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Weltföderalisten in Deutschland

 von Mondialist , 13.10.2016 23:24

Die Weltföderalisten, das sind Weltbürger mit einem weltpolitischen Ziel, nämlich die Einigung der Völker und Staaten unseres Planeten in einer globalen demokratischen Föderation, sprich Weltföderation. Man könnte diese auch die „Vereinigen Staaten der Erde“ nennen, oder einfach bei der Bezeichnung Vereinte Nationen bleiben, denn in einer Weltföderation wären die Nationen tatsächlich vereint.

Da scheiden sich bereits die Geister. Während der eine, überwiegende Teil der Weltföderalisten eine reale Chance in der Weiterentwicklung der UNO sieht und seine Aktivitäten darauf ausrichten, möchte ein anderer, minderer Teil, wie z.B. die WCPA, an der UNO vorbeiziehen und mit eigenen Strukturen eine neue Weltordnung aufbauen. Anhand den Inhalten und Aktionen kann man leicht erkennen, auf welcher Seite die Realisten zu finden sind.

In diesem Beitrag will ich kurz auf die Geschichte und aktuelle Situation der Weltföderalisten in Deutschland bzw. im deutschsprachigen Raum eingehen.

Die weltföderalistische Bewegung hat ihren Ursprung in der Weltbürger-Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg, in der Entstehungsphase der Organisation der Vereinten Nationen. Ein Jahr bevor Garry Davis in Paris als „Weltbürger Nr. 1“ Furore machte, trafen sich Weltföderalisten zu einem Kongress in der Schweiz und formulierten die Deklaration von Montreux. Sie forderten darin, die UNO in eine föderative Weltregierung umzuwandeln. Ohne Erfolg, wie wir wissen. So wurde die UNO vorerst nur ein matter Abglanz dessen, was sich die Initiatoren damals zur Sicherung des Weltfriedens vorgestellt hatten.

Nach dem Abklingen des durch Garry Davis ausgelösten Weltbürger-Booms formierten sich in der damaligen Bundesrepublik Deutschland zwei Vereine, die Weltföderalisten e.V im Süden und die Weltföderalisten Deutschlands e.V. im Norden. Die Südländer orientierten sich an der WCPA von Philip Isely und waren an der Weltkonstituante 1968 in Interlaken beteiligt. Im Laufe der Treffen in Wolfach gerieten sie in den Einfluss der Welt-Spirale von Gerhard Havel. Die im Norden kooperierten mit der World Federalist Movement (WFM) in New York und Den Haag. Beide Vereine existieren nicht mehr.

Die WFM wird in Deutschland heute offiziell vom Komitee für eine demokratische UNO (KDUN), welches auch Träger der UNPA-Kampagne ist, vertreten. Europaweit sind die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) Mitglied der WFM. Dann gibt es noch die Weltföderalisten in der Schweiz, die ebenfalls mit der WFM assoziiert sind. In Österreich existiert leider keine Organisation von Weltföderalisten. Während die Schweizer Weltföderalisten einen regulären Mitgliederverein unterhalten, besteht das deutsche KDUN lediglich aus dem Komitee.

Es fehlt in Deutschland eine seriöse Mitglieder-Organisation von Weltbürgern, die das politische Ziel einer Weltföderation propagiert und Schritte dort hin, wie z.B. die UNPA, tatkräftig unterstützen kann.

Richard


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