KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#1 von Richard Maxheim , 31.01.2017 07:36

Für eine bessere Welt ist die globale Gerechtigkeit das zentrale Thema. Dauerhafter Weltfrieden, Freiheit und Sicherheit sind ohne umfassende Gerechtigkeit kaum zu verwirklichen, ja eigentlich unmöglich. Deshalb machen sich Menschen, die eine bessere Welt wollen, Gedanken darüber. Es gibt viele Ideen, wie man der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen könnte. Deren Bandbreite reicht von der sanften Bewusstseinsveränderungen aus Licht und Liebe bis hin zu gewaltsamen Revolutionen aus Eisen und Blut. Letztere hat es ja schon genug in der Geschichte gegeben, auch weil das mit dem Bewusstsein nicht so recht funktioniert und diplomatische Methoden zu lange dauern. Diese Revolutionen führten aber in nur ganz wenigen Fällen zu den gewünschten Zielen, ja endeten nicht selten im Gegenteil.

Für den Weg hin zu einer gerechteren Weltordnung habe ich selbstverständlich auch gewisse Vorstellungen. Meistens weiß man erst später, ob sie überhaupt realistisch sind oder vielleicht sogar kontraproduktiv. Deshalb unterlasse ich es zunächst lieber, Strategien für den Weg zu propagieren und löse mich gedanklich von den Zwängen der Tagespolitik. Die Kontroversen dazu machen oft die schönsten Zielvisionen zunichte. Also gehe ich gleich voll in die Zukunft. Wir schreiben das Jahr 2100 plus. Die Staaten und Völker der Erde sind politisch durch tatsächlich Vereinte Nationen als Föderation verbunden. Kriege finden nicht mehr statt. Angelegenheiten, welche die Menschheit insgesamt betreffen, werden durch eine globale Rechtsordnung – inklusive eines Hauptteils von fortentwickelten Menschenrechten – geregelt, Streitigkeiten durch übernationale Gerichte beigelegt. Das Weltrecht wird durch die Administration der Vereinten Nationen durchgesetzt.

Gegenüber der heutigen Weltlage ist das schon fast so etwas wie ein Paradies. Es geht allen Menschen soweit gut, denn bittere Armut gehört der Vergangenheit an. Aber auch extremer, wahnwitziger Reichtum ist abgeschafft. Was ist geschehen? Die Vereinten Nationen haben unter dem Namen KOMPENSO ein System globaler Solidarität entwickelt und eingeführt. Das Zauberwort heißt AUSGLEICH und KOMPENSO heißt es auf Esperanto. Es findet ein globaler Lastenausgleich statt, wodurch kein Land, kein Volk und auch kein Weltbürger mehr aufgrund widriger Umstände benachteiligt sein muss. Aber wie kann so etwas funktionieren? Wie verteilt man die Reichtümer unseres Planeten gerecht unter der Menschheit? Es konnte sich zwar eine ökologische und soziale Marktwirtschaft weltweit durchsetzen. Die reicht allerdings für das Paradies noch nicht aus.

Man liest es immer wieder: Unser Planet gehört eigentlich allen Menschen und nicht etwa einer Elite von Superreichen und Machthabern. Eine schöne Erkenntnis, aber was fängt man damit an? Es geht hier sicherlich nicht um ein Besitztum im klassischen Sinne. Jemand hat mal ausgerechnet, wie viel Geld die Erde wert ist, was man als Mindestgebot fordern sollte, wenn man sie bei Ebay versteigern wollte. Es sollen rund 5 Billiarden Dollar sein. In ähnlicher Weise müsste es möglich sein, den Wert jedes einzelnen Landes zu taxieren, so wie ein Grundstück, das man verkaufen will. Nun sollen die Länder aber nicht verkauft, sondern verpachtet werden, und zwar an die Nationen, die sie in Beschlag genommen haben. Über die Mietpreise kann man sich ja im Einzelnen einigen. Die Nationalstaaten zahlen dann die entsprechenden Summen jährlich an die Vereinten Nationen.

