Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#1 von Richard Maxheim , 26.06.2016 18:09

Hier sei gleich die Schlussfolgerung dieses Artikels vorweggenommen, damit man weiß, um welchen Punkt sich das Ganze dreht: Jeder international ausgehandelte Vertrag, alle für den Fortbestand der Menschheit, für globale Gerechtigkeit, für den Weltfrieden etc. unerlässliche Maßnahmen sind letztendlich Schall und Rauch, wenn sie nicht rechtlich und administrativ abgesichert und mittels einer globalen Autorität durchgesetzt werden können.

Um was geht es bei der Nachhaltigkeit?

Der inflationäre Gebrauch des Wortes „nachhaltig“ trägt eher zur Verwirrung von Otto Normalverbraucher bei, als dass man ihn damit für verantwortungsbewusstes Denken und Handeln begeistern könnte. Ist ja sowieso alles nur was für Ökospinner und Eine-Welt-Träumer. Wen wundert es, denn schon die Definition des Begriffes Nachhaltigkeit ist eine Wissenschaft für sich. So etwas begünstigt natürlich den Umstand, dass viele Politiker und Aktivisten von Bürgerinitiativen den Begriff verwenden, ohne überhaupt dessen Konsequenzen erfasst zu haben. Hinzu kommt der bewusste bis naive Missbrauch durch Industrie, Handel und Werbung. Kritik daran gibt es schon länger. Siehe die Kolumne „Nachhaltigkeit – Die Karriere einer Worthülse“ in der NZZ vom Juni 2016.

Als Weltbürger mit politischer Zielvorstellung kann ich den Begriff in sofern aufgreifen, dass die Lösungen von Problemen bzw. die Überwindung von Missständen nachhaltig, d.h. auch dauerhaft sein sollen. Das geht kaum ohne wirksame Absicherungen. Sonst könnte ja jeder, der über die notwendigen Macht- und Geldmittel verfügt, alles wieder über den Haufen werfen. In den Kommunen und Landkreisen lässt sich so etwas mittels Satzungen regeln. Bundesländer und der Nationalstaat haben dafür ihre Gesetzgebungsverfahren und die Exekutiven. Auch im Rahmen der Europäischen Gemeinschaft geht das bereits ganz gut, wobei dort vieles verbesserungswürdig wäre.

Da die wirklich großen, die Existenz der Menschheit bedrohenden Probleme unserer Zeit, global sind, bedarf es hier auch einer globalen Umsetzung und Absicherung. Da sind wir schon beim Kern der Sache, denn die Organisation der Vereinten Nationen ist bis heute immer noch nicht in der Lage, diese Aufgaben effektiv zu übernehmen. Die UNO ist keine Weltregierung, sondern eine zwischenstaatlicher Zusammenschluss von gegenwärtig 193 Nationen. Sie besitzt zwar als Subjekt des Völkerrechts Gewicht, aber letztendlich können die einzelnen Nationalstaaten immer noch machen was sie wollen.

Brauchen wir deshalb eine Weltregierung?

Um diese Frage zu klären, muss man erst einmal mit einem Missverständnis aufräumen. Der Begriff Weltregierung wird oft mit Weltherrschaft oder Weltdiktatur gleich gesetzt. Dabei ist eine Regierung nichts weiter als eine oberste Verwaltungsbehörde. Eine Weltregierung wäre kein Kabinett von Weltministern und einem Weltkanzler an der Spitze, sondern ein ganzes System in der bewährten Aufteilung von Legislative, Exekutive und Judikative. Dieses System sollte ausschließlich für globale Belange zuständig sein und müsste auf der Grundlage einer demokratischen Weltföderation beruhen, wie sie bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges von Weltföderalisten gefordert wird.

