Warum dieses Forum?

#1 von Albero , 16.05.2016 18:23

Hin und wieder erscheint das Thema „Weltbürger“ in den Medien. So auch kürzlich bei Spiegel-Online unter dem Titel „Wo die Weltbürger wohnen“. Dazu gibt es dann regelmäßig Kommentare. Ist es ausreichend sich in Vaterlandsliebe zu ergehen, oder sollte man besser die ganze Welt umarmen? Für entschiedene Weltbürger gehen solche Diskussionen am Kern der Sache vorbei.

Deshalb erscheint es mir wichtig, das wir Weltbürger mehr als bisher miteinander ins Gespräch kommen. Ich würde dazu auch gerne alle mit einschließen, die an dem Thema interessiert sind, ohne dass sie sich als Weltbürger bekennen. Dies unabhängig von allen Weltbürger-Vereinen und Organisationen, die in ähnlicher Weise wirken. Es geht auch darum, durch die Diskussion auf eine sachliche, rationale Ebene zu kommen, frei von den Zwängen der Tagespolitik.

Dafür soll dieses Forum dienen, und ich würde mich als Initiator über eine rege Teilnahme freuen.
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RE: Warum dieses Forum?

#2 von Richard Maxheim , 20.05.2016 15:34

Zitat von Albero im Beitrag #1
Es geht auch darum, durch die Diskussion auf eine sachliche, rationale Ebene zu kommen, frei von den Zwängen der Tagespolitik.

Das finde ich außerordentlich wichtig. Gespräche über Zukunftsperspektiven können nämlich sehr schnell durch aktuelle Themen erstickt werden. Das soll nicht heißen, dass man gegenwärtige Probleme ignoriert soll. Wenn man mich fragen würde, was ich als Weltbürger als Lösung zu den dramatischen Fluchtbewegungen vorschlagen würde, müsste ich sagen: Tut mir leid, da bin ich ganz im Jetzt. Dazu kann ich nicht mehr sagen und tun wie ein normaler, human denkender Bürger. Als Weltbürger kann ich nur darauf hinweisen, dass es in einer zukünftigen solidarischen Weltföderation (siehe im Themenbereich „Es gibt ein Ziel“) so etwas nicht mehr geben wird. Es wird dann keine Kriege mehr geben, durch die Menschen gezwungen werden, ihre Heimat zu verlassen.

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Zum Weltbürger-Trend

#3 von Markus Rabanus , 18.03.2017 16:38

Der SPIEGEL-Artikel "Wo die Weltbürger wohnen" wirft Fragen auf, denn mir scheint es beim Blick in die Welt wahrscheinlich und auch verständlich, dass der Umfragetrend nicht wirklich für Weltbürgerlichkeit steht, sondern eher für wachsendes Wissen, dass es sich anderswo besser leben lässt als im Land der eigenen Geburt.
Mit solcher Deutung wäre das stagnierende oder gar nachlassende Weltbürger-Selbstverständnis in Ländern wie Deutschland eher vereinbar, die unter dem Eindruck von Zuflucht aus Krieg und Elend um den erreichten Wohlstand fürchten und nationalistische Tendenzen erstarken lassen, womit sich zugleich erklären könnte, dass die vermeintliche Weltbürgerlichkeit in sich abschottenden Staaten am niedrigsten ist.

"Weltbürgerlich" kann eigentlich nur sein, was eine Art Weltstaatlichkeit anstrebt.

Deshalb hätte die weitere Frage zu lauten, ob denn auch diese Konsequenz gewünscht wäre.

Überdies könnte hierzulande großen Unterschied machen, wenn die dritte Frage lautet, ob nicht mehr Weltstaatlichkeit erforderlich sei, denn ich vermute, dass viele Menschen hierzulande zwar die Erforderlichkeiten erahnen, aber ihnen nicht entsprechen mögen, denn oft sind Wissen und Vernunft zweierlei.

Auch eine vierte Frage wäre zu stellen, ob denn dem Erforderlichen auch eine Chance auf Umsetzung zugetraut wird. Und ich vermute, dass viele, die sich zwar zu den Erforderlichkeiten bekennen, jedoch nichts dafür tun, weil sie an der Umsetzbarkeit zweifeln.

Vielleicht sollten wir es mal mit einer eigenen Umfrage testen/üben.
Herauszufinden, ob und warum so viele Leute vielleicht Angst vor Weltstaatlichem haben, ob und wie sich das ändern ließe.