Von diesem Geld finanzieren die UNO dann ein angemessenes Grundeinkommen für alle Menschen. Das wäre ein Pfeiler der globalen Gerechtigkeit. Es kommen noch weitere hinzu. Da hätten wir z.B. die Völkerversicherung gegen höhere Gewalt. In dessen Rahmen organisiert die UNO einen globalen Katastrophenschutz, der erstens präventive Maßnahmen gegen Naturkatastrophen und technische Großunfälle jeglicher Art ergreift, wie z.B. Frühwarnsysteme, und zweitens im Schadensfall schnell und effektiv helfen kann. Die Prävention würde sich ebenso auf den Schutz von Gefahren aus dem All erstrecken. Für den Fall, dass wieder einmal irgendwo auf der Welt die Barbarei ausbrechen sollte, hat die UNO im Rahmen ihres Übernationalen Friedensschutzes eine Weltgendarmerie in Bereitschaft, die dann eingesetzt wird, wenn die nationalen Sicherheitsorgane die Situation nicht alleine in den Griff bekommen. Es gibt bestimmt noch mehr Ideen, wie die eingenommenen Pachtbeträge sinnvoll zu nutzen wären.

Nun kann man sich ja gut vorstellen, dass so etwas ohne die politische Einigung der Menschheit kaum möglich sein wird. Deshalb muss diese Einigung realisierbar werden. Wir sind dazu gezwungen, wenn wir als Spezies auf diesem Planeten überleben wollen. Alleine der Klimawandel wird in nicht allzu ferner Zukunft Probleme aufwerfen, die von keinem Land der Welt mehr alleine bewältigt werde können. Das internationale Konfliktpotenzial wird sich dadurch in einer Weise maximieren, das alles bisher stattgefundene in den Schatten stellt. Wir haben keine andere Wahl, die Einheit der Menschheit ist das oberste Ziel. Unsere Politik muss dringend auf eine demokratische Weltföderation hinarbeiten. Wir müssen als Weltbürger eine solche Politik fordern und unterstützen. Es ist unsere wichtigste Aufgabe.

KOMPENSO ist nur mal eine Idee von mir. Es gibt bestimmt viel bessere. Sie soll in erster Linie dazu anregen, die Diskussion und das Engagement für eine bessere Welt zu intensivieren. Vieles kann man heute schon beginnen. Gute Ansätze gibt es jede Menge. Wir müssen aufhören, lediglich unzufrieden zu sein und über die Zustände zu schimpfen. Es ist auch nicht damit getan nur Dinge anzuprangern. Wenn wir schon gegen etwas protestieren, dann müssen auch Alternativvorschläge auf den Tisch kommen. Nur so ist eine andere Politik möglich. Alleine die Verweigerung reicht nicht aus. Und jeder, der sich für eine bessere Welt einsetzt, sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass alle seine Bemühungen nichtig sein können, wenn sie nicht auf wirkliche Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Deshalb mein dringender Appell an alle: Macht die Globalisierung der Demokratie möglich! Damit soll die herzliche Einladung zur Teilnahme an der Diskussion im Weltbürger-Forum verbunden sein.

Richard


 
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zuletzt bearbeitet 04.02.2017 | Top

RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#2 von Renate Beck , 31.01.2017 12:39

Das ist stark !
LG Renate

 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#3 von Albero , 01.02.2017 16:31

Kompenso hört sich gut an. Das kann ich unterschreiben. Natürlich gibt es dazu viele Wenn und Aber, sobald man in die Details geht. Als Grundidee ist das aber interessant, besonders weil man daraus ein Gesamtsystem machen kann, wo alles hinein kann was die Menschheit zum Überleben braucht.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#4 von Richard Maxheim , 07.02.2017 20:24

Heute wurde der Artikel im Internet-Magazin NEUE DEBATTE veröffentlicht:
Blick in die Zukunft – Über ein System globaler Solidarität

Im Vorfeld der Veröffentlichung kamen die Komplexität des Themas und die Verflechtung mit anderen, bereits hier angesprochenen Themen zur Sprache. Es ist tatsächlich so, dass die Teufel mal wieder in den Details stecken. Dazu gibt es genug Diskussionsstoff und Fragen, die weitere Ideen herausfordern. Es wäre schön, wenn damit mehr konstruktive Bewegung hinein käme.

