Weltföderalisten in Deutschland

#1 von Richard Maxheim , 13.10.2016 23:24

Die Weltföderalisten, das sind Weltbürger mit einem weltpolitischen Ziel, nämlich die Einigung der Völker und Staaten unseres Planeten in einer globalen demokratischen Föderation, sprich Weltföderation. Man könnte diese auch die „Vereinigen Staaten der Erde“ nennen, oder einfach bei der Bezeichnung Vereinte Nationen bleiben, denn in einer Weltföderation wären die Nationen tatsächlich vereint.

Da scheiden sich bereits die Geister. Während der eine, überwiegende Teil der Weltföderalisten eine reale Chance in der Weiterentwicklung der UNO sieht und seine Aktivitäten darauf ausrichten, möchte ein anderer, minderer Teil, wie z.B. die WCPA, an der UNO vorbeiziehen und mit eigenen Strukturen eine neue Weltordnung aufbauen. Anhand den Inhalten und Aktionen kann man leicht erkennen, auf welcher Seite die Realisten zu finden sind.

In diesem Beitrag will ich kurz auf die Geschichte und aktuelle Situation der Weltföderalisten in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum eingehen.

Die weltföderalistische Bewegung hat ihren Ursprung in der Weltbürger-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Entstehungsphase der Organisation der Vereinten Nationen. Ein Jahr bevor Garry Davis in Paris als „Weltbürger Nr. 1“ Furore machte, trafen sich Weltföderalisten zu einem Kongress in der Schweiz und formulierten die Deklaration von Montreux. Sie forderten darin, die UNO in eine föderative Weltregierung umzuwandeln. Ohne Erfolg, wie wir wissen. So wurde die UNO vorerst nur ein matter Abglanz dessen, was sich die Initiatoren damals zur Sicherung des Weltfriedens vorgestellt hatten.

Nach dem Abklingen des durch Garry Davis ausgelösten Weltbürger-Booms formierten sich in der damaligen Bundesrepublik Deutschland zwei Vereine, die Weltföderalisten e.V im Süden und die Weltföderalisten Deutschlands e.V. im Norden. Die Südländer orientierten sich an der WCPA von Philip Isely und waren an der Weltkonstituante 1968 in Interlaken beteiligt. Im Laufe der Treffen in Wolfach gerieten sie in den Einfluss der Welt-Spirale von Gerhard Havel. Die im Norden kooperierten mit der World Federalist Movement (WFM) in New York und Den Haag. Beide Vereine existieren nicht mehr.

Die WFM wird in Deutschland heute offiziell vom Komitee für eine demokratische UNO (KDUN), welches auch Träger der UNPA-Kampagne ist, vertreten. Europaweit sind die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Mitglied der WFM. Dann gibt es noch die Weltföderalisten in der Schweiz, die ebenfalls mit der WFM assoziiert sind. In Österreich existiert leider keine Organisation von Weltföderalisten. Während die Schweizer Weltföderalisten einen regulären Mitgliederverein unterhalten, besteht das deutsche KDUN lediglich aus dem Komitee.

Es fehlt in Deutschland eine seriöse Mitglieder-Organisation von Weltbürgern, die das politische Ziel einer Weltföderation propagiert und Schritte dort hin, wie z.B. die UNPA, tatkräftig unterstützen kann.

Richard


 
Richard Maxheim
Beiträge: 324
Registriert am: 16.05.2016

zuletzt bearbeitet 25.10.2016 | Top

RE: Weltföderalisten in Deutschland

#2 von Albero , 14.10.2016 22:16

Du willst doch nicht etwa einen Verein gründen.?


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
Albero
Beiträge: 258
Registriert am: 16.05.2016


RE: Weltföderalisten in Deutschland

#3 von Richard Maxheim , 14.10.2016 23:58

Doch, ich schreibe noch meine Buch „Weltregierung ja oder ja?“, gründe die Vereinigung der Vereinigten Vereiniger e.V. mit dem Hauptquartier auf Jan Mayen, erkläre die Unabhängigkeit und trete als erstes Mitglied den Vereinigten Staaten der Erde bei. Rate mal, wer Weltpräsident wird!

