Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#1 von Richard Maxheim , 09.06.2016 22:32

Gefahr von außen? Ich meine damit nicht, dass Außerirdische die Erde überfallen könnten. Auch wenn viele an so etwas glauben, sich sogar einbilden sie seien schon unter uns, ist es praktisch ausgeschlossen. Da der weit verbreitete Ufo-Gaube bereits religiöse Züge angenommen hat, leiden nicht wenige Menschen unter derartigen Wahnvorstellungen.

Nein, hier geht es um dicke Brocken aus Materie, die sich unkontrolliert im Weltall bewegen und jeder Zeit auf einen Planeten, treffen können. Das ist Realität. Seit der Jahrtausendwende bis 2013 sind 26 Asteroiden auf der Erde eingeschlagen, die eine Sprengkraft vom bis zum 40fachen der Hiroshima-Bombe hatten. Die amerikanische Stiftung B612 hat ein Video veröffentlicht, das die Einschlagsorte zeigt. Die Stiftung geht davon aus, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ein Asteroid in einer Stadt einschlägt und sie zerstört. Im Sonnensystem sollen sich rund eine Million Asteroiden befinden, die ein solches Zerstörungspotential besitzen.



Und wenn so ein Brocken groß genug ist, kann er zusätzlich zu dem Einschlag verheerende Katastrophen auslösen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis und abrupte Klimaveränderungen, gegenüber denen der gegenwärtige Klimawandel harmlos erscheinen wird. Ja sogar der Weltuntergang ist auf diese Weise denkbar. Das ganze Ausmaß der Bedrohung wird im folgende Beitrag dargelegt:
http://www.br.de/themen/wissen/asteroiden-abwehr-dlr100.html

Die angesprochenen Schutzmaßnamen sind heute schon keine Science Fiction mehr. Es wäre durchaus machbar, ein Asteroiden-Abwehrsystem im erdnahen Weltall zu installieren. Die wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten dafür sind vorhanden. Nur kann man sich denken, dass sich in der heutigen Welt alle Großmächte gegenseitig durch solch ein Abwehrsystem rund um den Globus bedroht fühlen würden.

Daraus ergibt sich der Schluss: Ein Schutz unseres Planeten vor solchen Bedrohungen und Megakatastrophen ist nur auf der Grundlage der politischen Einigung der Menschheit möglich. Da führt an einer Weltföderation kein Weg vorbei. Man braucht allerdings kein Zyniker zu sein um sich vorzustellen, dass die international politisch Verantwortlichen erst nach oder im Ablauf einer solchen Katastrophe zu dieser Erkenntnis kommen werden. So sind nun mal die Menschen. Nur wäre es doch besser, man könnte die Angelegenheit vorher regeln. Ein Job für politisch motivierte Weltbürger.

Richard

Nachtrag:
Sie dazu das Buch Asteroid now!


 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#2 von Renate Beck , 18.08.2016 07:34

Für so einen Asteroiden weg zu sprengen braucht man schon etwas stärkeres als Dynamit. Das ist einleuchtend. Für Atombomben in den Weltraum zu schicken werden sich die Atommächte dann auch erst einigen wenn die Gefahr direkt bevorsteht. Vielleicht ist es dann auch schon zu spät. Ich glaube es gibt auch einen internationalen Vertrag der die Stationierung von Atomwaffen im Weltraum verbietet. Das ist einesteils gut, könnte uns allen aber das Leben kosten. Die Welt ist verrückt.
LG Renate

 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#3 von Richard Maxheim , 18.08.2016 21:08

Ja, ich hatte auch mal gedacht, man könne den Job mit genügend Sprengkraft erledigen, so wie es Hollywood immer vormacht. Aber das funktioniert nicht so einfach. Man müsste dafür einen tiefen Schacht in den Asteroiden bohren, möglichst bis zur Mitte. Das kostet Gerät und Zeit. Dann ist immer noch fraglich, ob die Sprengkraft einer Atombombe ausreicht, solch einen Felsbrocken zu zerlegen. Und das Zeug fliegt immer noch in die gleiche Richtung.

