Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#1 von Richard Maxheim , 10.07.2016 21:32

Bei der Frage nach mehr Gerechtigkeit macht man sich als Weltbürger natürlich auch Gedanken über die Welternährung. Dass heute immer noch viele Menschen auf der Welt hungern müssen und verhungern hängt sicherlich nicht alleine an mangelhafter Nahrungsmittelproduktion. Da sind auch andere Faktoren mit im Spiel. Die Herstellung von Lebensmitteln hat dennoch einen wesentliche Anteil daran. Die so genannte Grüne Gentechnik gibt Hoffnung, da sie auf die Verbesserung von Nahrungspflanzen ausgerichtet ist. Die Sache ist bekanntlich umstritten, besonders in Breitengraden, in denen es den Menschen verhältnismäßig gut geht und sie sich den Luxus wurmstichiger Äpfel aus dem Bioladen leisten können.

Die Frage des Für und Wider ist aber schon lange keine Angelegenheit mehr von wissenschaftlicher Erkenntnisse und vernünftiger Abwägung, sondern zu einem Glaubenskrieg mutiert. Dabei ist Grüne Gentechnik nicht viel anders als das normales Züchten von Pflanzen, nur geht es dabei viel gezielter und vor allen Dingen schneller. Aber, wie schon damals bei der Eisenbahn, malen mal wieder fragwürdige Naturschützer und Schöpfungswächter den Teufel an die Wand. Und sie hatten bis jetzt damit leider Erfolg. Dennoch würde ich so wie Prof. Beda Stadler wetten, dass wir in Zukunft nur noch Genfood essen werden, so wie wir heute ganz selbstverständlich Eisenbahn fahren.

Aber wem soll man glauben? Der Monsanto-Mafia, welche die Menschheit mit genvergifteten Anthropoziden vernichten will, oder der Freundin der Schwiegertochter, welche die Mittelohrentzündung ihres Kindes mittels Globuli zu überwinden scheint und ihrem Kind damit den Weg in einer ganzheitlich transformierte Zukunft ebnen möchte? In einem offenen Brief haben sich inzwischen mehr als einhundert Nobelpreisträger gegen die Haltung von Greenpeace zu gentechnisch modifizierten Pflanzen und im Speziellen zu Goldenem Reis ausgesprochen. In dem Brief kreiden sie diversen Organisationen mit Greenpeace an der Spitze an, die Fakten zu ignorieren und ein wertvolles Werkzeug, die Gentechnik, pauschal abzulehnen.
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Und wenn ich die Reaktionen dagegen lese, dann weiß ich ziemlich genau, wem ich eher vertrauen kann.

Richard


 
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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#2 von Albero , 12.07.2016 17:40

Artikel im Handelsblatt vom 21. Juni:
„Wir können nicht auf Gentechnik verzichten“

Zitat
Gentechnik ist ein zusätzliches Instrument in der Pflanzenzüchtung. Die weltweite Landwirtschaft steht vor riesigen Herausforderungen: wachsende Weltbevölkerung, sinkende Anbauflächen, der Einfluss des Klimawandels. Wir müssen Pflanzen entwickeln, die mit weniger Ressourcen auskommen, für die weniger Chemie gebraucht wird, die produktiver sind und klimatischen Widrigkeiten standhalten. Genetische Verbesserung ist dafür ganz entscheidend.


Interessant auch der längere Beitrag im GWUP-Blog:
Die Gentechnik-Sicherheitsdebatte ist vorbei

Aber davon lässt sich der Normalverbraucher nicht besänftigen. Wäre auch zu viel zu lesen und zu verstehen. Der kauft jetzt einfach die Milch bei LIDL. Dass sich die Werbefritzen mit so etwas auf Dauer noch unglaubwürdiger machen könnten als sie schon sind, käme denen niemals in den Sinn. Den lieben Kunden kann man doch locker jeden Käse andrehen.

