RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#16 von Richard Maxheim , 25.11.2016 00:07

Hier hast du das neue Thema, das Ziel zum Start.
Die Zukunft ist unausweichlich.

Richard


 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#17 von Renate Beck , 28.11.2016 18:17

Ich krieg allmählich einen Hals.
Jetzt hängt die Petition hier auf der Homepage von Future for All als „Kampagne“:
http://futureforall.net/aktuelle-kampagne/
„Nichts verstößt grundlegender gegen unser Grundgesetz wie gegen die Charta der Vereinten Nationen als eine Welt ohne eine Lohnuntergrenze, die nirgendwo in der Welt unterschritten werden darf.“
Quatsch ! Unterdrückung und Krieg verstoßen viel mehr dagegen und sind viel schlimmer.
„Nichts verbessert die Menschenrechtslage von mehr als einer Milliarde Menschen nachhaltiger und effektiver als die Etablierung eines globalen Mindestlohns.“
Auch Quatsch ! Ein globales Grundeinkommen wäre viel effektiver. Nur brauchten sich die Menschen dann auch nicht mehr mit 1 Dollar die Stunde ausbeuten lassen.
Mir deucht inzwischen dass das keine Petition sondern eine Werbekampagne für das Buch ist. Da steht auch groß dass es nach drei Wochen 50000 Unterschriften gewesen wären. Das stimmt nicht denn es fehlen jetzt immer noch 1433 daran.
Ich halte die Aktion inzwischen nicht mehr für seriös wie überhaupt den ganzen Vision Summit und den Future for All Zirkus.
Aber die Mindestlohn wäre dennoch eine Möglichkeit gewesen schnell etwas an der miesen Situation zu ändern. Nur wird das so wohl kaum realisiert.
Was kann man nur tun ?
LG Renate

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#18 von Richard Maxheim , 28.11.2016 23:28

Ich glaube nicht, dass die Aktion bei Change.org nur als Werbung für das Buch gedacht war. Sicherlich auch mit, denn das Buch ist ja ebenso eine Instrument für die Kampagne. Dass die Textschreiber jetzt etwas unüberlegt formulieren, ist natürlich nicht so günstig für die Sache. Dazu kommen dann noch die anderen, ebenso ungünstigen Aspekte.

Man kann unabhängig von dieser Kampagne einiges tun. Gut wäre natürlich eine Petition direkt an das Europäische Parlament. Es gibt dafür ein Petitionsportal. Nur passt eine Petition dieser Art leider nicht in das dort vorgegebene Schema. Der Petitionsausschuss ist nicht für solche allgemeinen Vorschläge zuständig, sondern nur für persönliche Anliegen, welche die EU-Bürger betreffen. Ich habe deshalb heute meine Bitte an die vier aus Rheinland-Pfalz stammenden MdEP geschickt.

Zitat
Bitte um Unterstützung für globalen Mindestlohn

Sehr geehrte/r …...,

in vielen so genannten Billiglohnländern werden weltweit Produkte für den europäischen Markt hergestellt. Dort herrscht oft bittere Armut, da die Menschen trotz schwerer Arbeit weniger als einen Dollar pro Stunde verdienen. Der Mindestlohn liegt z.B. in Bangladesch bei 30 Cent die Stunde. Die globalen Auswirkungen dieser Situation sind uns bekannt. Um die Armut schnell und ohne Umstände zu mildern, bedarf es dringend der Einführung eines globalen Mindestlohnes. Das hat auch etwas mit der Würde der Menschen und den Menschenrechten zu tun.

Dazu ist die Europäischen Union in der Lage eine entscheidende Initiative zu ergreifen. Durch eine EU-Verordnung, welche die Einfuhr von Wahre nur noch dann zulässt, sofern zu deren Produktion ein Mindestlohn von 1 Euro pro Stunde gezahlt wird, könnte die schlimmste Armut der betroffenen Menschen ohne Umschweife beendet werden. Diese Maßnahme käme den Arbeiterinnen und Arbeitern direkt zugute, könnte nicht durch Korruption gestört werden und würde beim Endpreis kaum ins Gewicht fallen. Sie wäre wettbewerbsneutral und marktkonform und binnen kürzester Zeit umsetzbar.