Natürlich ist das eine Utopie, aber ist diese Utopie falsch? Wäre es schlecht, wenn es in diesem Sinne eine globale Autorität gäbe, die Weltfrieden, Weltwohlstand, Weltdemokratie und die Einheit der Menschheit in der Vielfalt durchsetzen und garantieren würde? Die Vereinten Nationen können das so jedenfalls nicht. Es wäre eine Option – und es ist auch die wahrscheinlichst mögliche – die UNO entsprechend weiter zu entwickeln. Ein Schritt hin zu einer demokratischeren UNO, könnte die Schaffung einer gewählten parlamentarischen Versammlung neben der Generalversammlung sein. Eine weltweite Kampagne dafür läuft bereits mit beachtlichem Erfolg. Auf der Website der World Citizens Projekt Agency – WCPA Deutschland (klick auf Banner) – werden weitere Weltbürger-Projekte für eine demokratischen Weltföderation vorgestellt.


 
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RE: Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#2 von Albero , 27.06.2016 13:30

Der Artikel ist aber nicht so lang geworden. Kurz und schmerzlos, gut so. Ich habe ihn im Politik-Forum verlinkt:
http://www.politik-forum.eu/viewtopic.ph...583839#p3583839


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#3 von Richard Maxheim , 27.06.2016 19:38

Ich habe den Artikel auch im Forum „mehr Demokratie wagen“ gepostet. Dort gibt es schon Diskussionsbeiträge.
http://www.mehr-demokratie-wagen.de/article.php?sid=478

Hier ist noch eine Link, ganz unten:
http://www.bessereweltlinks.de/index.php?cat=9210

Gruß
Richard


 
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RE: Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#4 von Albero , 28.06.2016 13:04

Zitat
Den Veranstaltern des Netzwerks Luis Cabrera von der Griffith Universität sowie James Thompson vom Hiram College in Ohio zufolge, „fand die Idee einer Weltregierung bei weltweit führenden Theoretikern der Internationalen Beziehungen, normativen Vertretern Politischer Theorie, Forschern des Internationalen Rechts, Ökonomen sowie Soziologen in den vergangenen zwanzig Jahren zunehmend Beachtung. Sie haben die Perspektive einer vollständigen globalen Integration erforscht und in vielen Fällen Gründe dargelegt, warum diese unterstützt werden sollte.“


Quelle:
http://de.unpacampaign.org/7833/weltregi...er-integration/

Da ist die WCPA denen aber schon weit voraus.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#5 von Richard Maxheim , 29.06.2016 13:53

Ich habe den UNPA-Arikel unter “Aktuelle Artikel“ verlinkt. Es ist sehr zu begrüßen, dass sich nun auch mehr Politik- und Rechtswissenschaftler mit dem Thema Weltregierung befassen. Sie sind ja in den meisten Fällen die beratenden Experten bei Parlamenten und Regierungen. Weltregierung war bisher mehr eine Angelegenheit von Enthusiasten und Philosophen.

Natürlich sind Weltverfassung und Weltparlament der WCPA für solche Wissenschaftler zunächst einmal nicht mehr als laienhafte Experimente. Die Weltverfassung wurde aber nicht so einfach aus dem Hut gezaubert oder von einem Einzelnen entworfen, wie das Ernst Heinrichsohn aus Oldenburg mit seinem Verfassungsentwurf bewerkstelligte. In das Dokument hat die WCPA jahrelange Arbeit gesteckt. Da haben viele dran mitgewirkt, ohne sich vom Wenn und Aber akademischer Experten frustrieren zu lassen.

Und wenn in Monbiots Kritik steht „Die Weltdemokratie wurde also so geplant, und zwar mit solcher Umsicht, dass nichts dem Zufall überlassen wird ….“, dann ist das doch eher ein Hinweis auf Professionalität. Es wäre deshalb wünschenswert, dass sich die WCPA an diesem neuen Netzwerk beteiligt. Ich werde mich dafür einsetzen.

Gruß
Richard


 
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RE: Globale Nachhaltigkeit durch Weltregierung

#6 von Renate Beck , 30.06.2016 18:14

Die Gründe in dem Artikel für eine Weltregierung sind bestechend. Ich muss dass nach dem Urlaub mal in unserer Eine Welt Gruppe erzählen. Da wird auch immer nur von Nachhaltigkeit geredet. Man setzt sich für Ziele ein die ohne so eine Weltregierung erst garnicht erreichbar sind, geschweige denn von Dauer sein sollen. Ich weiß nicht ob sie das begreifen aber versuchen kann man es ja mal.
LG Renate

 
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