Meint Albero


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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#3 von Albero , 12.09.2016 20:38

Vandana Shiva: Globalisierungs und GMO Schwurbelei

Vor kurzem haben sich ja 110 Nobelpreisträger gegen Greenpeace und für gentechnisch verbesserte Organismen in der Landwirtschaft ausgesprochen, ein flammender Appell, den ideologisch begründeten und unvernünftigen Widerstand gegen diese Technologie im Allgemeinen und gegen Goldenen Reis im Speziellen doch endlich fallen zu lassen.
Dass dieser Aufruf bei Greenpeace auf taube Ohren fallen würde, war zu erwarten. Aber vielleicht bringt der Aufruf doch ein paar Menschen dazu, sich mit dem Thema zu beschäftigen und eigene Schlüsse zu ziehen.
Eine weitere Gegnerin der Grünen Gentechnik, gegen die sich dieser Aufruf der 110 Nobelpreisträger indirekt auch richtet, ist die “Nuklearphysikerin” Vandana Shiva.

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#4 von Renate Beck , 13.09.2016 07:40

Wie kommt so jemand an den Alternativen Nobelpreis ? Unglaublich !!!
Jetzt habe ich aber meine Mitgliedschaft bei Greenpeace gekündigt. Die kriegen von mir kein Geld mehr.
LGB Renate

 
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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#5 von Richard Maxheim , 16.10.2016 23:37

16. Oktober – heute war der Welternährungstag

Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der an Hunger leidenden Menschen in den letzten 15 Jahren um 29 Prozent gesunken ist. Doch gleichzeitig leiden noch immer 795 Millionen Menschen weltweit an Hunger. Unterdessen blockieren Greenpeace und sonstige so genannte Umweltverbände weiterhin Forschung und Umsetzung der Grünen Gentechnik. Sie betreiben fortgesetzt Desinformation und schüren völlig unbegründete Ängste. Ein Umdenken scheint unmöglich zu sein. Was einmal verteufelt wurde, soll auch des Teufels bleiben, auf Teufel komm raus. Wann hört dieser mittelalterliche Schwachsinn endlich auf?

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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#6 von Albero , 17.10.2016 14:58

Am Wochenende fand in Den Haag das so genannte Monsanto-Tribunal statt, ein prächtiges Schmierentheater irrationaler Ökofantiker. Im Psiram-Blog gibt es dazu einen treffenden Artikel:
Das Monsanto-Tribunal – Ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit


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#7 von Richard Maxheim , 05.11.2016 00:34

Es existiert inzwischen eine ordentlilche Inititiative gegen diese grünlackierte Unvernunft:

FORUM GRÜNE VERNUNFT

Die sind natürlich alle vom Montesanto-Dämon besessen.

Richard


 
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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#8 von Richard Maxheim , 20.02.2017 23:05

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka warnt vor Einschränkungen neuer gentechnischer Methoden.

Es gebe eine Verantwortung, Wissen weiter zu entwickeln, teilte die CDU-Politikerin am Dienstag anlässlich einer Wissenschaftler-Tagung zum Umgang mit dem sogenannten Genom Editing mit. "Dafür braucht es auf jeden Fall Experimentierräume, die wir uns nicht vorschnell verbauen sollten." Zudem sei die Landwirtschaft angesichts der steigenden Weltbevölkerung auf wachsende Erträge angewiesen. Dies könne mit Pflanzen erreicht werden, die mit den neuen Techniken entwickelt werden. Eine Mehrzahl der Wissenschaftler folgte im Kern den Vorstellungen der Ministerin.
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Die Wissenschaft wird mit Füßen getreten

Eine neue Richtlinie der EU bedeutet den faktischen Ausstieg aus der Grünen Gentechnik. Wissenschaftliche Argumente sind der Politik egal.
Essay von Klaus-Dieter Jany

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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#9 von Richard Maxheim , 24.04.2017 14:29

Umerziehung vorerst gescheitert

Zitat
Grüne Gentechnik werde von der Bevölkerung abgelehnt, heißt es häufig in politischen Debatten. Doch wenn man einmal genau hinsieht, ist das Meinungsbild weder einheitlich noch eindeutig.
Bei der letzten Naturbewusstseinsstudie von 2015 zum Beispiel zeigte sich ein interessanter Trend: Jüngere Menschen (18- bis 29-Jährige) sind der Gentechnik gegenüber weniger skeptisch eingestellt als ältere Bevölkerungsgruppen. So würden gerade einmal 36 Prozent der Befragten in der Gruppe der bis 29-Jährigen einem Verbot des Einsatzes von gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft zustimmen. 41 Prozent der Befragten in dieser Gruppe denken sogar, dass Gentechnik einen Beitrag zur Bekämpfung des Hungers in der Welt leisten kann.


