Es gibt nur eine Erde

Greater Earth – die größere Erde

 von Mondialist , 28.01.2019 21:02

Kürzlich las ich den Roman „2061 Odyssee III“ von Arthur C. Clarke. Dabei kam mir in Erinnerung, dass in vielen Science-Fiction-Geschichten die politische Vereinigung der Menschheit als obligatorisch dargestellt wird. Clarke ließ in seinem Roman „Die letzte Generation“ Außerirdische die Menschen dazu zwingen, den Weltfrieden zu verwirklichen und eine Weltregierung zu wählen.

Wie in den meisten Handlungen diese Genres gewannen auch hier esoterische Träume die Oberhand. Heute kursieren nicht wenige Horrorfantasien, welche die Menschheit bereits von Aliens umzingelt sehen, die durch eine Neue Weltordnung den Planeten Erde unter ihre totale Kontrolle bringen wollen. UFO-Gläubige propagieren eine „Galaktische Föderation“. Für Märchenerzähler ist es ein einträgliches Geschäft.

Aber gerade in Science Fiction finden sich interessante Gedankenspiele für Zukunftsideen, fernab jeglicher Irrationalität, sofern unumstößliche Naturgesetze nicht vernachlässigt werden. In seinem Werk „Eine neue Zeit bricht an – Elektronik und Raumfahrt verändern die Welt“ von 1968 entwickelte Arthur C. Clarke – weniger als Science-Fiction-Autor, mehr als Physiker – Visionen für die Zukunft der Menschheit. Sie könnte eine großartige Zukunft werden.

Wie eine „Big History“ den Grundstein für die spätere politische Einigung unserer Welt legen könnte, wäre auch die Vorstellung einer „Big Future“ als Motor für eine bessere Welt vonnöten. Dabei ginge es nicht nur um den Erhalt der Lebenstauglichkeit unseres Planeten durch den Schutz der Biosphäre. Es ginge auch darum, die Erde so zu verändern, dass dieser Schutz durchführbar und effektiv wird, ohne dass wir Menschen zurück in die Steinzeit müssen.

Aber wie verändert man einen Planeten wie die Erde? Veränderungen finden sowieso ständig statt, gegenwärtig in negativem Sinne, wie z.B. durch den Klimawandel. Auch Naturereignisse wie Erdbeben und Vulkanausbrüche führen zu gravierenden Veränderungen, von den Gefahren durch Einschläge von Außen ganz zu schweigen. Die Lösung liegt darin, indem wir den Planeten vergrößern. Das hört sich zunächst merkwürdig an, entspringt aber einer bestechenden Logik. Der erdnahe Weltraum muss in das einbezogen werden, was wir Erde nennen.

Die so genannte Eroberung des Weltraums wird meistens so aufgefasst, dass Menschen zu fernen Planeten reisen, um diese zu besiedeln. Nichts gegen die Erforschung unseres Sonnensystems und darüber hinaus, aber für die praktische Nutzung des Weltraums gibt es realistischere Ziele. Der in der Schweiz lebende Künstler Arthur Woods zeigt uns mit seinem Konzept einer Greater Earth eine neue Perspektive unseres Planeten.

Man führe sich nur einmal die Möglichkeiten vor Augen, die sich daraus ergäben. Die meisten, das Ökosystem der Erde belastenden menschlichen Aktivitäten könnten ausgelagert werden. Rohstoffe gibt es im erdnahen Weltraum mehr als genug und die Sonne liefert unerschöpfliche Energie. Gewicht spielt in der Schwerelosigkeit des Alls so gut wie keine Rolle. Es könnten riesige Fabrikanlagen gebaut werden und Raumsiedlungen von gigantischen Ausmaßen, in denen Menschen zu erdähnlichen Bedingungen dauerhaft leben. Bei der Gelegenheit wäre der Schutz der Erde vor Asteroideneinschlägen Routine und brächte zusätzliche Rohstoffquellen. Expeditionen in den weiteren Weltraum stünden solide Ausgangsbasen zur Verfügung.

Natürlich klingt das alles sehr utopisch, aber die Nutzung des erdnahen Weltraums ist bereits normal. Ohne die Satelliten im Orbit wäre vieles nicht möglich – insbesondere bei der weltumspannenden Kommunikation – was heute schon technischer Standard ist. Hier besteht aber auch eine große Gefahr: Der davon ausgehende Weltraummüll könnte uns auf diesem Planeten einsperren. Durch den Kessler-Effekt würden die weitere Nutzung wie auch Weltraummissionen auf unabsehbare Zeit praktisch unmöglich werden. Ja, die gesamte technische Infrastruktur ging mit der Zeit kaputt. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Auch müsste der Transport in die Erdumlaufbahn grundlegend anders gestaltet werden. Mit Raketen ist das nicht mehr zu schaffen. Die zukünftige Weltraumfahrt braucht Aufzüge in den Orbit. Nicht ein paar, sondern viele, rund um den Äquator verteilt. Das sind alles gigantische Projekte, die ein bis jetzt nicht gekanntes Ausmaß an multilateraler Kooperation erfordern und zudem kostengünstiger als jeder Krieg wären.

Wieder viel Utopie, geht man von der Unvernunft der Massen und dem Kleingeist der meisten ihrer politischen Anführer aus. Aber die Weiterentwicklung der Vernunft bleibt nicht stehen. Die Big History, die Große Geschichte geht weiter und wird hoffentlich ihre Fortsetzung in einer Big Future, einer Großen Zukunft bekommen. Dafür müssen heute die Weichen gestellt werden. Deshalb setzen wir uns als Mondialisten für die politische Vereinigung der Menschheit in einer demokratischen Weltföderation bis spätestens Ende dieses Jahrhunderts ein und rufen alle Menschen dazu auf, ebenfalls dieses Ziel im Rahmen ihrer Möglichkeiten anzustreben.

Für eine bessere, eine größere Erde.
https://www.change.org/p/alle-die-eine-b...-der-menschheit

Richard

Der Beitrag steht jetzt auch in Englisch (ebenso in Französisch und Spanisch) als Neuigkeit bei unserer Petition:
https://www.change.org/p/to-everybody-wh...ECUj3wy1nH9rE7U


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