Richard


 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#5 von Albero , 08.02.2017 00:38

Mensch Richard, dann kannst du ja bald ein Buch schreiben:

Die Kompenso-Revolution

oder so ähnlich.


Glaubt ihr etwa alles was nicht in den Zeitungen steht?

 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#6 von Richard Maxheim , 08.02.2017 14:39

So weit kommt's noch.


 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#7 von Andrea C. Feist-Nerowski ( gelöscht ) , 09.02.2017 14:08

Wenn es nur darum ginge die Armut auszumerzen, würde ich dem zustimmen, aber leider sind wir (zumindest wahrscheinlich) in der prekären Situation, dass der Erhalt von Lebensraum Erde möglicherweise eine noch höhere Priorität hat. Was nutzt es, der Armut den Kampf anzusagen, wenn zukünftigen Generationen der Lebensraum kaputt geht? Nicht wirklich viel, würde ich mal sagen.

Was wir brauchen ist ein System, das die Motivation des Geschäfte-Machens mit der Natur ausmerzt. Und warum nicht beides? Warum nicht eine Lösung, die zwar die Bezahl-(Ausgleichs-)Methode erstmal aufrecht erhält, aber vom Medium Geld zu anderen Maßstäben wechselt, an der ihrerseits kein Gewinn mehr zu erzielen ist? Ich glaube, wir müssen wirklich zu einer neuen Denkweise gelangen, wenn wir eine wirklich effektive Lösung anstreben. Wobei sie sooo neu im Grunde nicht ist:
Wir alle kennen Schuldscheine und das wurde mal so gehandhabt, dass ein Schuldschein ausgestellt wurde, ohne dass der Gebende etwas 'bezahlen' muss. Und wenn er 'die Schuld' einlöst, wird der Schuldschein vernichtet. Das ist ohne weiteres machbar, aber leider werden heut auch Schuldscheine ähnlich gehandhabt wie Geld: Sie wechseln den Besitzer und es entsteht wieder ein 'Gewinn-Verlust-Geschäft', ohne dass eine reale Ware den Besitzer gewechselt hat - was ja auch das Manko des Bezahl-Mediums Geld ist. Dabei ist es im Grunde völlig unsinnig, das mit etwas, das real nur den Wert von Papier oder Metall hat (wenn überhaupt, heute wechseln ja nur noch Zahlen den Besitzer).

Aber rein rechnerisch ist es ohne Weiteres möglich, den realen Tauschwert eines Behahlmediums als Basis zu nehmen, um eine neue Ökonomie zu schaffen, in der wahre Gerechtigkeit möglich ist ohne dass in irgendeiner Weise regulierend eingegriffen wird. Nehmen wir mal rein hypotetisch an, wir würden nicht das derzeitige System reformieren, sondern von Grund auf neu ansetzen. Was genau wird gebraucht?
1. Dass der Mensch einen Ausgleich für sein Schaffen fürs Allgemeinwohl erhält, mit dem er seinen Lebensunterhalt bestreiten und sich Wünsche erfüllen kann.
2. Dass die Natur einen Ausgleich dafür erhält, was ihr entnommen wurde (superwichtig, aber im derzeitigen Wirtschaftssystem garnicht vorhanden, was die Schieflage ja erst verursacht.