Nein, meine Gründerzeit habe ich hinter mir. Ich wollte nur sagen, dass so eine Organisation in Deutschland fehlt. Die Begründung dürfte klar sein. Aber dafür braucht man eine Basis, mindesten 30 aktive Mitglieder und noch mehr Unterstützer. Die sind momentan nicht in Sicht. Ohne solch eine Basis kann man sich die ganze Vereinsmeierei sparen.

Richard


 
Richard Maxheim
Beiträge: 324
Registriert am: 16.05.2016

zuletzt bearbeitet 25.10.2016 | Top

RE: Weltföderalisten in Deutschland

#4 von Albero , 06.11.2016 17:45

Da gibt es noch eine Homepage von den Weltföderalisten Deutschlands e.V., also von dem Verein im Norden, der nicht mehr existieren soll. Die Seite scheint auch verweist zu sein, ist ziemlich durcheinander und besitzt kein Impressum. Die kurzen Infos von Barthold Olbers über die Weltföderalisten in D sind aber interessant.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
Albero
Beiträge: 258
Registriert am: 16.05.2016

zuletzt bearbeitet 23.01.2017 | Top

RE: Weltföderalisten in Deutschland

#5 von Richard Maxheim , 07.11.2016 22:16

Von dem Verein erscheint auch noch eine Seite bei der Netzkraftbewegung (31.12.16: Jetzt nicht mehr. Admin) Ich hatte schon mehrmals versucht Barthold Olbers zu erreichen, ohne Erfolg. Mitte der Neunziger hatte mir der damalige letzte offizielle Vorsitzende, Klaus Schlichtmann, nach seinem Umzug nach Japan mitgeteilt, dass der Verein aufgelöst worden sei. Er hatte aber wohl versäumt den Verein beim Amtsgericht Hamburg abzumelden. Kurz darauf meldete sich telefonisch bei mir Barthold Olbers mit dem Ansinnen, den Verein wieder aufleben zu lassen. Ich hätte das ja gerne unterstützt, allerdings erschienen mir die Vorstellung von Herrn Olbers ziemlich unrealistisch. Er beabsichtigte drei oder vier Vereine dazu zu gründen, die sich gegenseitig unterstützen sollten. Das war mir zu windig.

Der Verein erscheint im Internet noch in verschiedenen Vereinslisten, mit totem Link und toter Mailadresse. 2010 gab es beim Amtsgericht Hamburg folgenden Vorgang:

Zitat
Handelsregister Löschungsankündigungen vom 15.04.2010
Weltföderalisten Deutschlands e.V., Hamburg, (Spliedtring 49, 22119 Hamburg). Das Registergericht beabsichtigt, den im Vereinsregister eingetragenen Verein von Amts wegen nach § 395 FamFG zu löschen, da nach den angestellten Ermittlungen dieser Verein offenbar nicht mehr besteht. Die Frist zur Erhebung eines Widerspruchs gegen die beabsichtigte Löschung wird auf 3 Monate festgesetzt.


Über den Fortgang der Sache ist nichts zu finden. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass Barthold Olbers die weitere Existenz des Vereins nachweisen konnte.

Durch npage bin ich auf eine weitere Homepage von Herrn Olbers gestoßen: Deutsche Liga für Menschenrechte (das e.V. ist fraglich), eine seiner Ein-Mann-Gründungen. Die Hinweise darauf hat Herr Olbers auch wieder weitläufig im Internet verteilt. In der Navigation der Seite kommt er vom Hund auf die Katze. Da gibt es auch einige, mehr oder weniger zutreffende Infos über die Geschichte der Weltföderalisten. Im Impressum steht eine neuere Mailadresse. Auch hier keine Antwort. Null Ahnung was da los ist. Aber der ganze Kram steht bestimmt noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag im Netz.