Hängt man die Latte tiefer, was unter "Weltbürger" zu verstehen sei, dann manifestieren sich immerhin solche Selbstverständnisse in Anhängerschaft zu allerlei globalen NGOs und deren Forderungskatalogen.
Aber oft hadere ich mit NGO-Selbstverständnissen, wenn sie mit UNO-Institutionen zu heftig um Ansehen und Spendengelder konkurrieren, denn auf Almosen-Basis werden sich die Menschheitsprobleme nicht lösen lassen, wie auch die Würde des Menschen nicht auf Almosen gründet, sondern auf (welt-)staatlich gewährleisteter Gerechtigkeit.

So, das war jetzt ein bisschen Ausflug auf einen speziellen Aspekt des Themas "Warum dieses Forum?"
Aber klar freue ich mich, endlich mal gruppenfündig geworden zu sein. Und ein auf Weltbürgerlichkeit spezialisiertes Diskussionsforum ist allemal angebracht. Besonders freue ich mich darüber, dass hiesige Weltbürgerlichkeit die positive Bedeutung der Vereinten Nationen anerkennt, denn das ist wirkliches Kriterium zur Unterscheidung von Spinnerei.

LG


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RE: Zum Weltbürger-Trend

#4 von Albero , 17.05.2017 23:45

Es ist mir eben erst eingefallen und vielleicht sonst niemandem aufgefallen:
Gestern hatte unser Forum den 1. Geburtstag. Immerhin haben wir uns seit Gründung etwas mehr als verdreifacht. Wenn das so weiter geht, sind wir in 10 Jahren fast 300.000

Herzliche Krückwunsch von der Administratur


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RE: Zum Weltbürger-Trend

#5 von Markus Rabanus , 18.05.2017 00:25

Gratulation auch meinerseits ;-)


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RE: Zum Weltbürger-Trend

#6 von Richard Maxheim , 18.05.2017 12:51

Herrje, schon wieder ein Jahr vergangen.


 
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RE: Zum Weltbürger-Trend

#7 von Albero , 16.05.2018 00:53

Damit wir es diesmal nicht übersehen: Heute ist der zweite Jahrestag des Forums.


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RE: Zum Weltbürger-Trend

#8 von Richard Maxheim , 16.05.2018 17:50

Na denn, auf ein Neues.

Richard


 
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RE: Zum Weltbürger-Trend

#9 von Renate Beck , 21.05.2018 07:10

Hallo ihr Lieben !
Für die 2 Jahre hat sich hier aber ganz schön was an Inhalten angesammelt.
Schade dass die Beteiligung zu wünschen übrig lässt.
Aber das ist im Internet wohl normal so.
LG Renate

 
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wichtiges Forum (1.471 Beiträge)

#10 von Markus Rabanus , 22.05.2018 13:00

Ja, @Renate, es ist zwar schade, dass sich so schlecht Interessenten finden, aber immerhin sammeln sich Beiträge, auf die sich anderenorts Bezug nehmen lässt.

Um zu sehen, ob wir fauler/fleißiger werden, der statistische Zwischenstand:

1.471 Beiträge in 146 Themen, 15 Unterforen, 3 Rubriken, 7 Mitglieder, davon vier aktiv.

LG


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RE: wichtiges Forum (1.471 Beiträge)

#11 von Albero , 24.05.2018 12:58

Es tut mit leid, wenn diese schönen Zahlen in den nächsten Tagen etwas nach unten rutschen. Das neue Datenschutzgedöns zwingt dazu, die Beiträge zu durchforsten, insbesondere bei den Themen, die Leute betreffen, die nicht bzw. User, die nicht mehr im Forum vertreten sind. Da ja hier jeder mitlesen kann und Suchmaschinen ausdrücklich nicht ausgeschlossen werden – was auch so bleiben soll – , ist das rechtlich erforderlich. Ich werde mich dabei bemühen, dass die wichtigen Informationen und Texte, ohne Bezug auf Personen, erhalten bleiben.

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RE: wichtiges Forum (1.471 Beiträge)

#12 von Markus Rabanus , 25.05.2018 12:41

Hmm, aus welcher konkreten Norm meinst du Löschpflichten folgern zu müssen.

Sei so lieb und zeige mir ein Beispielposting, welches zur Löschung anstünde.