Ich beziehe mich mit meiner Bitte auf das Buch „Die 1-Dollar Revolution“ von Georgios Zervas und Peter Spiegel:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendunge...p9ol/index.html
sowie auf die von Peter Spiegel initiierte Unterschriften-Kampagne bei Petitionsplattform Change.org:
https://www.change.org/p/f%C3%BChren-sie...s-menschenrecht

Bitte setzen sie sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten beim Europäischen Parlament für einen solchen globalen Mindestlohn ein!

Mit freundlichen Grüßen und bestem Dank
xxx


Mal gespannt, wie sie darauf reagieren. Ob und welche Antworten werden höchstwahrscheinlich mein Wahlverhalten bei der nächsten Europawahl beeinflussen. Das wäre für jeden eine Möglichkeit in seinem Bundesland.

Richard


 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#19 von Renate Beck , 30.11.2016 07:55

Hallo Richard ! Gute Idee !
Ich hätte auch gerne die bayerischen Europaabgeordneten so angeschrieben. Jetzt bin ich aber durch die Kritik an Future for all Future for All – Zukunft für alle etwas verunsichert um nicht zu sagen demotiviert.
LG Renate

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#20 von Albero , 30.11.2016 13:23

Liebe Renate,

ich kann deine Verunsicherung nachvollziehen. Die Begleiterscheinungen der Aktion sind wirklich nicht motivierend. Und das geht jetzt erst richtig los im Thread zu „Future for All“. Da wird noch einiges zur Diskussion. Trotzdem halte ich die Forderung nach einem globalen Mindestlohn für äußerst wichtig. Vor allen Dingen im Interesse der Betroffenen. Wir sollten unbedingt das eine von dem anderen trennen. Der Vorschlag stammt ja auch nicht ursprünglich von Peter Spiegel, sondern von Georgios Zervas. Das muss man mal klar herausstellen. Herr Spiegel versucht die Idee lediglich auf seine Weise zu vermarkten. Ich bin deshalb ziemlich sicher, dass die Kampagne dazu bei „Future for All“ in die Hose gehen wird. Darum würde ich vorschlagen, bei solchen Anschreiben an Abgeordnete einfach den Namen von Peter Spiegel weg zu lassen. Wenn dann jemand fragen sollte warum, kann man es ihm ja anhand der offengelegten Fakten erläutern.

Meint Albero


Glaubt ihr etwa alles, was n i c h t in den Zeitungen steht?

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#21 von Renate Beck , 02.12.2016 13:16

OK ich werde das morgen erledigen. Es sind ja nur 13 Mails … wobei ich mir bei den CSU-Vertretern nicht sicher bin ob sie das überhaupt verstehen werden. Die sind nämlich so hohl dass man sie ineinander stapeln kann.
LG Renate

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#22 von Albero , 06.12.2016 18:00

Jetzt gibt es von der Petition bei Change.org Übersetzungen in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch. Warum nicht auch in Griechisch? Für Georgios Zervas wäre das doch kein Problem.
An der bereits vorab verkündeten Unterstützerzahl von 50.000 fehlen aber immer noch 1.200. Es geht auch sehr langsam voran und wird bei diesem Tempo noch ein paar Wochen dauern.


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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#23 von Richard Maxheim , 18.12.2016 21:13

Es ist bedauerlich, dass die Petition für den globalen Mindestlohn auf der Seite von „Future for All“ so dilettantisch präsentiert wird. Eine ernsthafte Kampagne sieht anders aus.



Renate hat ja bereits oben den Text zu Recht kritisiert. Hinzu kommt die falsche Aussage, nach drei Wochen seien es bereits 50.000 Unterstützer gewesen. Es waren erst etwas mehr als 47.000. Heute fehlen aktuell an dem 50.000 Meilenstein immer noch 1000 Unterschriften.



