichte mit Ergebnissen. Aber da war wohl seit 2011 nichts mehr.

Nun bin ich an einem Punkt angelangt wo ich mir sage:
Diese Weltbürgerstiftung lässt keinen seriösen Hintergrund erkennen.


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RE: Blaue Tonne

#12 von Richard Maxheim , 09.06.2016 09:41

E. Field Horine, der bei den Oldenburger Weltbürgern aktiv war, erzählte mir damals, dass Peter Ustinov Mögle-Stadel die Verwendung seines Namens mit Androhung von Rechtsmitteln untersagt hätte. In der Folge wurde der von Mögle-Stadel gegründete WFM-Germany e.V. auch nicht von der World Federalist Movement als deutscher Zweig anerkannt. Die guten Leute trennten sich von dem Verein und gründeten das Komitee für eine demokratische UNO KDUN, mit beachtlichem Erfolg.

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RE: Blaue Tonne

#13 von Albero , 16.06.2016 22:03

Da muss ich noch was zeigen. Auf der Website von Mögle-Stadels „Welt Bürger Organisation“ findet man eine Seite zum „Weltbürgerpreis für Menschenrechtseinsatz“. Da steht:

Zitat
Der neue Preis für Menschenrechtler und Menschenrechtsanwälte bzw. Anwälte, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte sowie für Pressefreiheit und eine Weltbürgerzivilgesellschaft engagieren, wird erstmals für den deuschsprachigen Raum am 19. November 2016 verliehen. An diesem Datum besetzten 1948 die Weltbürger Garry Davis, Albert Camus, Robert Sarrazac, Andre Breton u.a. die UNO-Versammlung in Paris. Drei Wochen nach dieser Demonstration wurde am 10. Dezember 1948 doch noch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet.
Der neue Preis besteht zudem aus einem Globus-Pokal und einem Geldpreis in Höhe bis zu 3.000 Euro und kann auch geteilt vergeben werden.


Ist das nicht mal eine noble Sache und so aktuell? Ich würde auf jeden Fall gerne Rechtsanwalt Dominik Storr für den Preis nominieren. Doch, das ist jetzt mein voller Ernst.

Das ist noch nicht alles. Es gibt eine neue Seite, die man von der Startseite aus vergrößern kann, „Fälle juristischer Diskriminierung im österreichischen Familienrecht gesucht“.
http://www.weltdemokratie.de/movies/mrr-promation.jpg
„... unter spezieller Beachtung von Fällen beim Bezirksgericht Graz“. Wieso ausgerechnet Graz? Googled man Mögle-Stadel und Bezirksgericht Graz dann kommt man zu dieser PDF-Datei (10.10.16: Die Seite ist nicht mehr aufrufbar, aber gesichert). Ein Artikel aus der inzwischen eingegangenen Zeitschrift PAPA-YA von 07/2012, von Harald Aschenmayer. Das ist der Betreuungskommissar für die Spielzeug-Weltpässe. Wie in diesem Artikel über eine österreichische Familienrichterin hergezogen wird, ist unter aller Sau. Aber die Richterin wurde ja bereits im Januar 2012 schriftlich gewarnt. Den schon fast erpresserischen Brief kann man hier nachlesen.

Das ist ja wohl eine Angelegenheit von Stefan Mögle-Stadel in eigener Sache, die er jetzt im Rahmen der Weltbürgerstiftung auf seine Art durchboxen möchte. Was hat das mit Weltbürgerarbeit zu tun? Und dafür wird auch noch um Spenden gebeten, die angeblich steuerlich absetzbar sein sollen. Piep-piep.


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RE: Blaue Tonne

#14 von Richard Maxheim , 16.06.2016 23:10

Nein, die Sache mit Graz ist auch schon älter. Sie war nur nicht so leicht zu sehen, weil sie auf der Schlampseite zwischen dem ganzen Krempel zusammengequetscht ist. Da wurde nichts draus, ist ja wohl klar. Es kann sein, dass der damalige Verein WFM-Germany e.V. steuerlich als gemeinnützig anerkannt war. Aber das ist Schnee von gestern. Der Brief an die Richterin, wie auch der Artikel in der Gazette, sind äußerst interessant. Mögle-Stadel hatte mir damals so einen Brief geschrieben, weil ich ihn wegen seiner egozentrischen Allüren kritisiert hatte. Der war genau in diesem Schreibstil verfasst. Mehr brauche ich dazu nicht zu sagen. Aber der Vorschlag mit Dominik Storr ist wirklich gut. Passt wie die Faust aufs Auge.

Richard

Nachtrag:
Hier ist noch eine Website, auf der Herr Mögle-Stadel seinen privaten Clinch mit dem Grazer Famliengericht auf groteske Weise global zu instrumentalisieren versucht:
http://www.hog-ngo.dk/ (10.10.16: Die Seite ist nicht mehr aufrufbar. Albero/Admin]
Da hat er sich aber wohl wegen der ehrverletzenden Veröffentlichungen gegen die Richterin ernsthaften Ärger mit der Justiz eingehandelt.


 
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RE: Blaue Tonne

#15 von Renate Beck , 18.06.2016 13:09

Das ist ja schlimm. Der hat ja fast nur Blendwerk fabriziert und das auch noch auf so primitivem Niveau. Gut zu wissen.
Aber wen wunderts da wenn die Weltbürger manchmal als Spinner angesehen werden.

LG Renate

 
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Irrationale Weltbürgerei
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