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RE: wichtiges Forum (1.471 Beiträge)

#13 von Albero , 25.05.2018 13:14

Da steige ich selbst noch nicht durch. Es wird ja viel geschrieben. Hauptsächlich geht es wohl um personenbezogene Daten, die man nicht mehr ohne das Einverständnis der Betroffenen veröffentlichen soll. Ich habe erst einmal zwei Vorstellungen von Ehemaligen gelöscht, weil darin viel Persönliches enthalten war. Eigentlich auch uninteressant, da sie ja nicht mehr dabei sind. Ansonsten schaue ich mir die Threads durch und nehme vielleicht vorsorglich die eine oder andere Info heraus. Ganze Themen zu löschen wird sicherlich nicht notwendig sein.


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Neue Datenschutzverordnung & wir

#14 von Markus Rabanus , 25.05.2018 15:21

Ja, viel Panikmache, vor allem seitens der "Fachanwälte für IT", die mit "gesteigertem Beratungsbedarf" werben ;-)

Schauen wir uns das "Problem" mal vom Ende her an, so dürfte sich jegliches Risiko im Rahmen halten, denn die Bußgelder belaufen sich für die Internetwirtschaft auf "bis zu vier Prozent vom Jahresumsatz", m.E. ein Lacher, denn ich würde mir wünschen, dass die Top-IT-Unternehmen zunächst mal überhaupt Steuern zahlen.

Für mich irrelevant, denn meine Einnahmen aus den Veröffentlichungen zugeschalteten Werbeeinzeigen sind von einst monatlich nahe 1000 € auf heute nahe Null gesunken.

Für uns hier ebenfalls irrelevant, weil gänzlich unkommerziell.

Wenn Leute unbedingt ihr "Recht auf Vergessenwerden" geltend machen möchten, kann überlegt werden, ob solchen Wünschen Folge zu leisten ist, denn Diskussionsbeiträge zu löschen, greift halt auch in Rechte anderer Diskutanten ein. Berechtigte Interessen sind gegeneinander abzuwägen.

Unter Umständen muss die moderative Pseudonymisierung solcher Beiträge genügen.

Auch deshalb besser, wenn Registrierte bei Inaktivität NICHT gelöscht werden, denn nur dann ist gewährleistet, dass Löschanträge von tatsächlich Berechtigten verlangt werden.

Datenschutz ist wichtig, aber werden m.E. von der neuen Verordnung nicht bewirkt, weil sich die Politik zu sehr von Leuten beraten lässt, die Teil eines Systems sind, welches die Ausbeutung persönlicher Daten will, obgleich es dazu grundlegende Alternativen gibt. Das Motto hat zu lauten: "Content-Werbung statt personalisierter Werbung".

Das wäre keineswegs wirtschaftsfeindlich, denn Werbung, die sich an Inhalten von Artikeln, Kommentaren, Kommunikation orientiert, ist hinreichend effektiv, "schnüffelt" zwar den aktuellen Inhalt, nicht aber die Person, während jegliche "personalisierte Werbung" in Persönlichkeitsrechte eingreift, oft sogar über viele und alle Internetportale hinweg, oft bis in die persönlichen Adressverzeichnisse, also auch in die Persönlichkeitsrechte von Dritten, weshalb jedes Verlangen von IT-Unternehmen auf Einblick in solche Sphären vollends rechtswidrig auch dann ist, wenn der einzelne User "zustimmt", denn niemand darf zu Lasten Dritter handeln.

Nun ist es allerdings so, dass wer solchen juristisches Problembewusstsein hat, praktisch gar nicht mehr am "digitalen Zeitalter" teilnehmen kann, allenfalls noch über Computer von "Internetcafes".
Darum lässt sich dieses Problem für uns Einzelne überhaupt nicht lösen, denn Nichtteilnahme am "digitalen Zeitalter" hieße bspw. für mich "Ausstieg aus unserem Zeitalter" = darf ich schon aus Gründen gegenüber dem Finanzamt nicht.

Großes Thema, auch Globales Thema, zu dem wir weltbürgerliche Positionen entwickeln können, aber hier/jetzt kommt es zunächst mal darauf an, aus der neuen Datenschutzverordnung keine Fehlschlüsse zu ziehen, zumal es an Anwendbarkeit für uns weitgehend fehlt.

LG


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