Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#1 von Richard Maxheim , 26.08.2016 12:53

Eine Anleitung für Weltretter*innen

Die Chancen, unsere Welt zu retten, waren noch nie so gut wie heute! Wir müssen es nur einfach tun – und zwar gemeinsam. Deswegen startet am 7. September, dem internationalen Tag für eine bessere Welt, die Initiative „Und jetzt retten wir die Welt!“. Sie ruft alle Menschen auf, selbst zu dem Wandel zu werden, den sie sich für eine bessere Welt wünschen.


Ausgehend von einem alten, weisen Spruch des chinesischen Philosophen Laotse lädt die Initiative alle Idealisten und Querdenker zu einer gemeinsamen 18-monatigen Expedition ein: „Wir müssen bei uns selbst anfangen, wenn wir die Welt verändern wollen“, erklärt dazu Marek Rohde, einer der Gründer der Initiative. Deshalb beginnt die Expedition bei der Haltung, geht weiter über alle Aspekte unseres Alltags wie Gesundheit, Essen, Kleidung, Haushalt, Garten oder Nachbarschaft und endet bei gesellschaftlichen und globalen Themen wie Arbeit, Geld, Konsum, Politik, Kultur oder Mobilität.

„Unser Ziel ist es, vermeintlich Selbstverständliches gemeinsam zu hinterfragen, eine neue Perspektive und damit innere Freiheit zu gewinnen, sodass wir zusammen den individuellen, sozialen und ökologischen Wandel gestalten können, den wir so dringend brauchen“, meint Ilona Koglin, ebenfalls Gründerin der Initiative. „Und jetzt retten wir die Welt!“ liefert dazu über die Online-Plattform
http://jetztrettenwirdiewelt.de
Ideen, Inspirationen und Vernetzungsmöglichkeiten, lädt zu eigenen Beiträgen ein sowie zu Offline-Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen, die Schritt für Schritt zeigen, wie jede*r im Alltag zur/m Weltretter*in werden kann.

Pressetext als PDF-Datei


 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#2 von Albero , 07.09.2016 22:28

Das mit der Weltrettung ist wohl ironisch gemeint.
Bis jetzt sehe ich da nichts, was irgendwie Einfluss auf die Welt nehmen könnte. Das ist vielleicht auch besser so, denn bei Wohlstandsaktivismus dieser Strickart nistet sich gerne schräges Zeug ein.
Also, wem's Spaß macht.


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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#3 von Richard Maxheim , 08.09.2016 20:05

Jetzt schütt mal nicht gleich die Mücke mit dem Bier aus!

Die Weltretterei hat doch erst gestern begonnen. Und wenn da niemand etwas Weltbewegendes einbringt, dann wird sich auch nichts in der Welt bewegen. Politik ist leider nicht so beliebt. Ich habe die Globale Aktionswoche thematisiert und die Idee eingebracht, ein Treffen am Hambacher Schloss zu veranstalten.

Mal schaun was draus wird.

Richard


 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#4 von Renate Beck , 13.09.2016 07:52

Langsam kommt mit die Sache aber auch spanisch vor. Die bis jetzt gelisteten Aktionen sind doch alle kiki. Ohne Geld leben und so ein Quatsch. Das kann der Typ nur machen, weil er hier durchgefüttert wird.
Doch, unser Bücherregal könnte ich auch mal ausmisten. Aber was hat das mit Weltrettung zu tun ?
Außerdem finde ich die Seiten absolut nervig.
LG Renate

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#5 von Richard Maxheim , 13.09.2016 13:10

Heute habe ich von den Weltrettern Antwort auf meine Eingabe erhalten. Sie geben dem Begriff „Aktion“ allerdings eine andere Bedeutung als der von der Globalen Aktion. Frau schreibt:
„Unsere Idee ist es, so eine Art Online-Akademie für Idealisten und Querdenker aufzubauen. Und Aktionen sind wie ein Online-Kurs :-) D.h. jede/r sollte sie jederzeit für sich oder in seiner Umgebung (alleine oder mit anderen) zusammen machen können.“
Es ist tatsächlich schon abzusehen, dass dabei unter dem Strich nur belangloses Kuddelmuddel rauskommen kann.

