Anthropozän – Störfall Mensch

#1 von Albero , 21.12.2016 21:28


Der Begriff des Anthropozäns stellt den Menschen ins Zentrum der Erdgeschichte. Die Diskussion darüber hat in letzter Zeit sowohl in der Gesellschaft als auch in der Wissenschaft Fahrt aufgenommen; sie führt uns mit einem prägnanten Schlagwort deutlich vor Augen, dass jeder einzelne Erdbewohner bewusst eine Verantwortung für den blauen Planeten übernehmen sollte.

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RE: Anthropozän – Störfall Mensch

#2 von Richard Maxheim , 22.12.2016 12:44

Irgendwann, in einigen zehntausend Jahren, wenn sich die Menschheit über die Milchstraße verstreut hat, werden Archäologen auf den alten Heimatplaneten zurückkehren und die Sedimentschichten des Anthropozäns untersuchen. Vielleicht finden sie dann auch Ablagerungen vom Weltbürger-Forum.

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RE: Anthropozän – Störfall Mensch

#3 von Albero , 22.12.2016 21:13

Zitat von Richard Maxheim im Beitrag #2
Vielleicht finden sie dann auch Ablagerungen vom Weltbürger-Forum.

So dick, wie manche hier angesprochene Weltverbesserer auftragen, wäre das durchaus möglich.

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RE: Anthropozän – Störfall Mensch

#4 von Markus Rabanus , 08.03.2017 02:52

Naja, unsere anthropogene Sedimentschicht zeugt jedenfalls von so oft wiederholtem Menschheitsversagen, dass an der Lernwilligkeit gezweifelt werden kann.
Wahrscheinlich besser, dass ich kein Archäologe bin, denn so interessant mir die Relikte, so ärgerlich zugleich. Und auch das Heute.
Aber Optimismus scheint mir moralischer Imperativ, weil Fatalismus und Menschenverdruss nichts bessern kann, was in unseren Möglichkeiten ist.


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RE: Anthropozän – Störfall Mensch

#5 von Renate Beck , 05.07.2017 19:23

 
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Die Menschheit schafft sich ab

#6 von Richard Maxheim , 29.09.2017 23:04

Kritische Rezension des Buches

Die Menschheit schafft sich ab - Die Erde im Griff des Anthropozän
von Harald Lesch und Klaus Kamphausen

von Amardeo Sarma
im Skeptiker 3/2017 - Bärendienst für die Wissenschaft

Und hier noch eine Besprechung in Franks gesammeltes Halbwissen.

Sehr schade. Ich fand Harald Lesch bis jetzt sehr gut.

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RE: Die Menschheit schafft sich ab

#7 von Albero , 30.09.2017 15:18

Harald Lesch galt für mich seit Jahren als das Bollwerk gegen Pseudowissenschaft und Scharlatanerie im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Und jetzt sowas. Als ich sein Buch gelesen hatte, war ich total enttäuscht. Das kann passieren, wenn Naturwissenschaftler anfangen zu philosophieren. Nun macht er auch noch Werbung für das „Generationenmanifest“, eine Aktion, die von ZEIT Campus zu Recht als „Politkitsch“ und „Pathosflaggschiff ohne Substanz“ bezeichnet wird. Dieses „Manifest“, hätte es weltbürgerliche Ambitionen, würde bei uns wahrscheinlich auf dem Schrottplatz landen. Aber darin findet nicht einmal das Thema Europa Erwähnung.


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RE: Die Menschheit schafft sich ab

#8 von Renate Beck , 01.10.2017 07:39

Das finde ich auch enttäuschend. Mir gefallen die Sendungen von Herrn Lesch so gut weil er alles so verständlich erklären kann.
Das Generationenmanifest mit der Promisammlung erinnert mich irgendwie an die Schaumschlägerei von Peter Spiegel und Co. Viel Substanz steckt da wirklich nicht drin.
LG Renate

 
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Grünland-Saga & Generationenmanifest