Wo immer das formuliert wurde, man kann dort offensichtlich weder mit Argumenten noch mit Zahlen korrekt umgehen. Und man scheint auch nicht in der Lage zu sein, die falsche Zahlenangabe zu berichtigen.

Richard


 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#24 von Albero , 12.01.2017 20:16

In seiner Neuigkeit zur Petition vom 19.11.16 hatte Peter Spiegel berichtet, bei dem Vision Summit hätten sich „... in einem Workshop eine ganze Gruppe von Medien dafür entschieden, die Kampagne für einen Globalen Mindestlohn offensiv zu unterstützen.“ Von einer solchen Mediengruppe konnte ich bisher nichts finden. Der einzige Presseartikel, der nach dem Vision Summit etwas über die Petition brachte, war der „Aktivposten“ der Frankfurter Rundschau. Aber dieser gehört zu einer Artikelserie über Change.org und die FR war auch nicht beim Vision Summit vertreten. Seit dem Funkstille.

Glaubt man der Ankündigung von Peter Spiegel in seiner Neuigkeit zur Petition vom 11.01.17 „... geht es jetzt wieder mit voller Wucht weiter.“ – „Nach einer kleinen Pause ...“ von fast zwei Monaten. Nur war von einer „Wucht“ bisher auch nichts zu spüren. Spiegel:

Zitat
3. Heute erschien auf der Sonnenseite.com von Franz Alt mein Essay zum Kern meiner Kampagne im Jahr 2017: "Von Symbol- zu Systempolitik" - und zwar am Beispiel des Globalen Mindestlohns!


Zu dem Artikel, den Peter Spiegel selbst als Essay (laut Wikipedia„...geistreiche Abhandlung, in der wissenschaftliche, kulturelle oder gesellschaftliche Phänomene betrachtet werden.) anzeigt, kommt man HIER lang. Es geht Herr Spiegel also nicht nur um das Anliegen dieser Petition, sondern um seine Kampagne.
Wo bleibt da das WeQ?

Das fragt sich Albero


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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#25 von Richard Maxheim , 13.01.2017 14:39

Jetzt geht’s aber Schlag auf Schlag.
In Kürze: Vorgespräch für Petitionsübergabe an Juncker

Ich habe gleich mal eine Nachricht an die neue Mailadresse geschickt:

Zitat
Hallo Herr Spiegel,
der bisherige Adressat der Petition, Martin Schulz, ist ja von seinem Amt als Präsident des Europäischen Parlaments zurückgetreten. Aber damit ist nicht gleichzeitig die Demokratie in der EU zurückgetreten. Ich halte es deshalb für angebracht, die Petition ebenfalls beim Europäischen Parlament einzureichen.
Übrigens wird ihre Kampagne mit der Petition von Anbeginn an im Weltbürger-Forum kritisch begleitet:
Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert
Mit dem besten Grüßen
Richard Maxheim


 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#26 von Renate Beck , 14.01.2017 07:26

Der vergeigt die Sache noch mit seiner Revolution.
Zum Schluss geht garnichts.
LG Renate

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#27 von Albero , 15.01.2017 21:59

Bei futureforall.net steht jetzt „Unterstützen Sie diese Kampage bei change.org, die dort am 30. Oktober 2016 startete und nach kurzer Zeit bereits 50.000 Unterstützer fand.“ Die Behauptung mit den drei Wochen wurde also zurück genommen. Aber es geht „nach kurzer Zeit“ schon auf drei Monate zu und an den 50.000 fehlen im Moment immer noch 275. Piep-piep.