Richard


 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#6 von Albero , 13.09.2016 18:42

Sag' ich doch.
Als Spielwiese für flippige Querdenker*innen ist das Konzept dieser „Online-Akademie“ vielleicht ganz nett. Ansonsten kann man es vergessen. Mit dem Anspruch der Weltrettung machen die Initiatoren die Sache dann allerdings auch noch selber lächerlich.

Meint Albero


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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#7 von Marek , 20.09.2016 11:17

Hallo Leute,

danke fürs Aufnehmen hier im Forum. Ich bin einer der (beiden) Macher der Initiative...

Ihr habt in vielem völlig Recht und ich gebe zu, dass wir uns noch ganz andere Aktionen auf unserer Seite wünschen. Wir sammeln auch schon fleißig ein. Die meisten der Vorschläge (von außen) sind aber eben bisher kleine Schritte. Wir halten das für absolut in Ordnung, denn nicht alle Menschen haben überhaupt Interesse an dem Thema oder Lust, sich ausgiebig damit groß zu befassen. Wir haben uns insgesamt bis Sommer 2018 Zeit genommen, um zu sammeln und - mehr noch - auch eine Diskussion über insgesamt 18 Themenbereiche anzustoßen. Und wir sind auch schon mittendrin, da wir uns mit anderen Organisationen und Projekten zusammentun. Zu Zweit und neben den Jobs schafft man allerdings immer nur ein bisschen. Unser Traum wäre natürlich, bis dahin ein Archiv mit vielen Hundert Aktionen zu haben - von klein bis komplex - und in der Masse an kleinen Schritten was zu bewegen.

Zu uns: Nö. Wir sind weder Wohlstandsaktivisten noch irgendwie flippig. Sondern haben nach 10 Jahren eines journalistischen Projektes überlegt, wie wir die ganzen guten Ideen über die wir schreiben in die Tat umsetzen könnten. Und dass das nicht alleine geht, sondern nur mit vielen. Dass manches profan ist und anderes komplexer, versteht sich. Doch man muss ja irgendwo anfangen. Dass man mit einer kleinen Aktion die Welt nicht rettet ist klar. Und mancher mag vielleicht noch nicht mal den Gedanken daran, dass es überhaupt möglich wäre auch nur irgendwas zu retten. Wobei wir bei Euch, nachdem wir im Forum etwas gelesen haben, auch keinen so anderen Traum sehen als den unseren. Den Namen Weltretter haben wir ganz bewusst gewählt. Man bekommt dafür gewiss mehr Häme als Zuspruch, aber es wäre aus unserer Sicht fatal, einen Begriff so verkommen zu lassen. Ich erinnere mich an die späten 70er Jahre, als ich ihn zum ersten Mal diskutiert habe. Zu dieser Zeit gab es die Fraktionen, die es heute auch gibt: Die Idealisten und Utopisten, die Zyniker, die Technokraten und eben die welche meinten, man könne alles irgendwie wirtschaftlich lösen - Aber wenn man heute mal guckt...

Wir finden nichts Anrüchiges dabei, den Vorsatz zu haben die Welt zu retten. Dass man es alleine nicht schafft, ist wie gesagt vollkommen klar. Es gibt manche die sagen, die Welt müsse nicht gerettet werden und sehen sich wohl selbst nicht unbedingt als ein Teil dieser Welt an, sondern davon getrennt. Wir gehen davon aus, dass wir alle ein großes Ökosystem sind, dem gegenüber wir eine Verantwortung haben. Andere behaupten sogar, man müsse noch nicht mal den Menschen retten. Doch wenn ich auf die kommenden Generationen gucke, und wir haben eine große Familie mit vielen jungen Eltern, wollen wir uns damit nicht abfinden. Wie gesagt, Ihr habt Recht. Wir hätten mehr Geld für die Programmierung der Seite ausgeben können, noch mehr Stunden damit verbringen, noch mehr Inhalte einzustellen. Doch wir machen das Ganze seit über 10 Jahren ehrenamtlich und haben dafür unsere Jobs an den Nagel gehängt. Und auch dieses Projekt wird uns noch über 20 Monate beschäftigen. Gebt uns die Zeit, danach eine Bilanz zu ziehen.