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RE: Grüne Gentechnik – nutzt oder schadet sie?

#10 von Renate Beck , 26.04.2017 06:54

Wir haben im Laden lang und breit darüber diskutiert. Anfangs hatte ich mich damit echt unbeliebt gemacht. Inzwischen findet aber ein Umdenken statt. Es hängt auch irgendwie damit zusammen weil die Grünen zusehens an Zustimmung verlieren.
LG Renate

 
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#11 von Markus Rabanus , 27.04.2017 12:17

Wer wettet, dass es irjendwanne nur noch Genfood jippt und im nächsten Steppe viel effektiver bloß noch Paste, Pellets und Substrate statt Blattjemüse und Kotlette, die jezz schon daraus sind, hat allemal jewonnen, weils numma so isse, dat die Meere leera werdn und die Menschn mehre ;-)

Nüscht für ungut, aber das sei Parteiprogrammen überlassen und Debatten im künftigen Weltparlament, wie heute ab und an im Bundestag, ob Greenpeace die Hungersnot verschuldet etc.
Genfood, Globaler Mindestlohn - und 1000 Sachen, die uns im Für und Wider superinteressant sind - und meinen Senf dazu erspar' ich keinem, haben dennoch anderen Kontext.

Bei Weltrepublik geht es vorrangig um die Frage globaler Demokratie und Gewaltenteilung, sodann um die Frage der Zuständigkeiten. Das sind ganz schwierige Fragen, für die es viele, gute Antworten braucht. Was sollen Interessierte zum Thema wissen, diskutieren? Tempo-130 eher nicht.
Oder wollen wir in solchen Teichen angeln? Wie es andere tun mit anderen Netzen, wie Seelenzauberei? Das können wir nicht wollen.

Ich werde zur Unterscheidung von Parteiprogrammatik und Demokratie noch mal gesondert schreiben, aber die Richtung ist klar Konzentration auf Weltrepublikaniserung und andere Themen woanders.

Die Themenkombination aus Weltrepublik und Parteipolitik ist einzig und allein dann gerechtfertigt, wenn es um Fragen geht, ob und wie sich unsere Parteien für Weltrepublikanisches öffnen lassen.

LG


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RE: Kontext von Themen

#12 von Albero , 27.04.2017 17:05

In der Einleitung zum Forum hatte ich bereits angesprochen, dass wir frei von den Zwängen der Tagespolitik diskutieren sollten. Wir sollten uns auch nicht von Einzelheiten aufhalten lassen. Sich jetzt schon zu ausgiebig mit Themen zu beschäftigen, die eigentlich erst in einer Weltdemokratie verbindlich geregelt werden können, dürfte auch unnötig viel Kraft kosten.

Aber das ist ja das, was die meisten Weltbürger in weiterem Sinne heute tun. Sie geraten dabei auch auf irrationale Abwege. Ich halte es deshalb schon für wichtig, dass die postfaktische Gentechnikverweigerung hier angesprochen wird, denn sie kann in Zukunft gravierende Auswirkungen auf die Welternährungslage ausüben. Wenn einflussreiche Organisationen wie Greenpeace einen Aufruf von über 100 Nobelpreisträgern ignorieren und lieber ideologischen Lügenkonstrukten anhängen, dann ist das sehr bedenklich.

Auf der anderen Seite muss ich Markus Recht geben: Die ständige Begleitung solcher Themen kann nicht die Aufgabe dieses Forums sein. Wir haben wichtigeres zu tun. Ich denke auch, dass in puncto Grüner Gentechnik hier ausreichend informiert wurde und schlage deshalb vor, das Thema zu schließen. Wer also noch seinen Senf dazu geben möchte, möge dies bitte bis zum Wochenende tun. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