Die Atombomben würde man besser als Antrieb für Roboterschiffe benutzen, um schnell zu den auf Kollisionskurs mit der Erde befindlichen Asteroiden zu gelangen, um sie dann mit der gleichen Antriebsmethode auf einen anderen Kurs zu schieben. Man nennt so etwas Nuklearer Pulsantrieb. Das ist alles sehr anschaulich in dem Buch von Florian Freistetter beschrieben.

Es ist richtig, dass nach dem Weltraumvertrag keine Massenvernichtungswaffen in der Erdumlaufbahn stationiert werden dürfen. Aber der Nukleare Pulsantrieb wäre ja kein Waffensystem. Natürlich könnte so etwas auch gegen Ziele auf der Erde gerichtet werden. Von daher ist eine effektive Asteroidenabwehr ohne politischen Einigung der Menschheit, zumindest des größten Teils, kaum möglich. Auch die sonstigen dazu erforderlichen Projekte sind für einzelne Nationen etliche Nummern zu groß.

Aber gemeinsam ginge das. Technisch wäre es schon möglich. Wenn erst einmal so eine Katastrophe passiert ist (es muss ja nicht gleich der Weltuntergang sein), wird es möglicherweise sehr schnell gehen. Man stelle sich nur mal vor, das Tunguska-Ereignis 1908 hätte nicht in Sibirien, sondern über dem Ruhrgebiet stattgefunden. Der Erste Weltkrieg wäre höchstwahrscheinlich ausgefallen und die Geschichte hätte einen anderen Verlauf genommen.

Richard


 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#4 von Renate Beck , 25.08.2016 13:39

Hallo Richard, du hast mich überzeugt.
Ich habe mir das Buch bestellt.
LG Renate

 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#5 von Albero , 01.09.2016 23:49

Am Sonntagmorgen,
kurz vor halb vier Uhr am 28. August 2016 ist die Erde knapp einer Katastrophe entgangen. Behaupten zumindest jede Menge sehr aufgeregte Berichte in Zeitungen und vor allem den sozialen Medien. Ein Asteroid hätte uns fast und ohne Vorwarnung erwischt. Wäre er eingeschlagen, hätten wir es erst bemerkt, wenn es schon zu spät gewesen sei.

Weiter geht’s HIER


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#6 von Richard Maxheim , 06.09.2016 22:36

Asteroidenabwehr

Florian Freistetter hatte bereits im Februar 2010 zu dem Thema eine Serie in seinem Blog veröffentlicht:

Teil 1: Wie groß ist die Gefahr vom Himmel eigentlich?
Teil 2: Die Armageddon-Variante
Teil 3: Nur ein kleiner Schubs ...
Teil 4: Zuerst muss man sie mal finden ...
Teil 5: Apophis, die Medien und wie man sich selbst informiert

Eigentlich müsste das eine internationale Angelegenheit im Rahmen eines globalen Katastrophenschutzes – so wie die globale Katastrophenhilfe – unter dem Dach der Vereinten Nationen werden. Dazu müsste dann auch ein entsprechendes Frühwarnsystem für zu erwartende Asteroideneinschläge mit lokalen oder regionalen Auswirkungen gehören, so wie gleichfalls z.B. Frühwarnsysteme für Tsunamis etc.

Richard


 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#7 von Richard Maxheim , 06.12.2016 13:00

Kein Geld für die Asteroidenabwehrmission der ESA

Von Florian Freistetter

Erst gestern habe ich erzählt wie wichtig die Erforschung der Asteroiden ist. Sie sind eine einmalige Informationsquelle wenn wir mehr über unsere Ursprünge herausfinden wollen. Sie sind auch ein einmaliger und meiner Meinung nach der einzige Weg, wenn wir in Zukunft über unseren Planeten hinaus wachsen wollen. Vor allem sind die Asteroiden auch eine potentielle Gefahr. Die Kollision eines großen Asteroiden mit der Erde ist zwar kein sehr häufiges Ereignis, dafür aber eines mit einem unvorstellbar großen Zerstörungspotential.

Weiter im Freistetter-Blog.

Richard


 
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RE: Schutz der Erde vor Gefahren von außen

#8 von Renate Beck , 29.06.2017 12:10

 
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