Jetzt mal eine Frage zu Euch... Was wären denn, wenn kleine Schritte zur Veränderung "kiki" sind, probate große Schritte? Also was wäre nach Eurer Meinung der große Wurf? Genau diese Frage stellen wir uns ja auch. Ich stelle sie mir seit jetzt 3 Jahrzehnte, habe aber noch nicht viel Konkretes, also wirklich Umsetzbares gehört. Denn: Es wäre gut, wenn sich Menschen zusammenfinden (und am besten weltweit). Es ist prima, wenn sie sich zeigen, auf der Straße, medial, im Privaten oder wo auch sonst noch. Doch was dann? Kennt Ihr das Buch: "Das Ende der Megamaschine?". Wir haben mit dem Autoren ein interessantes Interview geführt. Das Buch beschreibt ein System, welches sich - Verzeihung - seit wenigstens 5000 Jahren nicht die Wurst vom Brot nehmen lässt. 5000 Jahre in denen immer wieder Menschen versucht haben, eine gerechte Welt zu schaffen und ausgebremst wurden. Aus mehreren Gründen. Die Mittel der systemischen Gewalt sind vielfältig und kein Land, keine Regierung, keine Bewegung, keine Idee konnte ihr etwas ernsthaft anhaben. Das beschäftigt uns beide sehr. Was also ist Eure Idee? Was lässt sich machen? Und könnten nicht die kleinen Schritte und die großen koexistieren? Ihr schreibt auf der Übersichtsseite des Forums zum einen Ziel: "...politische Einigung der Menschheit in einer solidarischen Weltföderation, mit Planung der Zukunft im Dienste von Gerechtigkeit und Frieden." Also wäre es doch geboten, alle Kräfte die darauf hinwirken solidarisch zu behandeln.

Wir haben ja von Richard einen Vorschlag für eine Aktion bekommen. Doch diese bestand eben nicht aus etwas was jeder machen könnte, sondern aus Eurem Treffen, an dem man teilnehmen kann. Uns gefällt die Idee sehr - auch wenn wir uns natürlich fragen, was der große Wurf sein wird. Doch eine echte Aktion wäre doch z.B., wie man ein Bürgerparlament ins Leben ruft, eine Bewegung startet, eine Kampagne o.ä. Und das haben wir zurück geschrieben. Wir würden uns über konkrete Ideen, gern auch komplexe freuen die wir sammeln und weiterempfehlen können. Denn nicht jeder wird zu dem Treffen kommen können.

Ich freue mich sehr, wenn wir hier oder anderswo konkret werden und ich von Euch auch Vorschläge höre und wir uns damit auseinandersetzen. Kritik finden wir klasse und Ihr könnt glauben, dass wir beide echt Tag und Nacht daran arbeiten es so gut wir können zu machen. Und wir freuen uns um so mehr, wenn Ihr zeigt, dass Ihr das Ziel der Solidarität Ernst meint. Immerhin machen wir was. Vielleicht nicht so gut wie Ihr, aber wir könnten auch sagen, uns ist die Welt egal. Nehmt uns nicht den Mut.

Grüße aus Hamburg,
Marek

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#8 von Albero , 20.09.2016 18:34

Hallo Marek,

herzlich willkommen im Weltbürger-Forum. Schön, dass du die Kritik nicht übel nimmst. Sie liegt wohl daran, dass euer Slogan gleich von vornherein stark nach Satire anmutet. Dann kommt irgendwann jemand, der aus gebrauchten Küchentüchern Seesäcke für Meerschweinchen herstellt, zugunsten der Aktion Zugvögel ohne Grenzen. Wo und wann sich da die heilige Solidarität einfinden könnte, ist mit schleierhaft.