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RE: Kontext von Themen

#13 von Richard Maxheim , 29.04.2017 13:16

Was ich noch zu senfen hätte: Die Kritik an der Gentechnik wird meistens mit der Kritik an den Geschäftsgebaren gewisser Konzerne vermischt. Wobei man sagen muss, dass die auch total überzogen ist. Schließlich will man mit seinen Erfindungen Geld verdienen. Konzerne sind keine selbstlosen, altruistischen Clubs. Da hängen eine Menge Arbeitsplätze dran und auch die Forschung kostet viel Geld. Ähnliches habe wir bei der Kritik gegenüber der Pharmaindustrie, die angeblich Krankheiten erfindet oder sogar künstlich in die Welt setzt, damit sie ihre Pillen verkaufen können. Die Impfgegner sind da ganz groß darin. Irrationale Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit ist heute weit verbreitet und gehört in der so genannten alternativen Szene zur Selbstverständlichkeit. Das ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem in unseren Breiten. Da können wir als politische Weltbürger nicht viel dagegen tun, aber dennoch Stellung beziehen. Kannst dicht machen.

Richard


 
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Partei- und Privatthemen

#14 von Markus Rabanus , 01.05.2017 05:01

"Irrationale Wissenschafts- und Technikfeindlichkeit ist heute weit verbreitet und gehört in der so genannten alternativen Szene zur Selbstverständlichkeit. Das ist ein allgemeines gesellschaftliches Problem in unseren Breiten. Da können wir als politische Weltbürger nicht viel dagegen tun, aber dennoch Stellung beziehen. Kannst dicht machen."

Hmm, sowat als letztes Posting ist tatsächlich "Senf" ;-)

Zwar dürfen auch "Weltbürger" (fast) alles sagen, aber weit weniger als "für Weltbürger sprechen" ;-)

@Richard, ich komme aus der Wissenschaft, war auch politisch jahrelang für Berufungen und Forschung mitzuständig im Amt des Akademischen Senats der FU-Berlin. Wenn irgendetwas im Kontext von Wissenschaft und Forschung Käse ist, dann ist das Fortschrittsfeindlichkeit mit Kehrseite Fortschrittsnaivität.

Ob 3 oder 350 Nobelpreisträger etwas unterschreiben, besagt, was 3 oder 350 Nobelpreisträger für richtig erachten - und falsch wäre, ihnen zu widersprechen, zumal meist das Wissen fehlt.
Aber einen Konflikt zwischen Greenpeace und den Appellunterzeichnern zu verallgemeinern, das geht nicht gut, denn Greenpeace hat eigene wissenschaftliche Kompetenz und das sind keineswegs akademisch gescheiterte Existenzen. Wenngleich Umweltschutzorganisationen ganz ähnlich selbstsüchtige Tendenzen aufweisen, wie Wissenschaftler anderer Institutionen und Konzerne ebenfalls - verständlich, weil anderenfalls immerhin arbeitslos.

Naiv wäre, wenn man sich unter einem Wissenschaftler oder jedem Nobelpreisträger sogleich einen Einstein vorstellte, denn die meisten sind kaum anders als Büroangstellte mit Stechuhr-Mentalität - und in den Erkenntnismethoden eher auf das Try&Error-Prinzip reduziert. - Das hängt u.a. mit der Berufungspraxis zusammen, dass sich Kofferträger/Gefällige mitunter leichter tun als echte Konkurrenten oder gar Geniale wie ein Manfred v. Ardenne, die oft quer in Fächer springen, mit anderem Blick für die Sackgassen. Und Leidenschaft.

Vorhin sah ich mir den verlinkten REUTERS-Artikel durch. Nun, das kann auch dem Laien nicht schwerfallen, zu erkennen, was da versucht wird, mit der Vokabel "konventionell" auf die Gentechnik unterzujubeln, was sich an sprachlichem Unfug schon in der Landwirtschaft bewährt hat, wenn dort die heutige industrielle Landwirtschaft als "konventionelle Landwirtschaft" bezeichnet wird.

Ihr seid alt genug, um zu wissen, was in unseren Kindertagen "konventionell" war, allenfalls mit ersten Melkmaschinen, allenfalls mit kräftigen Treckern im einzig relevanten Unterschied zu Jahrtausenden "konventioneller" Agrartechnik mit Mensch und Vierbeiner vor dem Pflug. - Das würde man heute "Bio" nennen.