Darüber hinaus braucht man eigentlich nichts, jedenfalls nicht wirklich. Alles darüber hinaus glauben wir nur zu brauchen, aber das ist - möglicherweise - ein Irrtum. Wie es - möglicherweise - ein Irrtum ist, dass wir glauben, Unternehmen ihrerseits müssten Profit oder Verluste machen. Solange die Menschen, die in einem Unternehmen beschäftigt sind, ihren Ausgleich bekommen, kann das Unternehmen doch einfach ein Ort sein, an dem Menschen daran arbeiten (und dafür ihre Lebenszeit einbringen), dass die Bedürfnisse aller gestillt werden können.
Wenn man es genau nimmt, ist es sowieso ein Unding, dass der Mensch in seinem selbsterfundenen System einen Kostenfaktor darstellt. Wir halten es für völlig normal, weil wir vom ersten Tag an darauf geprägt wurden - wir kennen es garnicht anders. Das machts aber nicht unbedingt richtiger - genau daran hängt ja die ganze Armut: Dass jemand bezahlen muss, aber so wenig wie möglich bezahlen will. Und dieser Jemand ist dann auch noch ein seelenloses Unternehmen, eine frei erfundene Wirtschaftsgröße.

Wenn man nun aber hinginge und den Lohn der Helfer (vom Chef bis zur Hilfskraft) als eine Art Schuldschein auf dem Konto des Empfängers gutschreibt, den aber keiner aus seiner Tasche bezahlen muss, dann muss auch nicht mehr am Menschen gespart werden. Maßstab wäre im Fall die eingebrachte Lebenszeit, denn nur das ist gerecht. Wenn jedes Menschenleben gleich viel wert ist, dann müsste ja eigentlich auch seine Lebenszeit gleich viel wert sein.
Natürlich könnte man den Ausgleich etwas anheben, wenn es sich z.B. um eine besonders unangenehme Beschäftigung geht - oder wenn dringend Helfer gebraucht werden, z.B. bei auftretenden Engpässen oder auch bei Naturkatastrophen wenn dringend Helfer gebraucht werden), aber von Grund auf sollte eine Stunde Lebenszeit einer Hilfskraft nicht weniger wert sein als eine Stunde Lebenszeit eines Königs, Chefs oder eines Bundeskanzlers.
Ich denke, dass verantwortungsvolle Posten nicht besetzt werden sollten, weil jemand damit am meisten verdienen kann, sondern vielmehr von denen, die es sich zutrauen und die Verantwortung übernehmen, obwohl sie dadurch keinen Gewinn machen können. Dann wäre zumindest mal Schluss damit, dass Manager an die Spitze eines Unternehmens kommen, ohne dass sie den Hauch einer Ahnung von den praktischen Abläufen haben.

Es mag schwierig sein, sich das vorzustellen - eben weil wir grundlegend anders geprägt sind, aber rein rechnerisch wäre es überhaupt kein Problem, den Bereich des Lohnausgleichs auf diese Weise zu regeln. Das würde selbstverständlich auch akademische Grade betreffen, denn wenn der Ausgleich keine Kosten verursacht, kann ja auch ein Student bereits einen Ausgleich für seine 'Lehrzeit' erhalten. Lernen sollte wirklich belohnt werden, auch die Lebenszeit eines Lehrlings ist keinesfalls weniger wert als die Lebenszeit eines Meisters - jedenfalls nicht aus der Sicht des Menschen.

Und das Gleiche kann man natürlich auch mit den Warenpreisen machen. Natürlich nicht mit dem Maßstab Zeit - der gilt nur für den Ausgleich des schaffenden Menschen. Für Warenwerte würde ich den Energieverbrauch zum Maßstab nehmen. Er ist wie die Zeit global gleich, es bräuchte also keine Umrechnung in verschiedene Währungen mehr. Und er kann wie der Zeitausgleich einfach 'schuldgeschrieben' werden. Dafür bedarf es auch keine große Umstellung, denn der Energieverbrauch steckt auch heute schon in jedem einzelnen Produkt. Was sich ändern würde ist nur, dass er nicht von Unternehmen zu Unternehmen bezahlt wird, sondern jedes Unternehmen berechnet (wie auch heut schon) den Energieverbrauch, schreibt ihn aber nur auf den Warenscheinen auf - und der Endpreis einer angebotenen Ware wäre dann die Gesamtsumme der dafür verbrauchten Energie. Nicht mehr und nicht weniger - dann sind Unternehmen komplett aus der Gewinn-Verlust-Schiene draußen und der Mensch erhält die Macht über sich wieder zurück.