Du hast eure Initiative ja hier nun prima beschrieben, für mich jedenfalls eingängiger, als es eure Website hergibt. Ich möchte euch dafür den besten Erfolg wünschen, und dass viele Idealisten zu euch finden, die realistische und erfolgversprechende Ideen einbringen. Ich habe allerdings eher die Befürchtung, dass sich gerade diese Leute wegen des Slogans nicht angesprochen fühlen. Vielleicht könnt ihr daran noch was drehen.

Bestimmt hast du hier schon gelesen, welche Probleme es in der Weltbürger-Bewegung – wenn man überhaupt von einer solchen sprechen kann – gibt. Da sind es ebenso die vielen unausgegorenen Slogans und Worthülsen, die ständig für Irritationen und Chaos sorgen. Es wimmelt nur so von philosophischen und politischen Wirrköpfen. Deshalb wären auch wir engagierten Weltbürger im Härtefall nicht in der Lage die Welt zu retten. Wir möchten hier im Forum versuchen, trotzdem ein wenig Linie hinein zu bekommen. Gut Ansätze sind vorhanden.

Vielleicht kannst du aus den Erfahrungen eurer Initiative dazu auch hier das eine oder andere einbringen, selbstverständlich auch Kritik. Anders herum würde es mich freuen, wenn du aus diesem Forum die eine oder andere Anregung bzw. Idee für eure Initiative gebrauchen könntest.

In diesem Sinne mit solidarischen Grüßen
Albero


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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#9 von Marek , 20.09.2016 19:06

Hallo Albero,

danke für Deine Antwort und auch alle Kritik. Warum sollte ich das übel nehmen? Im Gegenteil, Kritik - sofern sie sich mit der Sache auseinandersetzt - ist viel besser, als Schulterzucken. An Letzterem verzweifle ich viel eher. Gar nicht mal in Bezug auf unser Projekt, sondern insgesamt. Es ist wirklich wahr, dass ich die Diskussionen um die meisten jetzt akuten Probleme seit Ende der 70er Jahren mitbekomme (werde 53) und manchmal Leute einfach nur schütteln möchte. Was ich natürlich nicht tue. :-)

Ich glaube wir alle sind nur Suchende und niemand hat DIE eine Lösung in der Tasche. Ich wäre zumindest sehr überrascht... :-) Gerade deswegen sammeln wir ja Ideen. Auf andere oder "die da oben" zu warten, ist nach knapp 40 Jahren echt keine Option. Und darum haben wir den tatsächlich leicht satirischen Titel gewählt: "Und jetzt retten WIR die Welt!" Nach dem Motto: Wir haben lange genug gewartet und auf andere gehört - dabei liegt es an uns allen. Vielleicht werde ich in einer stillen Stunde mal überall auf der Seite das WIR groß schreiben und das noch herausstreichen. Bin auch für Vorschläge immer dankbar.

Die Weltbürger-Bewegung halte ich persönlich für eine gute Idee. Ich verstehe gut, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden sein muss, überhaupt dieses WIR herzustellen, was ja eine Grundlage dafür ist. Also das Gefühl, dass es letztlich eine große Gemeinschaft ist und jedwede Konkurrenz, Feindschaft und auch hierarchische Gebilde immer die Gefahr in sich bergen, dass Solidarität und Mitgefühl auf der Strecke bleiben. Ich habe auch schon darüber nachgedacht, wie man das wohl hinbekommen könnte. Dabei ist ja der Name für das Ganze zweitrangig... Viel wichtiger wäre es, überhaupt erst mal ein Bewusstsein für Gemeinschaft herzustellen und zu zeigen, dass es noch was anderes gibt, als den Ego-Shooter-Modus. Das ist echt schwierig, da die letzten Jahrzehnte uns alle darauf getrimmt haben, dass es nur im Wettbewerb funktioniert und wir eigentlich mit den Problemen nichts zu tun haben. Es ist hart, sich das klar zu machen.

Stimmt, es gibt jede Menge Wirrköpfe und viele davon sind auch ziemlich, sagen wir mal eingleisig, aber mir sind Menschen lieber, die es versuchen. Die sich überlegen, wie man aus dem Schlamassel heraus- und wieder zusammenfinden könnte. Das macht zumindest die Assoziation "Welt" für mich aus. Es gibt ein großes Ökosystem, dessen Teil auch wir sind. Doch wir Menschen neigen dazu, es bezwingen zu wollen - nicht nur die Natur, Tiere und Pflanzen sondern auch uns gegenseitig. Dabei sind alle (!) unsere Ideen, Argumentationen, Organisationen, Staatsformen, Ideologien, Weltanschauungen oder auch Religionen nur Subsysteme. So sehr wir sie brauchen, um nicht ganz den Halt zu verlieren, so verlieren wir doch den Blick fürs Ganze und richten ihn lieben gegen etwas oder jemanden. Deswegen freue ich mich, wenn wer auch immer - Ihr, wir oder wer anders - sich tatsächlich darüber hinwegsetzt und hilft, sich auf das Große und Ganze zu konzentrieren.

Wie das gelingen kann, ist mir zwar auch noch ein Rätsel, aber Hoffnung ist ja nichts Verkehrtes. :-)

Viele Grüße,
Marek

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#10 von Richard Maxheim , 20.09.2016 20:55

Lieber Marek,

auch von mir ein herzliches Willkommen. Versuchen wir gemeinsam das Rätsel zu lösen, jeder auf seine Art! Das Große und Ganze ist schön und gut, als Überblick. Es ist auch wichtig, diesen Überblick nie zu vernachlässigen, dann verliert man ihn auch nicht. Konzentrieren müssen wir uns auf die Details, denn da stecken die Teufel (nicht religiös gemeint), die es zu packen gilt. Ich zitiere von eurer Seite:

Zitat
Und doch es gibt viele Bereiche, in denen wir ganz dringend auch politische Lösungen und Weichenstellungen brauchen. Denn wir können die Rettung unseres schönen, blauen Planeten nicht allein dem Wohlwollen Einzelner überlassen – so wichtig dies auch ist. Im Zweifelsfall brauchen wir auch die Macht, um das Richtige durchzusetzen und das Falsche zu sanktionieren – wie dies bei allen Gesetzen schließlich der Fall ist.


So ist es. Transformiert auf die globale Ebene ist es genau das, was die politischen Weltbürger wollen und propagieren, u.A. durch die Forderung nach Globalisierung der Demokratie. So etwas kann auch jeder jederzeit auf seine Weise tun. Könnten wir das durchsetzen, wären wir der Weltrettung schon ein gutes Stück näher gekommen.

Gruß
Richard


 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#11 von Marek , 21.09.2016 09:55

Hallo Richard,

danke für die nette Aufnahme hier.

Ja, es ist ein Rätsel und vielleicht ist das Wort Gnade zu mächtig oder zu salbungsvoll (aber mir fällt kein besseres ein)... Aber es scheint mir als eine Gnade, wenn man bis zum Ende seines Lebens zumindest dicht an die Antworten heran gelangt und versucht diese weitgehend unerschütterlich zu leben. Und nicht erkaltet, zynisch wird und menschen- oder weltfeindlich... Auf jeden Fall ist es sehr schwierig finde ich, in einer Weltgesellschaft die genau dem entgegen zu stehen scheint. Doch glaube ich auch, dass die "feindliche Welt da draußen" ein Trugschluss ist, sondern dass letztlich die meisten Menschen dasselbe wollen: Frieden für sich selbst und andere, einen sicheren Ort für sich und ihre Familie, eine Aussicht auf Hoffnung und vielleicht etwas Glück im leben. Für die meisten Menschen ist aber genau das sehr weit entfernt von der Realität. Im Moment brechen überall die menschgemachten Systeme der Ungerechtigkeit auf und erzeugen immer mehr Ratlosigkeit, Angst und auch viel Zorn. Genau an dieser Stelle der Weltgeschichte wäre es fatal, wenn die Menschheit sich vom Interesse einiger weniger weiter anstacheln ließe und, anstatt zur Vernunft und Solidarität zu finden, aufeinander losgingen. Deswegen finden wir bei dem Projekt so wichtig, auch ganz kleine Alternativen und Schritte anzubieten.

Ich weiß nicht viel über die konkreten Vorschläge der Weltbürger. Ich weiß nur, dass die Menschen als Spezies ihre Verwerfungen dringend überwinden müssen, wenn sie nicht daran zugrunde gehen und alles mitreißen wollen, was ihnen der Planet Erde und die Natur so großzügig bietet. Genau diesen Gedanken verfolge ich seit Jahrzehnten und bin manchmal echt am verzweifeln, dass das so nahe Liegende so fern scheint.

Freue mich über Anregungen, was die Details betrifft.

Liebe Grüße,
Marek

P.S. Wir haben übrigens versucht beim WDR (nichts Dolles) genau das zu vermitteln. Die wollten aber lieber hören, was man konkret besser machen kann. Das kann ich verstehen, doch die Fragen die zu stellen sind, sind viel grundsätzlicherer Natur. Falls es jemanden interessiert. Take 1 Und Take 2

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#12 von Richard Maxheim , 21.09.2016 22:32

Hallo Marek,

viele kleine persönliche Veränderungen zum Positiven sind natürlich nicht verkehrt. Sie liegen ja auch im Trend. Nur ist der Bezug zur Weltrettung doch etwas komisch. Auf das große Ganze übertragen sind sie nichts weiter als Tropfen ins Meer. Dafür ist eure Initiative eigentlich überflüssig. Und dann, das dürfte wohl klar sein, ihr könnt das nur so machen, weil bei euch die dafür notwendige Infrastruktur vorhanden ist. Es ist Wohlstands-Aktionismus, der keine allzu große Leidensfähigkeit voraussetzt. Den Veganismus sehe ich allerdings eher negativ. Da wird es schon etwas extrem. Aber egal, jedem seine Privatsache. Ein Tipp, womit du garantiert Aufmerksamkeit erregst: Hinten an den Gepäckträger deines Fahrrades ein Schild „Ich bremse für Autos“.

Politische Weltbürger sind in der Regel gleichzeitig Weltföderalisten (ich kenne keinen, der eine zentralistische Weltdiktatur haben möchte, die sowieso unmöglich wäre), da man eigentlich nur in einer demokratischen Weltföderation richtig Weltbürger sein kann. Dieses Weltbürgertum ist eine Vorwegnahme mit Sicht auf das angestrebte Ziel, also im Prinzip der Weg. Vielleicht hast du hier in den Themenbereichen schon etwas gestöbert. Lies doch einfach mal das Weltbürger-Manifest! Es ist vielleicht ein bisschen umfangreich, aber da steht soweit alles drin.



Gruß
Richard


 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#13 von Marek , 22.09.2016 09:37

Hallo Richard,

danke für den Link. Werde mir das Manifest ausdrucken und anschauen!

Es ist immer an Abwägen der Theorien. Die einen sagen, man bräuchte den großen Wurf, die anderen, es würde die Summe der kleinen Schritte machen. Ich glaube, es wäre letztlich eine Mischung aus beiden. Sicher bin ich mir aber nicht, da zum Beispiel jedwede große Gemeinschaft sich automatisch irgendwann institutionalisieren muss. Und es liegt wohl in der Natur des Menschen, dann wieder ein hierarchisches Gebilde zu schaffen. Dieses aber führt unweigerlich zu Zentralisierungen. Das scheint mir aber nicht das größte Problem, sondern die Tatsache, dass es ja derzeit bereits ein System gibt, welches durch Institutionen vertreten und geschützt wird. Es dient leider vornehmlich einer Minderheit, welche allerdings keine Anstalten macht, diese Institutionen tatsächlich solidarischer und kooperativer zu machen. Denn dort gibt es eben auch schon Machtgefüge. Eine dezentrale Struktur würde natürlich erfordern, dass sich zentrale Strukturen öffnen. Und genau an dieser politischen, sozialen und auch ökologischen Schnittstelle tut sich (seit Jahrtausenden) leider herzlich wenig. Das hat die Geschichte dominiert und ist unendlich.