#9 von Markus Rabanus , 01.10.2017 13:14

Grönland als "Grünland" ist wie "El Dorado" und eher Maklerlegende, denn die kilometerdicke Vergletscherung ist halt älter als unsere gestrandeten Nordmänner, wie sie nicht nur den Möchtegern-Klimahistoriker H.C.Strache zum Wahlkämpfer der Spät-Gehörnten machen.
Jedenfalls tun sich verwöhnte Fünfsterne-Survivaltouristen an Grönlands Küsten schwer, Grünreste aufzupüren, denn was es mal gab, wurde menschentypisch um die Wette für Boots- und Hüttenbau umgewidmet oder verheizt.
Und weil Mensch mal wieder (wie anderswo) "radikal" zu Werke ging, waren die regenerativen Stoffe dann einfach mal irgendwann futsch, die Böden von den Wettern ins Meer entsorgt und Getreide zu knapp für Hostien. Bitter, denn das Beten wurde fruchtloser, brachte das Christentum in die Krise - und der Nordmann verschwand vom "Grünland". Das war es dann. Jahrhundertelang hatte man sich mit dem Abhacken von Hölzern und Inuit-Köppen gemüht, letzteres ooch umgekehrt, denn je knapper die Ressourcen, desto übellauniger die Rivalitäten - und Not kennt keen Gebot.

So ließe sich aus der recht überschaubaren Grünland-Saga lernen, denn so oft sich Szenarien wiederholten, lohnt der Blick in die Vergangenheit zwecks Prognosen, vielleicht sogar zum Umdenken. Aber sowat muss vielen Vergnügten nicht sein, denn Folgenabschätzung kann so manches Vergnügen verdrießen. Im Übrigen sei Umdenken Defizit anderer. = Jenau dat is' Populismus, auf allen Seiten, sich darin möglichst noch selbst bedauernd, um andere anpissen zu dürfen - anstatt gemeinsam mit "den anderen" gemeinsame Probleme anzugehen, unter denen zweifelsfrei viele weniger leiden als es viele andere schon müssen.

Und Frank Nagel, fest im Glauben, "bereits über naturwissenschaftliches und historisches Grundwissen (zu) verfügen" (Welches?), tut sich schon mit logischem Denken nicht leicht, obgleich sich für einen Logiker hält.

Da meint er in "Beispiel 1", er gehe der These noch mit, dass die Menschheit das Anderthalbfache der Erde brauche, wundert sich dann aber, "warum dann nicht schon seit Jahren alles verbraucht sein müsste".

Tja, "Finde den Fehler!" - ermutigt er seine vergnügten Leser und findet ihn nicht. Ginge es um sein Erbe, würde ich ihm seinen Denkfehler glattweg verschweigen, denn wer rücksichtslos denkfaul ist, macht sich verdient, daran möglichst schnell und in Armut zu verrecken,
aber a) wird auch die rücksichtsloseste Blödheit hierzulande verhätschelt, zumal auf Linie eines Mehrwertsteuer-Systems, wie es auf jeden Verschleiß und inflationär auf Wachstum angewiesen ist,
b) geht nicht um sein Erbe, sondern um die Erde - und wenn an Ressourcen mehr verbrauchen wird als sich regenerieren lässt, dann hängt davon "Futur 2" künftiger Generationen ab, wie schon jetzt Gegenwart für Milliarden von Menschen.

So wären es am www.Generationenmanifest.de :

Hmm, Lösungsrichtungen kommen zu kurz, aber ich werde es unterschreiben, sobald für die dortige Kommentar-Spalte ein bisschen Anregung gelingt.
Vielleicht nur zu "1. Frieden", vielleicht auch zu "4. Überbevölkerung", am liebsten zu allem, aber ich mühe mich grad' mit anderem Thema - und sehe mal wieder, wie schwierig Konstruktives ist.

Was Lesch anbelangt, war mir in letzter Zeit Religiöses verdrießlich, aber wenn ich den abhaken wollte, dann hätte ich die Menschheit abzuhaken. Soweit mag ich es nicht kommen lassen ;-) Im Gegenteil, denn wenn ich meiner Vorstellungen sicherer wäre, dann würde ich ihn weit vor anderen um Unterstützung bitten.

Jetzt fahre ich in den verkaufsoffenen Baumarkt, denn heute 20 Prozent Rabatt auf alles, wat ich unseren Häusern aus der Welt zukommen lassen mag.
Im Bewusstsein fehlender Kompensation.
Der Unterschied zwischen dem geständigen und dem leugnenden (Umwelt-)Verbrecher ist nicht sonderlich groß, aber Selbstbetrug is'ne Frage der Selbstachtung. Ein bisserl davon sollte man sich leisten können.