Das Wichtigste dabei ist Folgendes:
Weil es für kein Unternehmen mehr eine Kostenfrage ist, kann man den (dringend nötigen) Ausgleich an die Natur mit einbeziehen. Das bedeutet, dass man immer dafür Sorge tragen muss, dass die Qualität von Lebensraum Erde unbedingt erhalten wird und alle Schäden wieder ausgeglichen werden müssen. Und die dafür verbrauchte Energie wird der Ware ebenfalls zugerechnet. Aber zeitgleich fallen Lohn- und Lohnnebenkosten weg, Versicherungen, Zins- und Zinseszinns - alles das hat dann mit dem Endpreis einer Ware nichts mehr zu tun. Es gilt nur noch die berechnete verbrauchte Energie - kein Mehrwert, keine Steuern - nix dergleichen. Der Mensch erhält seinen Ausgleich und die Natur erhält ihren Ausgleich und mehr wird im Grunde ja nicht gebraucht.

Und das hätte folgende Wirkung: Nachhaltig erzeugte Ware würde auf einmal supergünstig zu bekommen sein, während Güter, für deren Bereitstellung große Schäden an der Natur verursacht werden, würden sauteuer werden. Einfach weil der Ausgleich an die Natur einen größeren Energieverbrauch bis hin in astronomische Höhen verursachen würde. Die Leute würden von selbst die Finger davon lassen und lieber zu qualitativ hochwertigeren Produkten greifen, weil die dann auf einmal viel billiger wären.
Es würde auch das Handwerk wiederbeleben, weil ja jeder Handwerker seinen Ausgleich erhalten würde, ohne dass er mit dem Endpreis seiner Ware vom Kunden bezahlt werden müsste. Das würde z.B. ein handgeschneidertes Kleid / Schuhe / Renovierung usw. aus natürlichen Rohstoffen viel günstiger machen als ein Kleid aus Stoffen, die irgendwo auf der Welt mit hochgiftigen Färbstoffen von Kindern hergestellt, hierher gebracht und hier billig angeboten wird. Das wäre dann nicht mehr billig, weil schon die Entgiftung der Natur einen enormen Energieverbrauch verursacht, der dann vom Kunden mitbezahlt wird.

Wichtig ist dabei noch Folgendes:
Beim Erwerb einer Ware wird die Bezahlsumme nicht an den Verkäufer bezahlt, sondern einfach nur vom Guthabenkonto des Käufers gelöscht. Es hat ja keiner bezahlt, also muss es auch nicht weitergegeben werden - weil ja auch die Energiekosten nicht bezahlt, sondern nur vermerkt wurden. Der Ausgleich findet also direkt zwischen Natur und Verbraucher statt. Alle beteiligten Menschen erhalten ihren Ausgleich, es verdient nur kein Dritter mehr daran.


Wie gesagt: Rechnerisch und auch technisch ist das völlig problemlos machbar - die Schwierigkeit liegt ausschließlich darinnen, das als Möglichkeit in der Vorstellung der Menschen zu verankern. Das Problem liegt tatsächlich nicht nicht in der Machbarkeit, sondern ausschließlich in den Köpfen der Leute. Obwohl sie im Grunde genau wissen, dass eine Änderung her muss, glauben sie lieber daran, dass 'es nicht geht' oder noch häufiger "dass das nicht durchzukriegen ist". Aber rein rechnerisch und technisch wäre das mit Leichtigekt ummsetzbar.