Dass Greenpeace & Co. so bescheuert sind, sich überhaupt auf dieses Vokabular einzulassen, ist an intellektueller Kapitulation schon schlimm genug, aber will halt "neu" = "modern" sein, während sich die Lobbyisten der Gentechnik an gesellschaftlichen Bedenken vorbei mogeln wollen, indem sie so tun, als sei nichts neu zu entscheiden, weil nicht neu, während sie andererseits oft genug mit falschen Verheißungen prahlen, vor allem in ihren Börsenprospekten, wie "Wasser ist das Rohöl von morgen! RWE usw." . Stimmt, so wird es kommen. Schrieb ich ja oben schon: Auch Gentechnik kommt, dann die Substrate, weil wir nichts anderes mehr haben werden in Fortsetzung unseres heutigen Denkens.

Um am Schluss des Artikels erklärt ein "Evolutionsbiologe" vom Max-Planck-Institut Detlef Weigel wörtlich: "Pflanzen, die sich vom Ergebnis natürlicher Kreuzungen nicht ohne weiteres unterscheiden lassen, dürfen nicht als gentechnisch verändert gelten."

Vielleicht war er mal "Evolutionsbiologe", aber dann hätte ihm der Unterschied zwischen Evolution und Genmanipulation zu gelten. Der ganze Satz ein Quatsch, denn um "natürliche Kreuzungen" geht es ebenfalls nicht, sondern um die wahrhaft "konventionellen" Kreuzungsmethoden, die Jahrtausende tradiert wurden und werden und nun im Streit ist, wie die "gentechnischen" einzuschätzen sind, ob sie zu ungewünschter Artenverdrängung führen, fremde Felder gentechnisch kontaminieren, ob sie bloß mehr Abhängigkeiten fördern oder tatsächlich gut sind. Hochkomplexe Fragen mit vielen gegensätzlichen Studien.

@Richard, ich bin extrem modern. Auch in der Praxis. Und spreche mich immer für Forschung aus, aber dreierlei großer Unterschied muss sein, beschrieben als derjenige von Theorie von Praxis:

1. Schon das Experiment kann Risiken bergen, nicht nur wie bei den Atomwaffentests, sondern auch in unseren Hochsicherheitslabors.

2. Der deftige Unterschied zwischen Experiment und Großanwendung; so bewilligte ich Haushalte auch für das Hahn-Meitner-Institut, aber hätte es nicht für Biblis getan, wenn ich es entscheiden dürfen gegen die daran Interessierten. Und eigentlich entsprach schon der Berliner Forschungsreaktor keinen vertretbaren Sicherheitsstandards, aber viele Leute kapieren erst, wenn's schief läuft - und nicht mehr unter den Teppich kehren lässt. Jedenfalls gab es Meldungen, die mich auf frühere Entscheidungen nicht sonderlich proud machten.

3. Einige Technik sollten wir uns, sollte jeder sich erst dann zu befürworten trauen, wenn dafür auch politisch sichergestellt wäre, dass damit kein größter Unfug passiert, wie z.B. am 6. und 9.August 1945.
Wissenschaft ohne Verantwortung geht zwar, aber das geht nicht gut. Insofern auch etwas Werbung für Hans Jonas, dessen " Das Prinzip Verantwortung. Versuch einer Ethik für die technologische Zivilisation" meinerseits ein bisserl genmanipuliert etwa lautet: "Wenn Du die Folgen eines Könnens nicht kennst, dann verordne dem Können ein Moratorium, notfalls einen Verzicht."

Trotzdem wirklich egal, wer von uns beiden für oder gegen BASF, Monsanto oder Greenpeace in die Bütt steigt - es geht um viele, viele Arbeitsplätze (vor allem im Marketing), es geht um die Teilhabe am Weltmarkt, auch um meinen Wohlstand indirekt, aber es sollte als Parteipolitik oder persönliche Ansicht begriffen sein - und nicht als irgendwie "weltbürgerlich", denn wir sind sooooo weit von jeglicher Weltrepublik-Realität entfernt, dass wir uns in diesem Streben mit Parteipolitischem nicht vorwärts bringen.

Ganz liebe Grüße!


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RE: Partei- und Privatthemen

#15 von Albero , 01.05.2017 13:03

Guter und ausführlicher Abschluss. Zumach.


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