Liebe Grüße, Markus


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RE: Grünland-Saga & Generationenmanifest

#10 von Richard Maxheim , 01.10.2017 13:52

Wenn die Menschheit sich nicht allzu blöd anstellen würde, könnte sie in wenigen Generationen mit dem Fahrstuhl in den Orbit fahren, ihre Rohstoffe vom Mond und eingefangenen Asteroiden holen und im erdnahen Weltraum produzieren. Von daher kaum noch Belastung für das irdische Ökostystem. Aber dafür müsste einiges an globaler Politik geschehen, die sich auch nicht mehr auf einen „Grünfriedenland“ beschränken ließe. Vielleicht kann man in der Richtung den Manifestgeneratoren etwas mehr Substanz einhauchen. Der Trichter dafür ist vorhanden:
https://www.generationenmanifest.de/forum/

Richard


 
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Generationenmanifest

#11 von Markus Rabanus , 01.10.2017 19:38

Die Aktion ist gut gemacht: Promi-Videos, Online-Unterschrift plus Download von Unterschriftenformular und Manifest, plus Blog, Presse, Spenden, Wer wir sind, Kontakt, Schnittstellen zum Teilen und das forderungssortierte Forum.

Beim Forum komm' ich ins Staunen, wie wenig es in Anbetracht von aktuell 204.626 Unterschriften genutzt wurde, aber vielleicht auch später gestartet.

Mal festgehalten zum Beobachten:
Allgemein: 4 Beiträge
1. Frieden: 5 Beiträge
2. Klima: 3 Beiträge
3. Bildung: 3 Beiträge
4. Armutsbekämpfung: 1 Beiträge
5. Gerechtigkeit: 0 Beiträge
6. Unternehmenshaftung: 0 Beiträge
7. Migration: 2 Beiträge
8. Digitalisierung: 0 Beiträge
9. Müll: 0 Beiträge
10. Generationengerechtigkeit: 0 Beiträge
Weitere Forderungen: 8 Beiträge


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RE: Generationenmanifest

#12 von Albero , 01.10.2017 21:32

Da steckt deutlich mehr Professionalität dahinter als bei den Spiegeleien. Aber der Stil ist so ähnlich. Und es ist – tut mir leid – Politkitsch. Die Kritik von ZEIT Campus sitzt, auch wenn sie etwas überzogen daher kommt. Natürlich könnte man mehr daraus machen. Das Forum ist eine Gelegenheit. Ein gewisser Richard M. hat ja bereits zugeschlagen.

Dass bei bereits mehr als 200 Tausend Zustimmungen sich nur so wenige in dem Forum zu Wort melden, mag zum Teil daran liegen, dass das Forum erst zwei Wochen alt ist. Es werden aber garantiert nicht allzu viele mehr werden. Das wird wieder einmal ein Beleg dafür, dass diese Klick-Demokratie (siehe auch Change.org) keinen wirklichen Wert besitzt. Da sind auf der einen Seite riesige Zahlen und bei der Partizipation ein Krümelchen davon.

Aber ich will niemanden bei dem Versuch bremsen, hier etwas Substanz hinein zu schmuggeln. Es kostet ja nichts, außer ein bisschen Zeit.


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RE: Generationenmanifest

#13 von Renate Beck , 03.10.2017 13:28

Das ist alles so grauenhaft unausgegoren formuliert.
Zum Beispiel der Satz: "Und wir fordern ernsthafte globale Anstrengungen, damit Unternehmenssteuern in dem Land gezahlt werden, in dem auch die Gewinne erzielt werden."
Wenn also die Firma Peter Kraus-Maffai gepanzerte Fahrräder nach Sau die Arabistan verkauft soll sie auch noch Unternehmenssteuern an die Scheichs abdrücken ?
Und mit welchen "ernsthaften globalen Anstrengungen" wäre das zu machen ?
Ich glaube die brauchen da etwas mehr Mondialismus.
LG Renate

 
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RE: Generationenmanifest

#14 von Richard Maxheim , 17.10.2017 18:01

Abgesehen von den Mängeln in den Formulierungen ist mir dieses Generationenmanifest auch zu wenig mondialistisch. Die jetzige Aktion ist eine Neuauflage aus dem Jahr 2013. Hier ein Artikel vom STERN. Gegenüber der langsam auf 220.000 zugehenden Unterstützerzahl ist die inhaltliche Teilnahme in dem Forum gleich Null. Es kommt da auch keine Feedback von Seiten der Kampagnenzentrale. 250.000 Zustimmungen würden gerade mal 0,4 % der deutschen Wahlberechtigten ausmachen. Das ist nichts, womit man die Bundesregierung beeindrucken könnte. Das habe ich auch in einem Kommentar im Blog verdeutlicht.

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