Andrea C. Feist-Nerowski

RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#8 von Richard Maxheim , 09.02.2017 21:58

Es geht eben nicht nur darum die Armut auszumerzen, sondern um ein System globaler Solidarität. Dazu gehört selbstverständlich auch die Erhaltung des Ökosystems unseres Planeten in der Form, dass es für uns Menschen weiterhin als Lebensraum geeignet bleibt. Denn ohne dies wäre es auch unmöglich die Armut zu besiegen. Ob arm oder reicht, am Ende wären wir alle weg vom Fenster.

Ich nehme mal ein Beispiel: Regenwälder sind für das Ökosystem außerordentlich wichtig. Sie sind aber gleichzeitig ein Wirtschaftsfaktor. Einem Staat, der diesen Wirtschaftsfaktor ausnutzt, bekommt ihn auch von Kompenso angerechnet. Der Preis wird sehr hoch sein, verdammt hoch. Lässt er dagegen den Regenwald im Interesse der gesamten Menschheit in Ruhe, dann zahlt er dafür nichts. Er bekommt von Kompenso sogar Unterstützung, um ihn zu pflegen und evtl. sogar auszuweiten. Das lohnt sich für den Staat dann um ein Vielfaches mehr als den Wald auszubeuten.

Da hast du das System, welches die Motivation des Geschäftemachens mit der Natur zurückfährt. Ich bin aber nicht der Meinung, dass man mit der Natur keine Geschäfte mehr machen darf. Es muss eben verträglich sein und die Natur nicht zerstören. Und ein Staat, der seine Natur so nutzt, bekommt das natürlich auch angerechnet und muss zahlen. Allerdings nicht so viel wie ein anderer, der die Natur schädigt. Im Übrigen wäre es Sache einer globalen Gesetzgebung für entsprechende Rechtsvorschriften zu sorgen, welche die Schädigung des Ökosystems Erde von vornherein verbietet und entsprechend unter Strafe stellt.

Es gibt auch schon viele Konzept für ein anderes Geldsystem. Sicherlich wird sich die heutig Geldwirtschaft in einer zukünftigen, hoffentlich besseren Welt ändern. Dazu kann ich nicht allzu viel sagen, denn mein Verständnis für Wirtschaft geht nur geringfügig über meinen gelegentlichen Kneipenbesuch hinaus :-) Aber schau dir mal die Ökosoziale Marktwirtschaft an. Sie ist vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss, in die richtige Richtung geht das aber schon.

Ansonsten ist das mit der Änderung unseres Wirtschaftssystems nicht anders als mit allen anderen Angelegenheiten globalen Ausmaßes. Es kann erst richtig laufen, wenn sich die Menschheit politisch geeinigt hat und es demokratische Instanzen gibt, welche den dafür notwendigen Rechtsrahmen schaffen. Was natürlich nicht heißen soll, dass man sich jetzt noch keine Gedanken darüber machen und nicht schon aktiv werden soll. Man sollte dabei aber ebenso an die Nachhaltigkeit denken. Deshalb ja auch mein Appell an alle: Macht die Globalisierung der Demokratie möglich!

Richard


 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#9 von Renate Beck , 10.02.2017 07:23

Hallo Richard, bei der Neuen Debatte hat aber jemand ganz toll kommentiert.
Das sieht mehr nach Deppatte aus.
Da hast du richtig gekontert. Auf so einen Schwachsinn kann man nur mit Polemik antworten.
Also wenn da sonst niemand etwas Vernünftiges dazu zu sagen hat, kannst du diese Seite auch vergessen.
LG Renate

 
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RE: KOMPENSO – ein System globaler Solidarität

#10 von Richard Maxheim , 10.02.2017 20:47

Solche Geistesblitzer findest du überall im Netz. Sie geben zu allem ihren Senf, obwohl sie eigentlich gar nichts zur Sache zu sagen haben.
Aber der Artikel scheint bei Neue Debatte ganz ordentlich gelesen zu werden. Ich sehe das an den Zugriffen auf WCPA Deutschland. Und das schlägt auch ins Forum durch. Ich will noch einen weiteren Artikel dort plazieren, der die Idee der Weltföderation verdeutlicht, im Zusammenhang mit der Globalisierung der Demokratie.

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