Peter Spiegel hat ja in seinem „Essay“ auf der Sonnenseite grundsätzlich Recht. Allerdings zeigen seine Ausführung doch allzu deutlich, dass er vom realen Politikbetrieb recht wenig weiß. Das geht da nämlich nicht so einfach, indem man sich großspurig hinstellt und einen revolutionären Politikwechsel propagiert. Kann sein, dass der erwähnte Kreativworkshop seine Eingabe deswegen als unrealistisch einstufte. Ich würde Herrn Spiegel raten etwas zurück zu schalten und die Sache ruhiger anzugehen. Damit meine ich jetzt nicht weitere Zeit zu verplempern, sondern die Ansprache zu dämpfen. Sonst könnte es nämlich passieren, dass seine „Exemplarisches Musterprojekt“ direkt vom Schreibtisch des Herrn Juncker in den Papierkorb wandert. Dann bekommt er noch ein nettes Dankschreiben und erklärt, warum das nicht geht und so weiter und so bla-bla. Und 50.000 Klicks aus einer Internet-Meinungsblase sind da völlig irrelevant.

Ich habe die Petition an einen mir persönlich bekannten Europaabgeordneten weiter gegeben, zusammen mit dem Buch von Zervas/Spiegel. Als er den Petitionstext las, hat er zwar mit den Augen gerollt, sich aber dazu bereits erklärt sich näher damit zu befassen und für seine Fraktion etwas vorzubereiten, falls in der Sache was aus Brüssel kommen sollte. Renate und Richard, hat es bei euren Mailaktionen irgendwelche Reaktionen gegeben?


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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#28 von Renate Beck , 16.01.2017 08:00

Hallo Albero !
Muss zu meiner Schande gestehen das noch nicht gemacht zu haben. Werde es aber heute Abend erledigen.
In der Süddeutschen Zeitung kam schon im Dezember ein kritischer Artikel. Von der Petition steht darin nichts.
http://www.sueddeutsche.de/politik/oekon...ommen-1.3287216
Den erwähnt Herr Spiegel nirgends.
LG Renate

 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#29 von Richard Maxheim , 16.01.2017 18:42

Ich habe in meinen Mails keine Antworten angefordert. Eine Abgeordnete von der CDU hat sich aber für die Anregung bedankt. Sie hätte sich noch nie mit der Frage eines weltweiten Mindestlohns befasst, würde aber Pro und Contra dieser Frage abwägen. Also, dann hätten wir schon zwei im EU-Parlament, die davon wissen.

Renate, danke für den Link zur Süddeutschen. Den Artikel habe ich übersehen, wahrscheinlich weil er die falsche Überschrift hat. Das Grundeinkommen ist ja ein anderes Thema. Und so dürftig ist auch der Artikel insgesamt: Ein Verriss auf Deuwel komm raus. Die Autorin versteht hier die Unfähigkeit bzw. den möglichen Unwillen bei internationalen Organisationen als Argument gegen den globalen Mindestlohn. Auf der anderen Seite hat sie nicht ganz Unrecht, denn der Stil der Kampagne verleitet geradezu zu einer Einschätzung, wie sie am Schluss des Artikels getroffen wurde. Und dieser Stil ist nicht neu. Ich habe hier noch ein Buch von Peter Spiegel von 1996.



An das Terra-Prinzip erinnert sich heute kaum jemand. Das Gleiche kann mit der Ein-Dollar-Revolution geschehen. Man sollte solche Vorschläge nicht künstlich hochjubeln, das bringt unter dem Strich nichts. Es fällt eher negativ auf und spielt der Ablehnung in die Hände.

Wichtig wäre es jetzt, sich auf die mögliche Rolle der EU in der Sache zu konzentrieren. Die EU kann keinen globalen Mindestlohn einführen, aber sie kann bestimmen, dass keine Waren mehr von Extrem-Ausbeutern in die EU eingeführt werden dürfen. Das funktioniert ja auch z.B. bei der Qualitätskontrolle bzgl. gesundheitlicher Risiken oder im Artenschutz. Den Mindestlohn als EU-Sozialstandard, damit wäre schon viel gewonnen.

Richard


 
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RE: Globaler Mindestlohn als Menschenrecht gefordert

#30 von Renate Beck , 17.01.2017 11:17

Ja genau !
Ohne Umschweife mit der Petition nach Brüssel !
Die Mails an die EU-Bayern sind raus.
LG Renate

 
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