Was Du zum Wohlstandsaktionismus sagst, teile ich, sehe es allerdings genau umgekehrt. Ich meine, dass gerade die Menschen im Wohlstand dazu angehalten und verpflichtet sind, ihr Verhalten zu hinterfragen. Denn eben dieser Wohlstand (der einen) schafft das Leid (der anderen). Jedes (!) veränderte Verhalten trägt dazu bei, dass sich etwas im Kleinen ändern. Bis die Welt gerettet ist, vergeht sicher viel Zeit, doch es ist - wie Du auch sagst - der Anspruch, sich für sie verantwortlich zu fühlen und auf den Weg zu machen. Mehr noch, Mensch und Welt sind keine getrennten Komponenten. Auch wenn ich damit vielleicht anecke..., ich würde immer gerade die Menschen im Wohlstand dazu anhalten. Menschen die bereits in schwierigen bis katastrophalen Umständen leben, sind mit ihrem Überleben hinreichend beschäftigt. Von ihnen Verzicht zu verlangen, wenn sie selbst kaum zu Beißen oder kein Dach über dem Kopf haben, klingt für mich zu erhaben. Stimmt, wir "Wohlstandsbürger" hier haben die Infrastruktur und genau wir hier können agieren. Noch.

Mich interessiert Eure Idee des Föderalismus sehr. Doch wie oben geschrieben frage ich mich, wie sich dieser in einem Geflecht der Dezentralisierung behaupten würde. Wie ihn populär machen? Wie strukturieren und etablieren? Wahrscheinlich sind das auch Eure Kernfragen, denn die Theorie klingt wirklich schön. Also, ob nun kleine Schritte einzufordern von Menschen die es gewohnt sind/waren, nur auf den eigenen Vorteil zu achten und den globalen Folgen gegenüber stoisch sind. Ob den Weg in keine globale, föderale Struktur zu gehen. Ob aus der Position der Privilegierten, Staaten oder Unzufriedenen... Ich bleibe dabei: Es muss an allen Enden was getan werden. Mit unserem Projekt übernehmen haben wir uns sicher eine harte Nuss vorgenommen. Womöglich ist es immer so lange einfach, so lange man im Theoriemodus bleibt. Irgendwann aber muss gehandelt werden und von da an gibt es reichlich Gegenwind.

Die Idee mit dem Schild am Fahrrad finde ich klasse.

Ich lese mir das Manifest mal am Wochenende durch, insbesondere mit Blick auf die Frage, die ich mir auch schon so lange stelle: Wie erreichen wir eine Welt, in der wir mit uns, mit anderen und dem Planeten besser umgehen? Denn für mich wäre das tatsächlich unser aller Rettung.

Viele Grüße,
Marek

P.S. Und über den Austausch von Anregungen freue ich mich sehr freuen.

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#14 von Renate Beck , 27.09.2016 14:45

Hallo Marek!
Also ich werden den Eindruck nicht los, dass das ganze hauptsächlich eine Werbeaktion für den Verkauf eures Buches ist.
LG Renate

 
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RE: Jetzt retten wir die Welt – ab 7.September geht’s los

#15 von Marek , 27.09.2016 15:13

Hallo Renate,

nein, nicht nur. Das Buch ist das Buch zur Initiative. Wir haben auch lange darüber nachgedacht. Da wir das gesamte Projekt aus eigener Tasche finanzieren und das wenigstens noch 20 Monate läuft. Man hätte das Ganze auch über Crowdfunding oder so machen können, aber das fanden wir nicht so gut. Klassische Werbung wird es auf der Seite auch nicht geben.

Es wäre natürlich auch möglich, das Buch auf der Seite nicht zu bewerben. Wie würdest Du es denn machen? Ganz/wo raus nehmen? Weniger darauf hinweisen?

Viele Grüße,
Marek

 
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