Richard


 
Richard Maxheim
Beiträge: 324
Registriert am: 16.05.2016

zuletzt bearbeitet 31.12.2016 | Top

RE: Weltföderalisten in Deutschland

#6 von Renate Beck , 18.11.2016 17:18

Dieser Berthold Olbers hatte auch schonmal einen Singleclub gegründet: http://clubalternative.npage.de/willkommen.html
Soviel ich sehe sind alle Daten abgelaufen.
LG Renate

 
Renate Beck
Beiträge: 147
Registriert am: 31.05.2016


RE: Weltföderalisten in Deutschland

#7 von Albero , 10.04.2017 21:01

Die von mir oben genannte Homepage der „Weltföderalisten Deutschlands e.V.“ bei npage gibt es mittlerweile nicht mehr. Es existiert in Deutschland zur Zeit keine Mitgliederorganisation für Weltföderalisten. Das „Komitee für eine demokratische UNO“, welches die offizielle Vertretung der internationalen Weltöderalisten-Bewegung inne hat und sich jetzt „Democracy without Borders“ nennt, ist eine andere Akte. Ich verschiebe deshalb das Thema „Weltföderalisten in Deutschland“ aufs Abstellgleis.

Falls in absehbarer Zeit wieder eine offene Vereinigung von Weltföderalisten in unseren Breiten entstehen sollte, müsste das eine europäische Organisation werden. So könnten die Erfahrungen des europäischen Einigungsprozesses, mit all seinen Schwierigkeiten und Erfolgen, in die Welt getragen werden. Europa könnte so als Musterbeispiel dienen. Wer auch sonst, denn weder die USA noch die Russische Föderation sind moralisch gegenwärtig dazu in der Lage.

Meint Albero


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
Albero
Beiträge: 258
Registriert am: 16.05.2016


RE: Weltföderalisten in Deutschland

#8 von Richard Maxheim , 11.04.2017 15:37

Ich sehe es auch so, dass die Belebung der Weltbürger-Bewegung kontinental sein sollte. Das ist zu groß für deutsche Vereinsmeierei. Gerade ist eine bemerkenswerte Bewegung in aller Munde: Pulse of Europe. Die Leute, die hier Flagge zeigen, sind nicht nur bekennende Europabürger, sondern größtenteils von ihrer inneren Einstellung her auch Weltbürger. Sie sind genau so an einer besseren Welt wie an einer besseren EU interessierte. Dazu müsste ich auch mal was schreiben. Dann gibt es ja auch noch die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) , die ebenso für eine Weltföderation eintreten. Eine Eŭropa Mondcivitano Movado, um es mal esperantisch-neutal auszudrücken, wäre eine Perspektive.

Richard


 
Richard Maxheim
Beiträge: 324
Registriert am: 16.05.2016


RE: Weltföderalisten in Deutschland

#9 von Albero , 11.04.2017 20:00

Obwohl, bei diesen blauen Aufläufen sind sicherlich welche dabei, die noch von einem christlichen Abendland träumen. Oder diejenigen, welche Europa abschotten wollen, gegen die restliche bösen Welt und die Globalisierung, die unser schönes Leben hier kaputt macht. Aus unserer Sicht wären das dann Separatisten.
Schwer zu sagen, wie da die Verhältnisse genau sind. Es fehlen ja konkrete inhaltliche Aussagen, wie die Kritiker bemerken. Ich denke aber, dass so ein Euro-Nationalismus gar nicht ginge. Und wenn man die Bilder sieht, die vielen jungen Leute, dann meine ich auch, dass es überwiegend Weltbürger sind.

Ja, schreibe mal was darüber! Das ist auf jeden Fall interessant.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
Albero
Beiträge: 258
Registriert am: 16.05.2016


   

Simpol

Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen